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Bad Wildungen: Neue Bauplätze oder Flächenvorrat für Industrie?

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Von: Matthias Schuldt

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Die Fläche in Wega rechts im Bild wartet seit rund zwei Jahrzehnten auf ein großes Gewerbe- oder Industrieunternehmen, doch es gab bislang keine Anfragen. Darum schlägt der Magistrat in Abstimmung mit dem Ortsbeirat vor, dort Bauplätze einzurichten. Doch der Planungsausschuss konnte sich darauf nicht einigen.
Die Fläche in Wega rechts im Bild wartet seit rund zwei Jahrzehnten auf ein großes Gewerbe- oder Industrieunternehmen, doch es gab bislang keine Anfragen. Darum schlägt der Magistrat in Abstimmung mit dem Ortsbeirat vor, dort Bauplätze einzurichten. Doch der Planungsausschuss konnte sich darauf nicht einigen. © Matthias Schuldt

Um neue Bauplätze für die Wildunger Stadtteile Mandern und Wega ging es im Planungsausschuss. In Bezug auf Wega gibt´s Probleme.

Bad Wildungen – Während der Ausschuss einmütig den Vorschlägen des Magistrats für Mandern zustimmte, blockierten sich Befürworter und Gegner für Wega in einem Stimmenpatt von vier zu vier. Zehn neue Bauplätze sollen entstehen unter dem Titel „Neue Aussicht II“ oberhalb der Straße „Zum Scherengraben“ am südlichen Ortsrand von Mandern. „Ein Eigentümer ist bereit, der Stadt dort eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern zu verkaufen“, berichtete Robert Hilligus vom Stadtbauamt. Mit zusätzlichen Grünflächen, die Teil der Planung werden, will die Stadt in dem Neubaugebiet gegen Folgen von Hochwassern vorsorgen. Das Wasser soll die Möglichkeit haben, sich auf der Grünfläche zu verteilen. Es sei nicht einfach gewesen, ein Areal für neues Bauland zu finden, denn „die Landwirtschaft ist in Mandern zum Glück noch sehr aktiv und die Höfe haben eine Rechtsanspruch darauf, dass wir 120 Meter Abstand zu ihnen wahren“, erläuterte Stadtplaner Hilligus.

Anders als für Mandern, fand sich für vergleichbare Pläne des Magistrates in Wega keine Mehrheit. Nach Absprache auch mit dem dortigen Ortsbeirat schlug der Magistrat ein Areal am östlichen Ortsrand „Am Straßenacker“ vor. Rund zwölf Bauplätze zu je 700 Quadratmetern Größe ließen sich dort einrichten, erläuterte Hilligus. Hubert Schwarz (CDU) lehnte diese Idee ab: „Das ist das letzte große, ebene Grundstück, das der Stadt Bad Wildungen noch für die mögliche Ansiedlung eines großen Gewerbe- oder eines Industriebetriebes zur Verfügung steht. Wir sollten es weiter zu diesem Zweck vorhalten.“

Seit rund 20 Jahren kein Interesse aus der Wirtschaft am Gelände in Wega

Seit zwei Jahrzehnten wartet das Gelände auf solche Interessenten. Doch es habe keine Anfrage gegeben; ein Versuch sei gescheitert, einen Betrieb dort zu etablieren, antwortete Robert Hilligus auf Nachfrage von Rainer Paulus (SPD). „Wir wissen aber nicht, was in zehn oder 15 Jahren ist“, meinte Schwarz. Marc Vaupel (CDU) schlug vor, Wega lieber südlich der Bundesstraße an der Ostlandsiedlung zu erweitern. „Der Ortsbeirat möchte die Dorfmitte stärken, nicht die Peripherie“, sagte Hilligus dazu. Der Ortsbeirat müsse mit seinen Wünschen im Zweifel aber hinter dem Gesamtwohl der Stadt zurückstehen, entgegnete Vaupel. Der Abgeordnete wollte wissen, ob neue Bauplätze an der Ostlandsiedlung möglich seien. Ein Vorhaben könne dort mit den Interessen der Landwirtschaft kollidieren, informierte Hilligus: „Wegen der fruchtbaren Böden und wegen der Abstandsregeln.“

Die vier Abgeordneten von SPD, FDP und Grünen im Ausschuss stimmten vor diesem Hintergrund für neue Bauplätze „Am Straßengraben“. Die vier Abgeordneten von CDU und Freien Wählern stimmten dagegen, so dass es vorerst keine Entscheidung für Wega gibt. (Matthias Schuldt)

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