Bundesligist Bad Wildungen erreicht Handball-Pokal-Viertelfinale

36:28 - Nach Anfangsproblemen hatten die Vipers in Ketsch alles im Griff

Handballerin beim Torwurf 
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Nur schwer zu bremsen: Jana Scheib erzielte sieben Treffer gegen Ketsch und sie war mit Marieke Blase, die erfolgreiches Werferin der Vipers.

Ketsch – Die Vipers stehen im Viertelfinale des DHB-Pokals. Die Wildunger Handballerinnen nahmen die Hürde beim Zweitligisten Kurpfalz Bären aus Ketsch und gewannen 36:28 (17:15).

„Wir waren keine acht Tore schlechter als Wildungen“, sagte die Bären-Trainerin Franziska Steil direkt nach dem Spiel. Damit lag sie nicht falsch, denn es dauerte eine Weile bis der Erstligist aus Wildungen auf Betriebstemperatur kam, denn ihm fehlte anfangs das Zupacken in der Abwehr und der Zweitligist brachte vor allem in der Anfangsviertelstunde mehr Tempo ins Spiel.

Dieser Schnelligkeitsvorteil zeigte sich in der Offensive gegen eine recht behäbig verteidigende Wildunger 6-0-Formation. Und auch im Angriff brauchten die Badestädterinnen eine halbe Halbzeit um die Spielzüge geduldiger auszuspielen.

In der Anfangsphase zu passiv

Nachdem Munia Smits zweimal hintereinander mit einem überhasteten Wurf deutlich das Tor verfehlt hatte, nahm Trainerin Tessa Bremmer beim Spielstand von 6:8 eine Auszeit, die sich auszahlen sollte. „Wie waren in der Anfangsphase zu passiv und wurden zu oft überlaufen“, sagte Bremmer. Sie stellte ihr Team auf eine 4-2-Abwehr um und plötzlich lief der Vipers-Motor besser, die Wildungerinnen bekamen einen besserem Zugriff in der Defensive und hatten nun auch mehr Zug zum Tor. Außerdem brachten sie den Gegner mit dieser taktischen Variante ein ums andere Mal in Abschlussschwierigkeiten und letztendlich in Zeitnot.

Die Vipers drehten nun binnen zwei Minuten den Zwei-Tore-Rückstand in einen 10:9-Vorsprung, nachdem Nationalspielerin Annika Ingenpaß zweimal schön am Kreis angespielt wurde und sie den Ball im Bären-Tor unterbrachte.

Zudem hielt die kurz zuvor eingewechselte Torfrau Manuel Brütsch in dieser wichtigen Phase noch einen Siebenmeter. Und immer wenn der Beobachter dachte, jetzt setzt sich der Erstligist ab, machte er wieder unnötige Fehler, die den Zeitligisten wieder heranbrachten.

Mit zwei Toren Vorsprung in die Halbzeit

Dennoch nahmen die Vipers-Spielerinnen einen Zwei-Tore-Vorsprung mit in die Kabine. Dort hörten sie von ihrer Trainerin, dass sie in der zweiten Halbzeit die Angriffsaktionen der Bären früher unterbrechen müssten und vorn im Angriff mehr den Tempogegenstoß suchen sollten.

Diese Worte setzten die Spielerinnen nun auch besser um. Sie gaben sofort den Ton an und gaben ihn auch nicht mehr aus der Hand.

An der 5-1-Abwehr kamen die Bärinnen nun nicht mehr so einfach vorbei. Allerdings bescheinigte Bremmer ihrer Hintermannschaft, dass 28 Gegentore gegen einen Zweitligisten zu viele seien.

Mit der Angriffsleistung ihrer Mannschaft war die Trainerin hingegen zufrieden. „Wir hatten ein gutes Tempo und haben auch sehr variabel gespielt.“

Blase und Scheib beste Vipers-Werferinnen

Die Viper war von dem Bären nun nicht mehr zu fassen. Binnen fünf Minuten bauten sie den Vorsprung auf vier Tore aus und Mitte der zweiten Halbzeit stand es bereits 27:21 für die Wildungerinnen, bei denen Jana Scheib und Marieke Blase mit jeweils sieben Toren am besten trafen. Blase zeigte sich auch am Siebenmeterpunkt nervenstark und verwandelte alle fünf Freiwürfe. Bei den Gastgeberinnen war Cara Reuthal mit zehn Toren die beste Werferin.

So nahmen die Vipers der Schlussviertelstunde die Spannung, denn nun wurde immer deutlicher, wer der Erstligist und wer der Zweitligist in dieser Begegnung war. Sie bauten den Vorsprung aus. Und in der Schlussphase schien einzig und allein nur noch Vannesa Plümer ein ehrgeiziges Ziel zu haben. Sie war innerhalb von wenige Minuten mit guten Würfen von der Rechtsaußenposition an der hervorragend reagierenden Kurpfalz-Torfrau Katarina Longo gescheitert. Aber als ihr fast mit der Schlusssirene doch noch das Tor gelang, waren wohl alle Wildunger Bedürfnisse gestillt.

Jetzt sind die Vipers nur noch ein Spiel vom Final-4-Finale in Stuttgart entfernt. Ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten das wäre doch eine feine Sache für das Viertelfinale Ende Januar. „Ich hätte nichts dagegen“, sagte Bremmer. (rsm)

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