1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Bad Arolsen

Raser in Bad Arolsen durch Mauer gebremst

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Schwere Sandsteine wurden beim Aufprall eines Pkw im Oktober gegen die Hauswand geschleudert. Die Reparatur der Schäden lässt noch auf sich warten. Rechts Hausbesitzer Guntram Rudorf.
Schwere Sandsteine wurden beim Aufprall eines Pkw im Oktober gegen die Hauswand geschleudert. Die Reparatur der Schäden lässt noch auf sich warten. Rechts Hausbesitzer Guntram Rudorf. © Armin Haß

Raser und Drifter gefährden Menschen auf und am Belgischen Platz in Bad Arolsen.

Bad Arolsen – Mit einem Schlag war Guntram Rudorf gegen 2 Uhr wach geworden. Ein Autofahrer war mit hohem Tempo vom Belgischen Platz über die Straße Am Hasenzaun gegen die Gartenmauer und zwei Pfosten gerast und durch zwei Sandsteinblöcke endlich gestoppt worden.

Putz fliegt von der Wand

Mehrere Blöcke waren gegen die verklinkerte Hauswand geschleudert worden, wovon drei Monate später noch ein Riss zeugt. Innen war im Wohnzimmer ein Stück vom Putz weggeflogen. Auch eine Begrenzung zum Nachbargrundstück war beschädigt worden. Der hochmotorisierte Kombi wurde von einem Sandstein gestoppt, „sonst wäre der noch ein paar Meter weiter in die Garage gerast“, stellt Hausbesitzer Guntram Rudorf fest.

Der Fahrer saß umgeben von lauter aufgeblähten Airbags im Auto. „Er wirkte auf mich nicht betrunken“, sagt Rudorf. Doch der junge Mann war, wie sich bei den Ermittlungen durch die Polizei herausstellte, alkoholisiert in den Wagen gestiegen und vom Belgischen Platz mit hohem Tempo ungebremst geradeaus gegen die Mauer gefahren.

Fahrer entschuldigt sich

Am frühen Morgen war er mit seiner Mutter zu Rudorf gekommen und hatte sich entschuldigt. Zu Weihnachten überreichten sie Rudorf einen Gutschein als Entschädigung für den Aufwand zur Schadensbeseitigung. Der Fahrer hatte gleich die Schuld eingeräumt.

Die Versicherung akzeptiert laut Rudorf die Notwendigkeit, die Mauer und den Teil der Wand zu erneuern, die durch den Aufprall beschädigt wurde. Die Kosten waren in zwei Angeboten mit 14 000 und 25 000 Euro beziffert worden.

Mauer bereits zweimal beschädigt

Wie teuer es wird, wird sich nach Auskunft des Hausbesitzers noch herausstellen, wenn erstmal die Klinker herausgeschnitten und dann ein Blick auf das eigentliche Ziegelstein-Mauerwerk nöglich wird. Rudorf hatte bereits 15 Jahre vorher eine Baufirma zur Schadensbeseitigung herbeiholen müssen.

Anfang Oktober 2007 war ein junger Mann mit einem Kleinwagen vom Belgischen Platz geradeaus in den Zaun gefahren. 3000 Euro hat die Reparatur damals gekostet, wie Rudorf berichtet.

Problemlösung schwierig

Die Sanierungsarbeiten an Gartenmauer und Haus und die Sorgen wegen weiterer Unfälle wären nicht nötig, wenn auf und neben dem Belgischen Platz das Rasen eingedämmt würde, ist sich Rudorf mit Nachbarn einig.

Seit einigen Jahren häufen sich Beschwerden über Lärmbelästigung durch Autofahrer auf dem Belgischen Platz, die städtischen Gremien und die Polizei befassten sich mit dem Ärgernis. Besonders durch das Driften, beim dem Autofahrer mit quietschenden Reifen Gummispuren auf dem Asphalt hinterlassen, sorgt für Ärger.

Platz für Drifter

Als eine Konsequenz bot der damalige Bürgermeister Jürgen van der Horst 2020 an, auf dem Gelände des Bioenergieparks einen ehemaligen Parkplatz für die Drifterszene freizugeben. Das Projekt war umstritten, über den Krach beschwerten sich Anwohner vom Königsberg.

Das Problem sei schwer zu lösen, räumt Bürgermeister Marko Lambion auf Nachfrage der WLZ ein. Die Polizei könne nicht ständig präsent sein. Eine Überwachung mit Kameras sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Anzeigen bei Polizei wichtig

Eine stärkere soziale Kontrolle sei wohl möglich durch die neue Nutzung des ehemaligen Mannschaftsgebäudes der Kaserne als Wohnhaus. Wichtig sei es aber auch, dass nicht nur Beschwerden vorgebracht würden, sondern auch Angaben zu Fahrzeugen und Fahrern gemacht würden.

Nach Auffassung von Guntram Rudorf wäre es sinnvoll, in die Zufahrtsstraße zwischen Belgischen Platz und Hasenzaun Schwellen einzubauen, durch die das Tempo der Fahrzeuge gebremst würde. Dadurch würde nicht nur der Bereich am Hasenzaun geschützt, sondern auch der Belgische Platz, auf dem nachts Menschen unterwegs seien.

Große Gefahr

„Wenn im vergangenen Oktober jemand vor meinem Haus auf dem Gehweg unterwegs gewesen wäre, hätte der den Aufprall nicht überlebt“, sagt Rudorf.  (Armin Haß)

Auch interessant

Kommentare