Bürgersolarpark Mengeringhausen

Sonnenstrom seit zehn Jahren von früherem Militärgelände in Mengeringhausen

Der Solarpark Mengeringhausen besteht zehn Jahre. Unser Bild entstand aus dem Anfangsjahr bei einem Tag der offenen Tür.
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Der Solarpark Mengeringhausen besteht zehn Jahre. Unser Bild entstand aus dem Anfangsjahr bei einem Tag der offenen Tür.

Seit zehn Jahren werden vom früheren Bundeswehrübungsplatz Mengeringhausen rund 9,5 Gigawattstunden Strom produziert.

Mengeringhausen – Vor zehn Jahren wurde der Bürgersolarpark auf dem Truppenübungsplatz am Mengeringhäuser Hagen in Betrieb genommen. Seitdem werden dort jedes Jahr rund 9,5 Gigawattstunden Strom produziert und in das Netz des regionalen Stromversorgers EWF eingespeist.

Das war früher

„Hier fuhren früher Panzer und mehr als 2000 Soldaten der Bundeswehr waren auf dem Hagen stationiert“, erzählt der Geschäftsführer des Bürgersolarparks, Markus Kälber. Er ist in Mengeringhausen geboren und aufgewachsen. „Mein Vater war lange Jahre in der Prinz Eugen Kaserne beschäftigt und kennt jeden Quadratmeter des Geländes.“

Nach dem Abzug des Militärs und Konversion zum Bioenergiepark Bad Arolsen begannen 2008 die konkreten Planungen für einen Solarpark auf der Freifläche des Truppenübungsplatzes.

So ging es los

Der erste Teil mit 261 nachgeführten „Solarbäumen“ wurde von der Firma „entrason“ erstellt und 2010 in Betrieb genommen. Kurze Zeit später wurde die Firma insolvent. In einem beispiellosen Verfahren haben sich die betroffenen Solaranlageneigner in dem Bürgersolarpark Mengeringhausen organisiert und den Solarpark ab 2011 selbst betrieben.

Ein Jahr später wurden die verbliebenen Freiflächen genutzt, um den Park zu erweitern. „Bei jährlich etwa 9,5 Gigawattstunden Einspeisung in das Netz der EWF kann man durchaus von einem großen Solarkraftwerk sprechen“, bringt Mit-Geschäftsführer Walter Knüppel aus. Im Spitzenjahr 2018 seien es sogar 10,7 Gigawatt gewesen. Das werde aber wohl die Ausnahme bleiben

Stromabnahme garantiert

Die Solarzellen wandeln Sonnenenergie in Gleichstrom um, der in leistungsstarken Wechselrichtern und Transformatoren umgeformt und in das Mittelspannungsnetz der EWF abgegeben wird.

Nach dem Erneuerbare Energiegesetz EEG ist eine Laufzeit mit Stromabnahme über 20 Jahre garantiert, von denen jetzt die Hälfte erreicht ist.

Verantwortung für Energiewende

„Wir sehen unsere Verantwortung für die Energiewende von Anfang an“, kommentiert der dritte Mit-Geschäftsführer Karl Heinz Wöhrle. „Auch zukünftig wollen wir regionalen Sonnenstrom produzieren. Langfristig optimal wäre ein regionaler Stromverbund, in den auch viele kleinere Solaranlagen einspeisen könnten.“

Zwischen den Solaranlagen halten Schafe das Gras auf dem Hagen kurz.

Für viele Eigentümer von Dachanlagen stelle sich in den kommenden Jahren die Frage nach der weiteren Nutzung ihres Solarstroms. Neben seiner Verwendung für die nachhaltige Stromerzeugung stellt das Solarparkgelände ein wahres Naturparadies dar. Die Magerrasenflächen werden von einer Schafherde beweidet, die ökologischen Blühflächen dienen mehr als zehn Bienenvölkern und Millionen von Insekten als Nahrung.

Biologische Vielfalt

Hasen, Rehe und wiederholt Wildschweine nutzen in der Dämmerung die Wiesen, haben sie doch in den benachbarten Wäldern Deckung. In den ehemaligen Panzermulden befinden sich ganzjährig Feuchtgebiete, die eine besondere Flora und Fauna haben.

Die 220 Solaranlagenbesitzer stammen überwiegend aus der Region. Die Solarpark-Gesellschaft wird weitgehend ehrenamtlich und mit effektiv gehaltener Struktur geführt.

Neben der Geschäftsführung werden die Anliegen der Eigentümer durch einen Beirat vertreten. „Insgesamt konnten wir durch gemeinsames Engagement und Solidarität glimpflich aus der Insolvenz herauskommen“, resümiert Beiratsvorsitzender Gerd Frese. red

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