Rundgang der Prüfer

Arolser Kleingartenverein überzeugt beim Landeswettbewerb nicht allein mit dicken Rüben

Der Kleingartenverein Bad Arolsen beteiligt sich als Verein aus Waldeck-Frankenberg an dem alle vier Jahre stattfindenden Landeswettbewerb für Kleingärten. Unser Bild zeigt Mitglieder der Bewertungskommission mit Vertretern des Landes-, Kreis und Ortsverbands mit Bürgermeister Jürgen van der Horst und Erstem Stadtrat Udo Jost. Die Stadt ist Verpächterin der 45 Parzellen am Königsberg.
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Der Kleingartenverein Bad Arolsen beteiligt sich als Verein aus Waldeck-Frankenberg an dem alle vier Jahre stattfindenden Landeswettbewerb für Kleingärten. Unser Bild zeigt Mitglieder der Bewertungskommission mit Vertretern des Landes-, Kreis und Ortsverbands mit Bürgermeister Jürgen van der Horst und Erstem Stadtrat Udo Jost. Die Stadt ist Verpächterin der 45 Parzellen am Königsberg.

Als einziger Verein aus Waldeck-Frankenberg nimmt der Kleingartenverein Bad Arolsen am Landeswettbewerb teil.

Bad Arolsen – Die ersten Kommentare der Bewertungskommission waren positiv. Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Wohnen, des Landesverbandes der Kleingärtner und des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen sind in fünf Tagen landesweit in 15 Kleingartenanlagen zwischen Rheingau und Diemel unterwegs.

Das ist gefragt

Die überwiegend männlichen Juroren suchen dabei nicht nach den schönsten Rosenspalieren oder den dicksten Bohnen oder den aromatischsten Erdbeeren. Vielmehr fließen neben gärtnerischen Aspekten Gesichtspunkte des Städtebaus, des gesellschaftlichen Miteinanders, des Engagements in der Gemeinde, Veranstaltungsangebote, die Öffentlichkeitsarbeit , aber auch die Vielfalt von Pflanzen und Tieren und die ökologische Bedeutung der Anlage für das Umfeld in das Gesamturteil ein.

Für Bürgermeister Jürgen van der Horst steht schon fest: „Klima- und Artenschutz, ein positiver Einfluss auf das Stadtklima sowie die gesellschaftliche Integration - die Antwort findet sich hier“, erklärte er.

Stadt verpachtet Flächen

Gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Udo Jost, der als passives Mitglied die Kleingärtner fördert, besuchte der Rathauschef die Anlage, die 1948 am Königsberg geschaffen wurde. Die Flächen stellt die Stadt zu einem günstigen Pachtpreis zur Verfügung.

Inmitten der Anlage mit 45 Parzellen bildet das in den vergangenen Jahrzehnten ausgebaute Gemeinschaftshaus einen zentralen Treffpunkt für die verschiedensten Aktivitäten. Sommer- und Kinderfeste, aber auch Tage der offenen Gartentür zeugen für die Juroren von einem lebendigen Verein. Ganz im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht die Anlage beim alljährlichen Kram- und Viehmarkt, wo die Kleingärtner einen Getränke- und Würstchenstand aufbauen und regen Besuch registrieren.

Integration beim Gärtnern

Die Nachfrage nach einem Stück Garten spricht für sich: Zehn Interessenten haben sich auf einer Warteliste eintragen lassen. In diesem Jahr konnte ein neuer Gartenfreund in die Reihen der Aktiven aufgenommen werden.

Die Zahl der Aktiven, die als Migranten nach Arolsen kamen, beziffert Vorsitzender Udo Risch mit etwa 40 Prozent. Sie stammen aus Rumänien, Kroatien, Tschechien oder Polen.

Ökologische Aspekte

So lobte auch der Landesvorsitzende Klaus Beuermann die Pflege der Gemeinschaft in dem Arolser Verein. In der Corona-Pandemie habe die Zahl der Bewerbungen in Ballungsgebieten zugenommen, junge Leute würden sich erfreulicherweise für Parzellen bewerben.

„Kinder, die hier groß werden, wissen, woher die Gurken kommen und dass sie nicht in Plastik eingeschweißt vom Discounter stammen“, sagte Landesvorsitzender Beuermann und unterstrich die Bedeutung ökologisch verträglichen Gärtnerns.

Keine „chemische Keule“

Die „chemische Keule“ sei in den Vereinsanlagen untersagt, nur im schlimmsten Fall dürften künstliche Mittel angewandt werden, sagte der Kreisverbandsvorsitzende Hartmut Kampf. Neben der Zeitschrift des Verbandes gibt es in Korbach einen Lehrgarten, in dem die Mitglieder über alle Themen rund um den Garten informiert werden.

Ein „kleines Paradies im Grünen“ haben in Waldeck-Frankenberg Kleingärtner auf 502 Parzellen in sieben Vereinen. die größte Anzahl ist in Korbach.

Das ist festgelegt

Die Nutzung ist festgelegt: So darf je ein Drittel der Fläche gärtnerisch genutzt, mit Rasen für Erholungszwecke eingesät und bebaut sein - und da sind viele Gartenfreunde sehr kreativ.

Kleingärten, so der Grundsatz, sind keine Freizeitanlagenen. Zudem wird eine Mitarbeit im Verein erwartet, wovon schließlich die gesamte Anlage profitiert und wodurch auch der Zusammenhalt gestärkt werden kann..

Einmal zweiter Bundessieger

In Arolsen hat sich der Kleingärtnerverein schon mehrfach am Landeswettbewerb beteiligt. 1976 durfte der zuvor zum Landessieger gekürte Verein am Bundeswettbewerb teilnehmen und gewann dabei die Silbermedaille für den zweiten Platz.

Nun warten die Bad Arolser gespannt auf das Ergebnis der Bewertungskommission von diesem Sommer, vielleicht können die Gartenfreunde im kommenden Jahr am Bundeswettbewerb teilnehmen.  (Armin Haß )

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