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Bürger gefragt für Mobilitätskonzepte in der Großgemeinde Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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Zur Nahmobilität tragen Fahrrad, Privat-Pkw und der Busverkehr neben dem Zu-Fuß-Gehen bei.
Zur Nahmobilität tragen Fahrrad, Privat-Pkw und der Busverkehr neben dem Zu-Fuß-Gehen bei. © Armin Haß

Wie kommen wir künftig von A nach B? Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Privatauto, Bus oder Bahn, Erste Ergebnisse von Befragungen zu einem Nahmobilkonzept in der Großgemeinde Bad Arolsen haben die Stadt und das Planungsbüro LK Argus Kassel vorgelegt.

Bad Arolsen – Der Prozess läuft mit Beteiligung der Bürger weiter. Detaillierte Angaben von Bürgern über verbesserungswürdige Infrastruktur werden mithilfe von interaktiven Karten inzwischen im Internet auf der Stadt-Webseite www.bad-arolsen.de abgebildet.

Die Stadt Bad Arolsen möchte mit dem Nahmobilitätskonzept gemeinsam mit den Bürgern die Situation für den Fuß- und Radverkehr verbessern. Zudem können alle Interessierten Anregungen für innerstädtische Verbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr benennen.

Bei einem Workshop mit 17 Bürgern in der Bürgerhalle Helsen sowie fünf Vertretern der Stadt und des mit den Befragungen beauftragten Büros LK Argus in Kassel wurden ergänzend zu einer Online-Umfrage Anregungen gesammelt..

Die Bewertungen verdeutlichen, dass die Fußgängerfreundlichkeit besser bewertet wird als die Fahrradfreundlichkeit: 63 Prozent zeigen sich zufrieden. Bei der Fahrradfreundlichkeit geben 36 Prozent die Einschätzung mangelhaft ab. 36 Prozent finden die Struktur ausreichend und nur 18 Prozent befriedigend.

Bei der Bewertung von möglichen Maßnahmen für den Fußverkehr wurden insbesondere sichere Querungsanlagen, breite und barrierefreie sowie vom Radverkehr getrennte Wege als wichtig oder sehr wichtig eingestuft.

Gewünscht werden durchgängige, ausreichend breite Radwege, die innerorts und zwischen verschiedenen Ortschaften verlaufen, auf vom Kfz-Verkehr getrennte Wege und auf sichere, zügig überquerbare Kreuzungen.

Die Teilnehmer wurden auch gebeten, für verschiedene Bereiche und Ortschaften der Großgemeinde gezielt bedeutende Fuß- und Radwegverbindungen aufzuführen, Defizite aufzuzeigen und Ideen für eine Verbesserung zu bringen.

Radfahrerin zwischen Kirchplatz und Bahnhofstraße. Hier werden unter anderem Fahrspuren für die Zweiradfahrer gefordert.
Radfahrerin zwischen Kirchplatz und Bahnhofstraße. Hier werden unter anderem Fahrspuren für die Zweiradfahrer gefordert. © Armin Haß

Die Beiträge aus den Beteiligungsverfahren bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Leitziele und der Maßnahmen zum Nahmobilitätskonzept, die in einem weiteren Workshop im Herbst 2022 präsentiert und diskutiert werden. Dabei sollen auch Prioritäten festgelegt werden, so Antje Janßen vom Gutachterteam des Büros LK Argus.

Was kommt nach dem Ende des Radwegs in der Großen Allee an der Einmündung der Prof.-Klapp-Straße in die Landauer Straße?
Was kommt nach dem Ende des Radwegs in der Großen Allee an der Einmündung der Prof.-Klapp-Straße in die Landauer Straße? © Armin Haß

Die Stadt Bad Arolsen und das Gutachterteam setzen auch bei dem nächsten Termin im Herbst auf eine starke Teilnahme der Bevölkerung, um bis zum Ende des Jahres ein auf Bad Arolsen zugeschnittenes Nahmobilitätskonzept erarbeiten zu können. Dieses wird eine Leitlinie für die Mobilitätsentwicklung der nächsten Jahre darstellen.

Weitere Informationen zu diesen Themen geben bei der Stadt Sabine Gottmann, 05691 / 801-163, oder Dirk Homberger, 05691 / 801-168.

Die Präsentation und das Protokoll der Veranstaltung mit den Ergebnissen der Diskussionsrunden ist abrufbar unter: https://www.bad-arolsen.de/de/aktuelle-meldungen oder https://www.bad-arolsen-mobil.de/.

Im April wurde eine Onlinebeteiligung zum Status quo der Nahmobilität in Bad Arolsen durchgeführt. Insgesamt 423 Personen haben dieses Angebot genutzt und zahlreiche Hinweise und Ideen eingebracht. Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung wurden vom beauftragten Kasseler Planungsbüro LK Argus in die Bestandsanalysen eingebunden. 

Zu der Frage, wie sie in Bad Arolsen unterwegs seien und zur Zufriedenheit mit Angeboten für die Nahmobilität in der Großgemeinde sind, antworteten 408 Teilnehmer.

Nur 129 Teilnehmer antworteten auf die Frag, wo sie Stärken und Schwächen in den Mobilitätsangeboten und dem nahmobilen Verkehr sehen.

In der Konzepterstellung werden nicht nur die zusammengefassten wichtigsten Ergebnisse der Kartenabfrage, sondern auch alle Einzeleinträge berücksichtigt und unter bad-arolsen-mobil.de aufgeführt. 50 Prozent erledigen täglich Wege zu Fuß, 37 Prozent sind mit dem Pkw unterwegs. Bei 31 Prozent der Autofahrten werden Mitfahrgelegenheiten geboten. 21 Prozent nutzen das Fahrrad oder ein E-Bike.

Nur 20 Prozent nutzen den Bus, 78 Prozent tun dies selten oder nie. Letzteres gilt auch für die Bahn. Laut Umfrage sind fünf Prozent fast täglich mit dem Zug unterwegs. Von den Teilnehmern der Befragung kam ein Drittel aus der Kernstadt, der Rest aus Mengeringhausen, Helsen, Landau, Wetterburg und Braunsen; ein sehr kleiner Teil aus den weiteren Ortsteilen.

An der Online-Umfrage beteiligten sich mit 42 Prozent die unter 18-Jährigen am stärksten.

Weitere starke Teilnehmergruppen sind die 25 bis 45 Jahre alten Teilnehmer (29 Prozent). Mit 21 Prozent sind die 45- bis 65-Jährigen noch gut vertreten. ( Armin Haß )

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