Firma Alu-Tec produziert unter anderem Bauteile für Beatmungsgeräte

Bad Arolser Familienunternehmen hat den Aluminiumguss perfektioniert

Ein Mann steht hinter einem Berg von Aluminium Gussteilen.
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Die Firma Alu-Tec von Armin Gruhs beschäftigt rund 50 Mitarbeiter im Gewerbegebiet Mengeringhäuser Feld. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Bauteilen aus Aluminiumguss spezialisiert. Dazu gehören die Träger für Leuchtreklame ebenso wie Drehkreuzfüße für Bürostühle oder Fahrgestelle für Beatmungsgeräte.

Maßgeschneiderte Aluminium-Gussteile aus dem Mengeringhäuser Feld werden als Fahrgestelle für Beatmungsgeräte in Krankenhäuser in ganz Europa eingesetzt.

Bad Arolsen - Das berichtet nicht ohne Stolz Armin Gruhs, der Gründer und Geschäftsführer der Firma WVG Alu-Tec GmbH, die vor fünf Jahren von Breuna nach Arolsen übersiedelte. Damals hatte das Unternehmen noch rund 25 Mitarbeiter, überwiegend Zerspanungsmechaniker und Gießereimechaniker. Inzwischen hat sich die Zahl fast verdoppelt. Hinzugekommen sind neben Gießereiexperten auch Industriekaufleute und Produktdesigner.

Die rasante Entwicklung des mittelständischen Familienunternehmens wurde möglich durch viele pfiffige Ideen, mit denen immer neue interessante Aufträge ins Haus geholt werden.

Lichtwerbung für Brauereien und Gaststätten

Die Aluminium-Gießer von AluTec fertigen Bauteile für den ICE, Drehkreuzfüße für hochwertige Sitzmöbel, Gehäuse für Leuchtreklamen aller Art und viele auf den ersten unscheinbare, auf den den zweiten Blick aber zentrale Bauteile für technische Anlagen aller Art.

Als Antwort auf die starke Nachfrage nach Corona-Schutzeinrichtungen an Kundenschaltern und ähnlichen Anwendungen hat Alu-Tec zusammen mit einem Anbieter für Lichtwerbung Halterungen für Plexiglaswände produziert, in die beleuchtete Firmenlogos eingearbeitet sind.

Aluklebetechnik im Flugzeugbau erprobt

Neu entwickelt werden aktuell Rahmen für Hilfsgeräte in der Pflege: „Das wird einer der größten Aufträge in unserer Firmengeschichte“, schwärmt Gruhs ohne zuviel über das neue Produkt zu verraten. Der Kunde setze auf hohe Abnahmemengen in den kommenden Jahren. Dafür aber müsse eine Menge Entwicklungsarbeit geleistet werden. Alleine 24 unterschiedliche Gießwerkzeuge für 48 verschiedene Gussteile mussten konstruiert werden. Außerdem werden zwei Profile zu 15 verschiedenen Profilteilen geformt.

Alles wird mit einer neuerartigen Technik miteinander verklebt, nicht verschweißt. Die Aluminium-Klebetechnik ist im Flugzeugbau bewährt. Sie liefert schönere, störungsfreie Oberflächen, die dann nur noch pulverbeschichtet werden müssen. Am Ende liefert AluTec fertige Baugruppen aus. Aktuell läuft eine Testphase in engem Kontakt mit einem Kleberhersteller.

Gussimulation am Computer spart Entwicklungskosten

Bisher lag das Know-how des Unternehmens im einfachen Kokillenguss. Doch das ist einfache Technik, die auch in Billiglohnländern beherrscht wird. Deshalb haben Armin Gruhs und sein Sohn Aaron schon früh auf Innovation gesetzt.

Sie arbeiten mit neuen, selbsthärtenden Legierungen, mit den sich auch schwierige Aufgaben lösen lassen. Ganz neu ist dabei die Gusssimulation am Computer. Auf diese Weise wird teurer Ausschuss vermieden. Außerdem setzt das Unternehmen auf Robotertechnik.

Großinvestition soll CO2-Emissionen verringbern

Im neuen Jahr will Gruhs rund 1,5 Millionen Euro investieren und hofft dabei auf Unterstützung aus europäischen Förderprogramm. Unter anderem soll eine Photovoltaikanlage auf dem Firmendach dabei helfen, die CO2-Emissionen um 400.000 Kilogramm pro Jahr zu vermindern.

Die Anlage soll helfen, einen Großteil der rund eine Million Kilowattstunden jährlichen Strombedarfn selber zu decken. Außerdem soll ein weiterer CNC-Roboter angeschafft werden. (Elmar Schulten)

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