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Teilhabe an Bildung durch Digitalisierung an der Karl-Preising-Schule Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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Der CDU-Landtagsabgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann (3. von links) bekommt von einem Schüler der Karl-Preising-Schule des Bathildisheims Bad Arolsen einen Einblick in die Nutzung digitaler Kommunikations- und Lernhilfen. Von links: Bürgermeister Marko Lambion und Schulleiter Michael Börner mit Angehörigen des Schulkollegiums.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann (3. von links) bekommt von einem Schüler der Karl-Preising-Schule des Bathildisheims Bad Arolsen einen Einblick in die Nutzung digitaler Kommunikations- und Lernhilfen. Von links: Bürgermeister Marko Lambion und Schulleiter Michael Börner mit Angehörigen des Schulkollegiums. © Armin Haß

Die digitale Teilhabe ist beim Bathildisheim ein wichtiges Ziel, wie Vorstand Dr. Christian Geyer beim Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Jan-Wilhelm Pohlmann erklärte.

Bad Arolsen – Wie dies an der Karl-Preising-Schule (KPS) mit rund 490 Schülern umgesetzt wird, erklärte Rektor Michael Börner. Digitalisierung dürfe an den Schulen nicht vorbeigehen, in denen Jungen und Mädchen bis körperlichen und geisigen Behinderungen, mit psychozialen und emotionalen Beeinträchtigungen Unterricht in unterschiedlichen Formen bis hin zum Realabschluss bekommen.

Moderne Mittel und Methoden

Der Einsatz moderner Bildungsmittel in der digitalen Vernetzung bedeutet nicht, dass Lehrer weniger gefragt sind oder ersetzt werden sollen - das Gegenteil ist bei der Förderung der Inklusion zumindest gefordert.

Das vernetzte Klassenzimmer sieht elektronische Tafeln vor, auf denen keine Kreide mehr zum Einsatz vor, die Software, die das Lernen unterstützt, individuelle Hilfen, wie etwa Talker, die Informationen akustisch wiedergibt.

So läuft Kooperation

Stichworte wie Bluebots, Lego-Challenge oder Kestner-Gebärden-CDs beschreiben das Arsenal der bereitstehenden Mittel und Möglichkeiten, um Barrieren für das Lernen zu senken und auch die Teilnahme am Unterricht mit Gleichaltrigen ohne Beeinträchtigungen zu fördern.

Die Preising-Schule kooperiert seit Jahren mit der Grundschule Neuer Garten, wo sechs Kinder am Regelunterricht teilnehmen. In der Zusammenarbeit mit der Kaulbach-Schule-Schule kommen 25 Kinder von der Preising-Schule mit Gleichaltrigen ohne speziellen Förderbedarf zusammen.

„Leuchtturm“ bei Integration

„Leuchtturm“, so Dr. Christian Geyer, sei die Kooperation mit der Nikolaus-Hilgermann-Schule, bei der alle Klassen gemeinsamen Unterricht mit Schülern der KPS durchlaufen. Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen werden in den Lerngruppen individuell betreut, so Geyer.

Der sogenannte Digitalpakt von Bund und Ländern sei „ein großer Motor“ für die Entwicklung an der KPS, so ihr Leiter Michael Börner. Smarte Technologie, Vernetzung und digitale Kommunikation hätten in der Corona-Pandemie einen besonderen Schub bekommen.

Strukturen selbst aufbauen

Ein Kollege, der selbst auf den Rollstuhl angewiesen sei, könne vom PC aus Service für die Sicherstellung der bisher geschaffenen Angebote leisten. Baulich und technisch bedeutet die derzeit laufende Sanierung am Standort Bathildisstraße, für die Klassen in Containerbauten ausgelagert wurden, eine zusätzliche Herausforderung.

Für die Digitalisierung gelte es, „die Einstellung zum Unterricht neu zu denken“, so Börner. Alle vom Kollegium seien gefragt, den Prozess voranzubringen, denn Lösungen „vom Reißbrett“ gebe es nicht.

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Die Digitalisierung werde unter der Regie einer Steuerungsgruppe vorangebracht. Ein vor zwei Jahren geschaffener Fachbereich für Digitalisierung am Bathildisheim soll vorrangig die Entwicklung an der KPS unterstützen, so Dr. Geyer.

Angst, etwas falsch zu machen, sei auch ein Thema in dem Kollegium mit 140 Lehrerinnen und Lehrern, wie der für den Bereich IT zuständige Kollege Mario Hammerschmidt erklärte.

Ausprobieren

Vieles müsse ausprobiert werden. Nicht alles sei sinnvoll für die Schüler der KPS, was angeboten werde. Dabei gehe es auch um einen wirtschaftlichen und verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen, so Hammerschmidt. .

WLAN- und LAN-Vernetzung sind unerlässlich. Alle Schüler bekommen i-Pads oder Notebooks geliehen, auf stationäre PCs werde verzichtet, Software stelle der Schulträger.

Nachholbedarf

MdL Pohlmann räumte ein, dass der Anschluss über Glasfaserleitungen und der Handy-Empfang weiterhin Baustellen in Waldeck-Frankenberg seien.

Die Digitalisierung, so wurde in dem Gespräch deutlich, ist ein Mittel auf dem Weg zur Teilhabe. Der Betreuungsbedarf für die Kinder und Jugendlichen muss zudem angepasst werden: Zunehmend kommen Kinder mit psychaitrischen Diagnosen, emotional-sozialen Beeinrträchtigung und einer Traumatisiierung, speziell bei Migranten, wie Geyer und Börner berichten.

Vielfalt wichtig

Bürgermeister Marko Lambion hob das vielfältige schulische Angebot in Bad Arolsen hervor. Dies sei für ein Mittelzentrum wie Bad Ariolsen wichtig. Der Rathauschef nahm zusammen mit Vertretern der CDU-Fraktion und des Vorstands des Stadtverbands unter Vorsitz von Markus Simon an dem Gespräch teil. (Armin Haß)

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