Votum für neuen Saal

Historisches Rathaus in Landau wird rundum erneuert

Blick über den Marktplatzkump af das alte Landauer Rathaus, das im Rahmen der Dorfentwicklung saniert werden soll. Links der aus den 1920-er Jahren stammende Saal, der abgebrochen werden soll.
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Blick über den Marktplatzkump af das alte Landauer Rathaus, das im Rahmen der Dorfentwicklung saniert werden soll. Links der aus den 1920-er Jahren stammende Saal, der abgebrochen werden soll.

Der Rahmen für die Runderneuerung des historischen Rathauses in Landau wurde abgesteckt.

Bad Arolsen-Landau – Der Ortsbeirat Landau hat eine Grundsatz-Empfehlung über die Sanierung des Rathauses abgegeben, der den Abriss des Saales und einen Neubau in Verbindung mit einem unterschiedlich nutzbaren Zwischentrakt vorsieht.

Das wollen die Landauer

Damit hat sich der Ortsbeirat am Dienstagabend für einen der drei Lösungsvorschläge in eben dem Saal ausgesprochen, der dann abgebrochen werden soll. Das aus dem Jahr 1924 stammende Gebäude sei zu groß und nur mit hohem Aufwand zu sanieren, zudem müsste das Niveau des Bodens mit hohem Aufwand angepasst werden, wurde erklärt.

Das Konzept, das nach den Worten von Bürgermeister Jürgen van der Horst und des Architekten Christof Kiefer (Büro Müntinga und Puy) noch keine Detailplanung darstellt, sieht die denkmalgerechte Sanierung des 1751 errichteten Rathauses vor. Das Gebäude soll dann als Stätte der Begegnung mit Bücherei im Erdgeschoss und voraussichtlich mit Vereinsräumen im inzwischen leer stehenden Obergeschoss hergerichtet werden.

Ohne Gaststätte

Eine Gaststätte will die Stadt nicht mehr einrichten. Der Magistrat habe bei der Sanierung des Bürgerhauses in Bad Arolsen auf die dort ursprünglich eingerichtete Gaststätte verzichtet, sagte der Rathauschef. In Landau gebe es ein ausreichendes gastronomisches Angebot.

Dem Rathaus wird sich anstelle des 1978 errichteten Zwischenbaus ein Multifunktionstrakt mit Foyer, Küchentrakt und Sanitäranlagen anschließen.

So geht es durchs Haus

Der Gebäudekomplex soll durch einen Aufzug ergänzt werden, der einen barrierefreien Zugang in alle Geschosse ermöglichen soll. Der neue Saalanbau soll sich längst der Heidestraße anschließen. Somit würde der große Platz am Rathaus erhalten bleiben und könnte ebenfalls neu gestaltet werden.

Der etwa 140 Quadratmeter große Saal würde eine mobile Bühne bekommen. Durch das Foyer oder einen Zeltanbau sollen auch größere Veranstaltungen ermöglicht werden.

Das sind Alternativen gewesen

Die erste Variante sieht eine Sanierung des bestehenden Saales vor. Beim zweiten Lösungsvorschlag würde der neue Saal im rechten Winkel zum Altbau verschwenkt neben dem Rathaus errichtet, wodurch der Platz verkleinert würde. Dies fand keine Zustimmung.

Alle Varianten gründen auf einer Bürgerbefragung und wurden in einer eigens gebildeten Arbeitsgruppe erörtert, wie Kiefer berichtete. Einschließlich der Dachräume bieten Rathaus und Saalanbau derzeit 1500 Quadratmeter Flächen, ohne den Dachbereich 750 Quadratmeter, so Kiefer. Benötigt würden aber nach der Befragung nur 650 Quadratmeter

Woher kommt das Geld?

Die Rathaussanierung werde als gesamtkommunales Projekt im Zuge der Dorfentwicklung in Angriff genommen, berichtete Bürgermeister van der Horst. Als förderfähig würden vom Land Kosten von 1,5 Millionen Euro anerkannt.

Daher müssten zur Deckung der Kosten Zuschüsse aus weiteren Förderprogrammen des Bundes und des Landes beantragt werden. Das bedeute eine Sanierung über mehrere Jahre und in verschiedenen Abschnitten, sagte van der Horst. Mit einem Zuschussbescheid rechne er in den nächsten Wochen.

Viel Überzeugungsarbeit

Die erste Ortsbegehung im Rathaus fand 2017 statt, als Bad Arolsen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wurde. Seither mussten auch viele Gespräche mit der Denkmalpflegebehörde geführt und die Finanzierungsmöglichkeiten geklärt werden.

Schließlich solle das Projekt mit laufender Bürgerbeteiligung entwickelt werden. Von den Bürgern in den Besucherreihen der Ortsbeiratssitzung erhoben sich gegen die favorisierte Variante keine gravierenden Einwände. (Armin Haß)

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