Windenergie im fürstlichen Wald: Standorte werden geprüft

Windenergieprojekt in Helsen vorgestellt: Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung zu geplanten Windenergieanlagen im fürstlichen Wald rund um Helsen. Fotos:   Saure

Helsen. Nicht nur sechs, sondern bis zu 20 Windkraftanlagen sollen auf einer 1000 Hektar großen Fläche im fürstlichen Wald gebaut werden.

Gemeinsam mit zwei neuen Vorhaben im Offenland nahe Helsen wurden die Pläne der verschiedenen Investoren und Planer einem Publikum von rund 100 Interessierten in der Bürgerhalle vorgestellt.

Nur fünf Anlagen der zehn bis 20 geplanten im fürstlichen Wald stehen laut Ekkehard Darge in einem Vorbescheidsverfahren, was laut des Planers des Windkraftunternehmens wpd aber nicht heißt, dass auch nur fünf Anlagen vom Typ Vestas V126 mit 3,3 Megawatt Leistung realisiert werden sollen. Darge, der für wpd als Marktführer mit 1200 Mitarbeitern bereits einige Anlagen im Waldecker Land realisiert hat, informierte die teils besorgten, teils interessierten Bürger darüber, dass sich die fünf Anlagen derzeit in der Prüfung luftfahrtrechtlicher Belange befänden. Noch gelte es, viele Schutzgüter zu prüfen.

Positiv gegenüber einer Bürgerbeteiligung stehen sowohl die Fürstliche Hauptverwaltung als auch die VEW als eine Schwester der EWF, die eine Anlage auf einem Grundstück der Domanialverwaltung plant. Die Beteiligungen sollen laut Stefan Kieweg (VEW) vorranging in der Region bleiben. Ob sie mit einer Genossenschaft oder einer Gmbh & Co. KG oder mit Sparbriefen realisiert werden, steht derzeit bei keiner der Anlagen fest.

Für die Anlage der VEW und die von der Projektentwicklung Helsen GbR, beide vom Typ Vestas V 122 mit einer Nabenhöhe von 140 Meter, sprach Brigitte Langenberg vom Büro für Stadt- und Landschaftsplanung aus Kassel. Wenn auch knapp, halten beide Anlagen den Minimalabstand von 1000 Meter zu bebautem Gebiet ein, auch die als Baugebiet angedachte Fläche wurde bereits mit bedacht. Für diese Anlagen liegt das BImSch-Verfahren (Bundes-Immissionsschutz) derzeit beim Regierungspräsidium in Kassel.

Von verschiedenen Bürgern geforderte Simulationen für alle geplanten Anlagen liegen derzeit noch nicht vor, da der Investor erst Gewissheit nach dem Vorbescheidsverfahren erhalten möchte. Eine Bezeichnung als „Totengräber Waldecks“ von Jörg Vogel an Ekkehard Darge verbot sich nicht nur dieser, sondern auch Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Diskutiert wurden außerdem Methoden, wie Flugzeugtransponder sowie aktive und passive Radarsysteme, die das nächtliche Blinken der Anlagen überflüssig machen würden.

Gegenstand der Diskussion, an der sich nicht nur die Ortsbeiräte der betroffenen Ortsteile, sondern auch viele anwesende Stadtverordnete rege beteiligten, waren außerdem die Pachtgelder, die Investoren an Grundstückseigentümer zahlen, Schall und Schattenwurf sowie das Problem der beiden Raumordnungsverfahren aus Nordrhein-Westfalen und Hessen, die im Grenzgebiet schnell zu einer „Umzingelung“ von Windkraftanlagen in einigen Orten führen können.

Von Heike Saure

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