FDP lehnt Überlegungen von SPD und CDU für Parkplatz Brunnenallee 1 ab

Aldi in die Bad Wildunger Innenstadt?

Parkplatz Brunnenallee 1: Die innerstädtische Parkplatzfläche ist als Standort für einen Discounter im Gespräch. Ein Supermakt mit ebenerdigen Stellpätzen wäre dort vermutlich aber nur durch Hinzunahme benachbarter Flächen möglich. Foto:  Schade

Bad Wildungen. Die FDP in Bad Wildungen läuft Sturm gegen Überlegungen von SPD und CDU, den Discounter Aldi von der Itzel zurück in die Innenstadt zu locken und dafür den Parkplatz Brunnenallee 1 zu opfern.

Dieser Parkplatz sei ein wichtiger Faktor und Anlaufpunkt für auswärtige Gäste, so FDP-Stadtverordneter Jörg Schäfer. Rund 300 Gäste treffen nach seinen Angaben dort pro Tag mit Bussen ein. „Ein Wegfall des Parkplatzes wäre eine Katastrophe“, sagte Schäfer. Denn viele Busunternehmen, das habe eine Rücksprache ergeben, würden dann Bad Wildungen als Tagesziel nicht mehr ansteuern.

Auch die Toilettenanlage des Platzes hält er für elementar wichtig – für Gäste und Busfahrer. Deshalb habe der Planungsausschuss noch im Frühjahr die Verwaltung beauftragt, Pläne für eine Modernisierung zu erarbeiten. Nun aber, so Schäfer, habe sich die neu gefundene große Koalition aus SPD und CDU entschieden, sich nicht mehr damit zu befassen. Schäfer: „Ich halte das für ein Unding.“

Der Discounter Aldi, der eigentlich am Bahnhof seinen Markt vergrößern will, solle nach Auffassung einiger Protagonisten mit Verweigerung einer Baugenehmigung gezwungen werden, dieses Angebot anzunehmen, meint die FDP. Und die „Groko“ sei dazu bereits an einen Projektentwickler herangetreten. „Man kann ja über die Ansiedlung eines Lebensmittelhandels oder Vollsortimenters im Innenstadtbereich diskutieren, aber nicht an dieser Stelle“, erklärte der FDP-Ortsvorsitzende Theo Charalampidis.

Gemeinsamer Antrag

SPD-Fraktionschef Walter Mombrei verwies darauf, dass sich Aldi auch in anderen Städten wie zum Beispiel Bebra wieder in Innenstädte zurückziehe. Die SPD habe Kontakt mit einem für Aldi tätigen Projektentwickler aus Bad Hersfeld aufgenommen, der sich in der Badestadt einmal umgesehen habe. Und diese Überlegungen habe die SPD in zwei Gesprächen mit der CDU erläutert. Mombrei: „Wir wollen keine Erweiterung von Aldi am Bahnhof und sollten einen gemeinsamen Antrag formulieren. Das werden wir in den nächsten Tagen mit der CDU besprechen.“

Auch der CDU ist der große Parkplatz Brunnenallee „nicht unbedingt heilig“, wie Fraktionsvorsitzender Oliver Syring sagte. Einen weiteren Lebensmittler in der Innenstadt anzusiedeln, sei erklärter Wille der Politik. „Es muss ja nicht unbedingt Aldi sein, aber wenn die Chance einer Umsiedelung von Aldi besteht, sollte dies geprüft werden.“

Die Grünen als Koalitionspartner der SPD sind eingeweiht, haben aber an den Gesprächen nicht teilgenommen. „Wir brauchen eine Belebung in der Innenstadt, Aldi könnte ein Frequenzbringer sein“, meinte Fraktionschef Klaus Stützle. Sollte das Unternehmen zur Umsiedelung bereit sein, „fänden wir das gut.“

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