Rechter Rock in Arolser Halle? Band Unantastbar äußert sich zur Absage

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Die Band „Unantastbar“ (von links): Sänger Joachim „Joggl“ Bergmeister, Thomas „Tom“ Conrater (Gitarre), Mathias „Spitzi“ Speranza (Bass), Florian „Schkal“ Wieser (Drums) und Christian Heiss (Gitarre).  

Bad Arolsen. Die südtiroler Punkband „Unantastbar“ hat sich bei der Stadt Bad Arolsen vergeblich um die Anmietung der Twisteseehalle in Wetterburg bemüht. Fans der Band sind von der Absage enttäuscht.

Schlagzeuger Florian „Schkal“ Wieser und Manager Patrick Christ nehmen im Interview Stellung zu den Vorwürfen.

Offizieller Grund der Absage: Die städtischen Hallen würden grundsätzlich nicht für Rockkonzerte vermietet. Im Hintergrund gab es im Rathaus wohl Bedenken, weil Unantastbar angeblich der rechten Szene zugeschrieben werde. In einem Rundbrief sollen auch die übrigen Bürgermeister in Waldeck-Frankenberg vor „Unantastbar“ gewarnt worden sein.

Kommt es häufiger vor, dass - wie jetzt in Bad Arolsen - Hallen für Konzerte der Band nicht mehr zur Verfügung stehen? 

Christ: In der Vergangenheit sind schon mal Konzerte nicht ermöglicht worden, da haben verschiedene Faktoren mit hereingespielt. Oftmals waren es organisatorische Gründe. Dazu muss man wissen, die Band selbst kümmert sich gar nicht um die Hallen. Das machen die Veranstalter, auch in diesem Fall war so: Wir haben noch ein Anschlusskonzert gesucht auf dem Heimweg von Hamburg nach Südtirol, der Veranstalter hat zeitgleich fünf, sechs, sieben Hallen und auch Clubs in der Umgebung angefragt. Aus Bad Arolsen gab es eine Absage, jetzt spielt die Band am 8. April ganz in der Nähe, in Marsberg-Oesdorf in der Schützenhalle.

Wieser: Wir haben persönlich von der Absage zunächst gar nichts mitbekommen, über Facebook haben wir dann den Zeitungsartikel gelesen. Ich war schockiert, dass wir mit einer rechten Band in Verbindung gebracht wurden, deren Konzert in einem Ort in der Nähe wohl kurz vorher von der Polizei verhindert wurde. Wir spielen Touren und auch größere Konzerte in ganz Deutschland, in Österreich, Südtirol und in der Schweiz. Ich kann auch nicht sagen, dass es dabei schon einmal Probleme gegeben hat. Dass da die ganze Halle zerlegt wird, konnten wir bis jetzt nicht beobachten.

Als Argument gegen Unantastbar wird ja gern angeführt, das Frontman Joggl früher Schlagzeuger bei der Rechtsrock-Band Kaiserjäger war. 

Wieser: Es ist nun mal so, dass unser Sänger vor mehr als 15 Jahren in dieser kleinen Kaiserjäger-Band gespielt hat, er war damals keine 20 Jahre alt. Eine Jugendsünde, die vor vielen Jahren stattgefunden hat. Ich finde es aber extrem schade, dass man unsere Band darauf reduziert. Wir sind seit Jahren erfolgreich unterwegs, haben Spaß daran, Musik zu machen, Konzerte zu spielen und den Leuten etwas Positives mitzugeben - ein positives Lebensgefühl. Wir distanzieren uns von politischem Extremismus und das ist uns auch wichtig. Wir haben keine Lust auf irgendwelche extremen Geschichten, und unsere Band hat damit überhaupt nichts zu tun. Das sagen wir auch auf Konzerten. Wir haben uns als Freunde kennengelernt und hatten von Anfang an Mordsspaß daran, Musik zu machen.

Christ: Die Kritik war schon mal lauter vor einigen Jahren, im Fahrwasser der Diskussion über die Band „Frei.Wild“. Weil „Unantastbar“ im gleichen Label ist wie „Frei.Wild“ und aus der gleichen Stadt kommt, wurde die Band auch immer damit in Verbindung gebracht. Mittlerweile ist das eigentlich kein Thema mehr.

Das vollständige Interview mit der Band Unantastbar lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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