Nur die Grünen melden Bedenken an:

Bad Arolsen will beim Grenztrail mit dabei sein: Attraktion für Mountainbiker

 Mountain-Biker  abseits von befestigten Radwegen unterwegs.
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So könnte es einmal auf dem Grenztrail aussehen: Mountain-Biker Gerd Frese abseits von befestigten Wander- oder Radwegen unterwegs.

Mit großer Mehrheit hat das Stadtparlament bei seiner letzten Sitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode den Beitritt der Stadt Bad Arolsen zum Zweckverband Grenztrail Waldeck-Frankenberg beschlossen.

Bad Arolsen - Damit verbunden sind 40 Jahre andauernde Zahlungsverpflichtungen für Abschreibung und Unterhalt der noch zu schaffenden Mountainbike-Strecke quer durch den Landkreis. Insgesamt müssen der Landkreis und 13 beteiligten Kommunen jedes Jahr rund eine Million Euro aufbringen. Bad Arolsen ist ab dem Jahr 2025 mit jährlich 35.575 Euro beteiligt.

In den Haushaltsjahren 2020 und 2021 überweist die Stadt Bad Arolsen insgesamt 53.074 Euro anteilige Planungskosten für das Projekt. Diese Beträge erschienen den Grünen-Stadtverordneten im Stadtparlament als zu hohe Zahlungsverpflichtungen, die zudem noch für ein fragwürdiges Projekt ausgegeben würden.

Grüne: Geld besser in Alltags-Radwege investieren

Grünen-Sprecher Dr. Ulrich von Nathusius brachte seine Kritik so auf den Punkt: „Für uns ist der Nutzen dieser Mountain-Bike-Strecke nicht ersichtlich. Als touristischer Mittelpunkt sei offenbar Willingen eingeplant.

Auf jeden Fall aber seien die kalkulieren 1,4 Millionen Euro städtischer Anteil als zu teuer. Dieses Geld sei besser in ein Alltagswegenetz investiert, so Dr. von Nathusius.

Querfeldein-Fahrten werden so beendet

Dagegen argumentierte CDU-Sprecher Gerd Frese: „Ich bin im Herzen bei den Grünen.“ Auch er sei für zusätzliche Radwege. Beim Grenztrail aber gehe es um ein Projekt zur Tourismusförderung. Die schiere Größe des geplanten Parks sei das beste Werbeargument.

Ähnlich auch die Sicht von SPD-Sprecher Ludger Brinkmann. Sorgen vor einer zusätzlichen Zerstörung der Wälder habe er nicht. Das Gegenteil sei der Fall, weil die angelegten Pfade das wilde Querfeldein-Rasen vermeiden würden. Zur Finanzierung stellte Brinkmann fest: Wenn wir uns nicht beteiligen würden, müssten wir über die Kreisumlage auch unseren Anteil zahlen, würden aber bei der Streckenführung nicht berücksichtigt.

Wünsche zur Streckenführung

Aus Sicht der Freien Wähler stellte Thorsten Reuter fest: „Man darf Biker und Radfahrer nicht miteinander vermischen.“ Auch Radfahrer und Wanderer würden sich gegenseitig stören. Deshalb sei der Grenztrail eine gute Sache.

Elmar Kottenstede von der Offenen Liste erklärte, er sei zwar ein Befürworter des Grenztrails, habe aber Bedenken wegen der Streckenführung. Der Grenztrail gehöre nicht oberhalb des Twistesees, sondern nach Kohlgrund und Schmillinghausen.

Zur geplanten Streckenführung meldete auch der CDU-Stadtverordnete Uwe Gottmann Bedenken an: Die Bürger von Braunsen seien nicht gefragt worden, ob ihnen die Streckenführung gefalle. Es sei aber klug, die Ortsbeiräte und Ortslandwirte einzubinden, um die Akzeptanz zu erhöhen.

Bürgermeister: Tourismus-Effekt nicht unterschätzen

Das bestätigte auch Bürgermeister Jürgen van der Horst: „Wir stehen am Anfang des Planungsprozesses.“ Die Beteiligung der Bürger sei noch vorgesehen. Und den Nutzen für Bad Arolsen dürfe man nicht unterschätzen, schließlich bewege sich Bad Arolsen je nach Lesart an Platz 3 oder 4 der Waldeck-Frankenberger Tourismusstädte. Das Landauer Hotel wolle den Grenztrail in seine Werbung mit einbeziehen und im Übrigen würden auch Tagesgäste Umsatz bei den Nordwaldecker Gastronomiebetrieben lassen.

Am Ende stimmten 27 Stadtverordnete für die Beteiligung am Grenztrail. Drei stimmten dagegen. Es gab eine Enthaltung. (Elmar Schulten)

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