Spurensuche für Fernsehdokumentation

TV-Star Hans Kesting aus den Niederlanden erkundet familiäre Wurzeln in Mengeringhausen

Auf den Spuren seiner Vorfahren in Mengeringhausen: der bekannte niederländische Schauspieler und Moderator Hans Kesting (2. von rechts) mit seinem entfernten Verwandten Rolf Kesting aus Twiste (rechts) sowie, von links, Wolfgang Rest und Ursula Jütte vom Museumsverein und Stadtarchivar Christian Meuser.
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Auf den Spuren seiner Vorfahren in Mengeringhausen: der bekannte niederländische Schauspieler und Moderator Hans Kesting (2. von rechts) mit seinem entfernten Verwandten Rolf Kesting aus Twiste (rechts) sowie, von links, Wolfgang Rest und Ursula Jütte vom Museumsverein und Stadtarchivar Christian Meuser.

In den Niederlanden ist Hans Kesting ein Theater- und TV-Star. Kaum bekannt sind seine deutschen Wurzeln, die er für eine beliebte TV-Serie in Mengeringhausen mithilfe von Lokalhistorikern erkundete.

Arolsen-Mengeringhausen – Bei den ersten Nachforschungen in den Niederlanden stieß das Team erstmals auf die Fachwerkstadt im Waldecker Land, von der Kesting noch nichts gehört hatte.

Überraschende Ergebnisse

Gerade ein Tag blieb dem niederländischen Team dort für die Recherchen und die Filmaufnahmen. Dabei verging die Zeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart wie im Zeitraffer.

Schuhmacher oder Bäcker - die bis 1530 zurückverfolgbaren Ur-Kestings aus der Fachwerkstadt hatten handfeste Berufe ergriffen. Der Gründer des niederländischen Zweigs der Familie Kesting war Johann Friedrich Philipp Kesting. Er entstammte einer unehelichen Liaison zwischen dem 19-jährigen Friedrich Wilhelm Kesting und der gleichaltrigen, aus einer großen Bäckerfamilie stammenden Maria Friederike Philippine Giere.

Empfehlung für Heirat

Am 11. November 1825 wurde der Junge in der evangelischen Kirche getauft, vermutlich wenige Tage nach der Geburt. Alle diese Unterlagen und den Taufstein konnten die niederländischen Besucher durch Unterstützung des Pfarrers Uwe Jahnke ebenfalls einsehen.

Später heiratete die Mutter den Bäcker Himmelmann, und bei dem erlernte der junge Kesting das Handwerk. Nach der Lehre ging er als Bäckergeselle auf Wanderschaft und wurde in Amsterdam sesshaft. Er ehelichte eine Niederländerin, deren evangelische Familie im 17. Jahrhundert in der Folge der Gegenreformation aus Frankreich nach Rotterdam geflohen war.

Auf Wanderschaft in Niederlande

All dies erkundete Hans Kesting in Archiven in seiner Heimatstadt Rotterdam, wo er am 6. Oktober 1960 das Licht der Welt erblickte, und in Amsterdam, wo er erstmals auf Informationen über die nach Mengeringhausen reichenden Wurzeln der Kestings stieß. Bei dem Zentrum für Familienforschung liegen nämlich erstaunlicherweise das Wanderbuch des Urvaters und ein in Mengeringhausen beurkundetes Empfehlungsschreiben seiner Mutter für die geplante Hochzeit mit der niederländischen Frau.

Für den Schauspieler war dann klar, dass die Recherchen auch nach Deutschland führen müssten. Mit dem Stadtarchivar Christian Kesting, der Vorsitzenden des Museumsvereins, Ursula Jütte, und ihren Vorstandskollegen Wolfgang Rest fand das Team um Kesting dann auch hilfsbereite und kundige Menschen, die weitere Archive öffneten und genauere Informationen über die Ursprünge seiner Familie im Waldecker Land zugänglich machten.

Unerwarteter Gast

Neben dem Geburtshaus des Ur-Kestings und der St. Georg-Kirche gehörte das Rathaus mit seinem Archiv zum Programm bei dem eintägigen Aufenthalt in Mengeringhausen. Eine Überraschung war es für den Schauspieler Kesting, dass das Geburtshaus heute vom Statt-Theater für Vorstellungen genutzt wird.

Auf dem Tisch im Sitzungssaal des historischen Rathauses wurden Kopien von Urkunden und Bilder ausgebreitet, die sich für den künftigen Fernsehbeitrag gut machen dürften. Schließlich lernte Hans Kesting als Überraschungsgast den aus der weit verzweigten Kesting-Familie stammenden Metzgermeister Rolf Kesting aus Twiste kennen.

Beliebte Fernsehserie

Fünf Tage ist Kesting mit dem Fernsehteam in den Niederlanden und für die Recherchen in Mengeringhausen unterwegs gewesen. Unter dem Titel „Verborgene Vergangenheit“ („Verborgen verleden“) wird bereits in der 15. Staffel das Familienleben von bekannten Niederländern fürs Fernsehpublikum ausgebreitet.

Von Politikern, Künstlern, Musikern oder Schauspielern werden die bisher unbekannten biographischen Wurzeln erforscht. Die frühere Königin Beatrix war nicht dabei, viele Niederländer kennen ihre deutschen Wurzeln, die von der Heirat des niederländischen Königs Willem III. mit Prinzessin Emma aus dem Arolser Schloss im 19. Jahrhundert herrühren.

Sendung für März geplant

Mit Hans Kesting wird in der im Februar beginnenden neuen Staffel ab Februar ein profilierter Theater--, Film- und Fernsehschauspieler die Gelegenheit bekommen, seine verborgene Geschichte zu erzählen. Der Beitrag über ihn wird voraussichtlich Ende März ausgestrahlt.

Über 100 Folgen wurden inzwischen gebracht. Für die jeweils 40 Minuten umfassenden Sendung arbeitet das Produktionsteam mit dem Zentralbüro für Genealogie (Centrum voor familiegeschiednis, CBG) eng zusammen. Ausgestrahlt werden die Folgen der Dokumentarserie vom Sender NPO 2. Vorbild ist die englische Serie „Who Do You Think We Are?“.

Einladung zum Freischießen

Mit einem alten Stich von Mengeringhausen, dem Buch zur 750-Jahr-Feier von Mengeringhausen sowie der Festschrift zum Freischießen 2014 und der Einladung zum Heimatfest im Juli wurde Hans Kesting verabschiedet. (Armin Haß )

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