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Schenkung durch Angehörige fürs Museum Schreibersches Haus in Bad Arolsen

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Rückkehr in das Schreibersche Haus: Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel präsentiert einen Sekretär mit aufwendig gearbeiteten Einlegearbeiten und Beschlägen.
Rückkehr in das Schreibersche Haus: Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel präsentiert einen Sekretär mit aufwendig gearbeiteten Einlegearbeiten und Beschlägen. © Sandra Simshäuser

Wertvolles Mobiliar kehrt in eines der ältesten Häuser der Barockstadt zurück: das Museum Bad Arolsen freut sich über eine umfangreiche Schenkung für das Schreibersche Haus.

Bad Arolsen – Die Familie Schreiber war bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Arolsen ansässig, Nachkommen leben heute im süddeutschen Raum. Eine Reihe von Möbeln aus dem 19. Jahrhundert hat sich in der Familie erhalten.

Mit Ährengarbe und Sichel vergoldet: die Uhr mit der römischen Göttin Ceres gehört zu der Schenkung von Nachfahren der Familie Schreiber für das gleichnamige Haus.
Mit Ährengarbe und Sichel vergoldet: die Uhr mit der römischen Göttin Ceres gehört zu der Schenkung von Nachfahren der Familie Schreiber für das gleichnamige Haus. © Sandra Simshäuser

Alle Stücke sollen einst in der Beletage des Schreiberschen Hauses gestanden haben. Dorthin sind die Schreibsekretäre und Kommoden, Truhen sowie ein Tisch mit eingelassenem achtzackigen Stern und sechs Stühlen nun zurückgekehrt.

Dr. Birgit Kümmel zeigt sich erfreut über die hochwertig gearbeiteten Neuzugänge. Einen Kontakt zu den Schreiber-Nachfahren hatte die Leiterin des Museums Bad Arolsen bereits vor Jahren im Rahmen einer Ausstellung hergestellt.

Porzellan gehört ebenfalls zur Schenkung von Nachkommen der Familie Schreiber für das Museum an der Schlossstraße.
Porzellan gehört ebenfalls zur Schenkung von Nachkommen der Familie Schreiber für das Museum an der Schlossstraße. © Sandra Simshäuser

Im vergangenen Jahr sei dann die Anfrage eines Nachfahren gekommen, ob das Museum Interesse an historischen Möbeln aus der Arolser Dreiflügelanlage habe. Das Interesse war vorhanden: Birgit Kümmel fuhr nach Ulm und nahm die Stücke in Augenschein, die als Schenkung die seit langem unmöblierten Räumlichkeiten aufwerten sollen.

Eine aufwendig gearbeitete vergoldete Uhr mit der Göttin Ceres nebst Getreidegarben, eine Portraitminiatur, Meißner Porzellan und weitere Exponate sind mit den Möbelstücken in das Schreibersche Haus zurückgekehrt.

Nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten im Gebäude, die sich indes noch hinziehen dürften, soll das gesamte Mobiliar vor Ort in einer musealen Präsentation gezeigt werden. Das Schreibersche Haus Das 1717 erbaute Schreibersche Haus wird weitgehend museal genutzt, die Räumlichkeiten sind Teil des Museums Bad Arolsen. Erbauer des Hauses in der heutigen Schlossstraße war der Geheime Regierungsrat und spätere Regierungspräsident Otto Friedrich Schumacher.

Nach mehreren Eigentümerwechseln kaufte es um 1785 die fürstliche Rentkammer. In dieser Zeit wurden die beiden Seitenflügel um- und ausgebaut und die Wände der Salons nach Vorbildern aus der damals in Mode gekommenen Antike ausgestaltet. Auch der von klassizistischen Reliefschnitzereien Valentins geprägte Festsaal, heute als Konzert- und Trausaal genutzt, entstand zu dieser Zeit.

Seinen heutigen Namen verdankt das Haus dem Finanzrat Adolph Schreiber, der es um 1869 erwarb. Bis zu seinem Verkauf an die Stadt Bad Arolsen 1979 blieb das Anwesen im Besitz der Familie.

Das Haus wurde in den Achtzigerjahren umfassend saniert und als Museum erschlossen. Im Jahr 2013 sicherte der Erwerb des Hauses durch die Hannelore- und Heinz-Jürgen-Schäfer-Stiftung den weiteren Betrieb als Museum. Es ist wegen Bauschäden seit 2018 zu. (Sandra Simshäuser)

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