Machbarkeitsstudie zu spektakulärem, teurem Projekt

Baumwipfelpfad zwischen Bad Wildunger Altstadt und Schneewittchen-Schloss

Bildanimation eines Baumwipfelpfades zwischen Bad Wildunger Altstadt und Altwildunger Schloss Friedrichstein
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Faszinierende Idee: Wie der Baumwipfelpfad anmuten und verschiedene Perspektiven auf Bad Wildungen und Umgebung eröffnen könnte, stellte ein Fachbüro im Planungsausschuss vor.

Eine spektakuläre Idee: ein rund 800 Meter langer Baumwipfelpfad, der die Bad Wildunger Altstadt mit dem Marstall am Schneewittchen-Schloss Friedrichstein verbinden würde.

Bad Wildungen – Die Machbarkeitsstudie dazu präsentierte Felix Jakubczyk vom Landschaftsarchitekturbüro Greenbox aus Köln im Wildunger Planungsausschuss. Aber ist so ein Projekt für Bad Wildungen tatsächlich machbar? Der Ausschuss ließ das Konzept erst einmal auf sich wirken, doch das nötige Investitionsvolumen von 11 bis 12 Millionen Euro stelle realistischerweise eine gewaltige Hürde für das Wahrwerden der Vision dar, hieß es im Umfeld des Gremiums.

Ursprünglich waren die geschätzten Kosten mit 2 bis 3 Millionen Euro weitaus niedriger ausgefallen, doch Bodenuntersuchungen des Schlossberges des Schneewittchen-Schlosses Friedrichstein in Bad Wildungen lieferten ein ernüchterndes Ergebnis. Die Stellen, an denen die Pfähle im Grund verankert werden müssten, erwiesen sich als weit weniger massiv denn geglaubt angesichts der Masse des Schlossbaus, den die Anhöhe seit Jahrhunderten trägt. Offenbar bestehen aber weite Teile des Berges aus loserem Material. „Vielleicht wurde es damals einfach dorthin geschüttet, nachdem man es zuvor zum Beispiel für die Anlage der Trassen abgetragen hatte“, vermutet Stadtplaner Robert Hilligus. Die Folgen für das Projekt eines Baumwipfelpfades zum Bad Wildungen Schneewittchen-Schloss Friedrichstein von heute bestehen darin, dass die Stützen drei Meter tief in die Erde gegründet werden müssten.

Verbindung zwischen Wildunger Altstadt und Schneewittchen-Schloss Friedrichstein früher schon diskutiert

Die Idee, eine direkte Verbindung zwischen der Bad Wildunger Altstadt und dem Schneewittchen-Schloss Friedrichstein zu schaffen, wird seit einigen Jahren in der Stadtpolitik diskutiert. Aus gutem Grund. „In Gesprächen im Februar zeigten sich auch die Museumslandschaften Hessen Kassel angetan von der Idee“, berichtet Hilligus.

So ein Steg würde dem Scheewittchen-Schloss Friedrichstein weit mehr Besucherinnen und Besucher als bisher zuführen, mit vielen möglichen positiven Folgen für Schlossgastronomie und -museum. Er wäre ein weiteres dickes Plus für die touristische Vermarktung durch die Stadt, die gerne auf die verblüffenden Parallelen zwischen dem Leben der früheren Schlossbewohnerin und Grafentochter Margaretha von Waldeck und der Märchenfigur des Schneewittchen der Brüder Grimm verweist.

Bad Wildunger Baumwipfelpfad als innerstädtische Verbindung wäre in Deutschland einzigartig

„Ein Baumwipfelpfad als Verbindung zwischen zwei Anziehungspunkten einer Stadt wäre in Deutschland einzigartig“, erklärt Felix Jakubczyk auf Nachfrage. Aus dem Ausschuss heraus kam angesichts der Investitionssumme für den Steg die Nachfrage nach einer zuvor schon diskutierten Seilbahn als Alternative. Sie wird Gegenstand des Abschlussberichts werden, kündigte Jakubczyk an. Allerdings träten bei einer Seilbahn wegen der größeren Stützen die Probleme beim Gründen erst recht auf. „Wir hätten es außerdem mit höheren Folgekosten zu tun, auch, weil eine Seilbahn Personal erfordern würde“, ergänzt Hilligus.

Die Möglichkeiten einer Förderung seien ebenfalls erkundet worden. Mittel aus Töpfen für innerstädtischen Verkehr seien eher nicht zu erwarten, da der Steg ein reiner Fußweg und zudem nicht auf den Alltagsverkehr ausgerichtet sei. Zuschüsse aus Tourismus-Förderprogrammen seien zwar denkbar, „aber Bad Wildungen ist in diesem Punkt ja gerade mit dem neuen Heloponte am Zug“, fügt Hilligus hinzu. Ein Baumwipfelpfad zwischen dem Schneewittchen-Schloss Friedrichstein und der Bad Wildunger Altstadt wäre darum wohl eher ein auf längere Sicht anzupeilendes Ziel. (Matthias Schuldt)

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