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Aufruf an die Bürger: Ehrenamtlich gärtnern für Bad Wildungen

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Von: Matthias Schuldt

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Wer aus Bad Wildungen möchte ehrenamtlich die Patenschaft für den „geschmacklichen Garten“ oder einen anderen Teil des Gartenschaugeländes und das „Patenkind“ künftig hegen und pflegen? Der Magistrat soll das Modell bewerben und möglichst viele Interessierte in der Stadt finden.
Wer aus Bad Wildungen möchte ehrenamtlich die Patenschaft für den „geschmacklichen Garten“ oder einen anderen Teil des Gartenschaugeländes und das „Patenkind“ künftig hegen und pflegen? Der Magistrat soll das Modell bewerben und möglichst viele Interessierte in der Stadt finden. © Matthias Schuldt

Wer in Bad Wildungen ist bereit, ehrenamtlich Flächen im Landesgartenschaugelände zu bepflanzen, zu hegen und zu pflegen in Form einer Patenschaft?

Bad Wildungen – Die Stadtverordneten beauftragten mit großer Mehrheit den Magistrat, öffentlich und mit großer Werbewirkung nach interessierten Bürgerinnen und Bürgern mit dem sprichwörtlichen grünen Daumen zu suchen. Das Parlament hatte diesen Auftrag bereits im Sommer 2021 erteilt. In der jüngsten Parlamentssitzung legte der Magistrat jedoch ein Ergebnis vor, das den meisten Abgeordneten missfiel. Denn die Stadtverwaltung und der Bauhof lehnen solche Patenschaften ab. Zu schlecht seien die Erfahrungen mit ähnlichen Aktionen. So hätten sich auf den Aufruf, Baumscheiben zu bepflanzen, nur fünf Interessierte gemeldet, berichtete der Bürgermeister. Eine städtische Verschenk-Aktion von Tüten mit Blumen- und Kräutersamen zum Ausbringen auf privaten Flächen sei ebenfalls verpufft. Die Baumpflanzaktion unterhalb des Quellentunnels münde darin, dass die Stadtgärtnerei diese Bäume pflegen und gießen müsse. Privatengagement führe letztlich zu höherem Aufwand für die Stadtgärtnerei.

„Mangelndes Interesse liegt nicht an den Bürgern, sondern an zu geringer Werbung seitens der Stadt“, zeigte sich Regina Preysing (Linke) überzeugt. „Wir müssen den Bürgern etwas zutrauen“, verlangte Alina Rehor (Freie Wähler). Klaus Stützle (Grüne) verwies dagegen auf die verschiedenen Geschmäcker der Menschen. Was, wenn der eine einen Schottergarten im Gartenschaugelände anlege und der nächste Wildkräuter frei sprießen lasse?, fragte er.

Der Magistrat brachte weitere, rein praktische Contra-Argumente. So gebe es im Gartenschaugelände weder die Möglichkeit, Wasser für Gießkannen zu zapfen noch eine Gelegenheit, Grünabfall von den privat gepflegten Flächen zu entsorgen. Er plädierte vielmehr dafür, wie zur Landesgartenschau Gartenbaubetrieben die Gratis-Pflege anzubieten, damit die Unternehmen im Gegenzug Werbung für sich machen könnten. Die Parlamentsmehrheit entschied anders. Der Magistrat muss auf Suche nach Patinnen und Paten gehen. (Matthias Schuldt)

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