OL-Antrag zu Einsparungen bei Bad Arolsen Museen heftig kritisiert

Bad Arolsen. Ein Antrag der Offenen Liste in Bad Arolsen ist auf derbe Kritik gestoßen. Deshalb wurde im Haupt- und Finanzausschuss auch nicht darüber entschieden. Gerhard Schäfer, OL, wollte den Antrag auf Bitten der SPD nicht zurückziehen und sich erst mit seiner Fraktion beraten.

In dem Antrag fordert die OL den Magistrat in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung auf, nach Möglichkeiten zu suchen, das Defizit der Museen in der Kernstadt deutlich zu senken. Im Antrag ist die Rede von einem „unverhältnismäßig hohen Betrag von 240 000 Euro“. In dem Antrag werden Besucherzahlen der fünf Museen der Kernstadt mit dem Spielzeugmuseum in Massenhausen und der Wasserkunst in Landau verglichen.

„Wir sind der Meinung, dass da was passieren sollte“, sagte Schäfer. Das habe nichts mit den Ortsteilen oder der Kernstadt zu tun, der Magistrat soll sich über Einsparungen Gedanken machen.

Unverständnis rief das nicht nur bei den Ausschussmitgliedern hervor, sondern auch bei Bürgermeister Jürgen van der Horst. Die ganze Kulturlandschaft sei Bestandteil des Konsolidierungsprogrammes gewesen. Was auch durch den Verkauf des Schreiberschen Hauses deutlich wurde. Die sehr komplexe Museenlandschaft sei engmaschig mit Haupt- und Ehrenamtlichen vernetzt. Ausstellungen bedeuten zwar auch viel Aufwand, aber auch viele Zuschüsse. Er schlug vor, offen über die Grundstrukturen zu reden und niemanden gegeneinander auszuspielen. Zudem gebe es bei bestimmten Objekten auch Verpflichtungen seitens der Stadt, weil Fördergeld geflossen sei. „Wir können in ihrem Antrag nicht erkennen, was wir konkret einsparen sollen“, sagte der Bürgermeister.

Viel Prügel für einen Antrag zur Kürzung der Barock-Festspiele habe die SPD vor einigen Jahren erhalten, erklärte Eberhard Eckhardt, Fraktionschef der SPD. Damals sei das die richtige Entscheidung gewesen. „Ihren Antrag halte ich für überflüssig, aber es ist ja Tradition der OL, an Museen sparen zu wollen“, sagte Eckhardt. Es habe sich alles gut eingependelt. Nicht umsonst genieße Bad Arolsen den Ruf der Kulturhauptstadt des Landkreises. „Ihr Antrag ist ein Konfliktpunkt, den wir hier nicht brauchen. Ziehen Sie ihren Antrag zurück“, forderte Eckhardt.

Auch Gerd Frese, CDU, warnte vor diesem Konfliktpotential. „Sie spielen Ehrenamtliche gegen Hauptamtliche aus, davor kann ich nur warnen“, sagte Frese. Alles Kulturelle in der Barockstadt sei „schon auf Kante genäht“. Vermutlich habe die OL nur diese eine Zahl von 240 000 Euro gesehen. Das könne man so aber nicht betrachten. Frese war nicht der einzige, der der OL vorwarf, dass sie noch nicht einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht hätten. Auch die B90/Grünen monierten, dass nicht erkennbar sei, wo gespart werden solle. Die Bürgerliste findet die Frage der OL nach der Relation berechtigt.

Gerhard Schäfer, OL, räumte ein, dass er nicht genügend Fachmann sei um beurteilen zu können, wo eingespart werden solle. Ludger Brinkmann, SPD, war richtig sauer: „Mir wird nicht so richtig klar, auf welcher sachlichen Basis Sie diesen Antrag stellen.“ Er wollte den Antrag nicht zurückstellen lassen, sondern direkt dagegen stimmen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.