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Handel mit Cannabis: Ehemaliger Bad Wildunger zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Ein 41-Jähriger aus dem Landkreis Kassel muss sich wegen Drogenhandel im Internet vor Gericht verantworten.
Ein 37 Jahre alter Mann, der in Bad Wildungen gelebt hat, musste sich für schwunghaften Drogenhandel vor Gericht verantworten. © panthermedia.net / Christoph Halang

Ein 37 Jahre alter ehemaliger Bad Wildunger musste sich wegen Drogenhandels vor dem Amtsgericht in Fritzlar verantworten.

Bad Wildungen/Fritzlar – Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichtes Fritzlar musste sich 37-jähriger Mann verantworten, den die Staatsanwaltschaft Kassel wegen gewerbsmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge“ angeklagt hatte. Das Urteil: Ein Jahr und neun Monate Haft, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Knapp 9000 Euro bei Rauschgiftgeschäften eingenommen

Der Mann muss die Kosten des Verfahrens tragen und sich drei Jahre lang an die Anweisungen eines Bewährungshelfers halten. Das Urteil ist rechtskräftig – Staatsanwaltschaft und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel. Der Anklage zufolge hatte der Beschuldigte im Jahr 2020 in Waldeck-Frankenberg „einen schwunghaften Handel mit Cannabis und Haschisch betrieben“. Er lebte damals in Bad Wildungen und soll mit diversen Abnehmern über soziale Medien kommuniziert haben. Jeweils zwischen zwei und 80 Gramm Marihuana beziehungsweise Haschisch hatte er an Kunden veräußert.

Alles in allem waren es, wie die Beweisaufnahme ergab, 1036 Gramm, die Einnahmen betrugen 8941 Euro. Während der Verhandlung kam der Staatsanwalt auf insgesamt 99 Einzeltaten, der Verteidiger auf 97.

„Ich hatte massive Heroin- und Kokain-Probleme“

„Die Vorwürfe treffen zu, es stimmt alles, es abzustreiten wäre Irrsinn“, sagte der Angeklagte gleich zum Auftakt des Prozesses. Das führte dazu, dass zehn Zeugen – darunter auch Polizeibeamte – nicht vernommen werden mussten.

„Ich hatte massive Heroin- und Kokain-Probleme“, gab der 37-Jährige zu. Er habe sich freiwillig Entgiftungen und Therapien in mehreren Einrichtungen unterzogen. Er lebe jetzt in geordneten Verhältnissen bei seiner Lebensgefährtin in Nordrhein-Westfalen, komme mit deren drei Kindern „gut zurecht“ und habe einen festen Arbeitsplatz. „Jetzt herrscht Ruhe.“

Langes Vorstrafenregister

Das alles wertete das Gericht als positiv, zumal der Beschuldigte bereits zehnmal vorbestraft ist – unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hausfriedensbruchs, Diebstahls, Bedrohung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und unerlaubten Führens einer Schusswaffe. „Es kitzelt Sie noch in den Fingern?“, fragte nach dem Verlesen des Vorstrafenregisters eine Schöffin. Der Angeklagte: „Ich würde lügen, wenn ich sage nein.“

Man müsse ihm zu Gute halten, dass er sich „voll umfänglich eingelassen“ habe, sagte der Staatsanwalt. Es sei kein minderschwerer Fall. Der Beschuldigte habe Reue und Einsicht gezeigt, sei mittlerweile drogenfrei, führe ein geregeltes Leben „und hat sich positiv entwickelt“. Der Staatsanwalt beantragte für drei Jahre einen Bewährungshelfer sowie das Einziehen der 8941 Euro, die er aus den Rauschgiftgeschäften erlöst hatte.

Richterin: Therapie-Erfolg schützt vor Gefängnis

Sein Verteidiger beantragte eine einjährige Bewährungsstrafe. Sein Mandant habe einen harten, aber erfolgreichen Weg eingeschlagen. Der Angeklagte in seinem so genannten letzten Wort: „Ich bin froh darüber, dass alles rausgekommen ist, sonst würde ich nicht mehr leben.“

Bei der Urteilsbegründung betonte Richterin Corinna Eichler, der 37-Jährige habe „ein wertvolles Geständnis“ abgelegt und führe nun ein geregeltes Leben. Der Therapie-Erfolg schütze ihn vor dem Gefängnis. (Manfred Schaake)

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