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Portraits des Biedermeier für Museum Bad Arolsen übergeben

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Von: Armin Haß

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Portraits der Eheleute Friedrich und Julie Varnhagen von dem Maler Friedrich Wilhelm Maul übergab der Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins, Günter Engemann,   als Dauerleihgabe an die Museumsleiterin Sandra Simshäuser. Foto: Armin Haß
Portraits der Eheleute Friedrich und Julie Varnhagen von dem Maler Friedrich Wilhelm Maul übergab der Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins, Günter Engemann, als Dauerleihgabe an die Museumsleiterin Sandra Simshäuser. Foto: Armin Haß © Armin Haß

Schöne Bescherung im Museum Bad Arolsen: Zwei Pastellgemälde des einstigen fürstlichen Hofmalers Friedrich Wilhelm Maul bekam das Museum Bad Arolsen als Dauerleihgabe des Waldeckischen Geschichtsvereins überreicht.

Bad Arolsen – Maul portraitierte die Eheleute Friedrich und Julie vermutlich um 1813. Diein dunkle Rahmen gefassten Pastellgemälde zeigen die Beiden in der Blüte ihres Lebens. Dr. Arnold Friedrich Christoph Varnhagen war seinerzeit zunächst „Erster Justiz- und Polizeibeamter in Rhoden“ und seit den 1820er Jahren als Rechtsanwalt in Arolsen tätig. Seine Ehefrau Juliane Frederike war die Tochter des Arolser Hofapothekers Krüger. Der Sohn des Paares, der Jurist Robert Varnhagen, gab um 1850 die Zeitung „Der Waldeck´sche Volksbote“ heraus.

Der Geschichtsverein hatte die Portraits der Eheleute Friedrich und Julie Varnhagen sowie einen weiteren Karton mit Schriftstücken und Fotografien von einem Nachkommen der Familie Varnhagen aus Düsseldorf übernommen und zunächst in der Geschäftsstelle im Dachgeschoss des Schreiberschen Hauses untergebracht.

Im gleichen Gebäude befindet sich die Abteilung für Stadtgeschichte des Museum Bad Arolsen, in dem bereits mehrere Portraitgemälde des ehemaligen Hofmalers F. W. Maul ihren Platz gefunden haben.

Nach der noch laufenden Sanierung könnten die neu hinzugekommenen Varnhagen-Portraits die Ausstellung ergänzen und bereichern. Der aus Lippstadt stammende Friedrich Wilhelm Maul (1780 - 1852) war als Wandermaler in das Fürstentum Waldeck gelangt. Zu Beginn des Jahres 1809 ernannte ihn Fürst Friedrich zu Waldeck und Pyrmont zum Hofmaler.

Im Folgenden fertigte Maul zahlreiche Portraits von Arolsern an, in erster Linie Mitglieder des Fürstenhauses und des wohlhabenden Bürgertums der Stadt. Vom Kind bis zum Senior reicht die Spannweite der Portraitierten.

Miniaturen aus Privatbesitz zeigen den Pfarrer und Geschichtsforscher Johann Theodor Ludwig Adolf Varnhagen im Scherenschnitt und einen weiteren Vertreter der Familie Varnhagen. Museumsleiterin Sandra Simshäuser zeigt die Dauerleihgaben.
Miniaturen aus Privatbesitz zeigen den Pfarrer und Geschichtsforscher Johann Theodor Ludwig Adolf Varnhagen im Scherenschnitt und einen weiteren Vertreter der Familie Varnhagen. Museumsleiterin Sandra Simshäuser zeigt die Dauerleihgaben. © Armin Haß

Zu der Dauerleihgabe, die Geschichtsvereinsvorsitzender Günter Engemann dem Museum Bad Arolsen übergeben hat, gehören außerdem eine Portraitminiatur in Pastell, ein Scherenschnitt und ein Ölbild, die allesamt Mitglieder aus der großen Familie Varnhagen zeigen.

Die Gemälde werden vorerst noch nicht öffentlich gezeigt werden können. Die Sanierung des seit 2018 wegen eines Wasserschadens geschlossenen Schreiberschen Hauses mit dem Museum wird sich noch bis in das nächste Jahr erstrecken.

Einen Eindruck von den Arbeiten des Portraitmalers Maul vermittelt ein reichhaltig illustriertes Buch, das die frühere Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, Stephanie Hahn und Ingeborg Moldenhauer verfassten und unter dem Titel „Friedrich Wilhelm Maul / Ein Portraitist des Biedermeier in Waldeck“ in der Reihe der Museumshefte Waldeck-Frankenberg als 19. Band 1999 erschien.

Exemplare dieses Museumsheftes gibt es sowohl im Christian Daniel Rauch-Museum Bad Arolsen und beim Waldeckischen Geschichtsverein. (Armin Haß)

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