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Bad Wildungen: Neuer Thriller von Krimiautor Lukas Erler

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Von: Cornelia Höhne

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Die besten Ideen bei der Zeitungslektüre: Lukas Erler schreibt seit 2010 Krimis. Sein aktueller Band dreht sich um den weltweiten Raubkunsthandel.
Die besten Ideen bei der Zeitungslektüre: Lukas Erler schreibt seit 2010 Krimis. Sein aktueller Band dreht sich um den weltweiten Raubkunsthandel. © Erler/pr

Der Bad Wildunger Krimiautor Lukas Erler hat einen neuen Thriller veröffentlicht. Titel: „Das letzte Grab.“

Bad Wildungen – Krimis und Politthriller sind seine Spezialität, acht Bücher hat Lukas Erler seit 2010 veröffentlicht. Druckfrisch liegt ein neuer Roman des Bad Wildunger Schriftstellers vor. Unter dem Titel „Das letzte Grab“ erzählt der 69-jährige Autor von Kunstschmuggel, Mord und einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel – Kostproben daraus liest der Krimiautor am Sonntag beim Bad Wildunger Weihnachtsmarkt. - Der Autor erzählt im Interview über seine Arbeit und die Leidenschaft zur Schriftstellerei:

Herr Erler, der Stoff für Ihren Abenteuerroman ist der globale Raubkunsthandel. Mit was für einer Geschichte fesseln Sie Ihre Leser?

Erler: Im Mittelpunkt der Handlung steht die Frankfurter Strafverteidigerin Carla Winter, die unversehens hineingezogen wird in einen sehr speziellen Zweig des organisierten Verbrechens, der sich zu einem Millionengeschäft entwickelt hat: Es geht um illegale Raubgrabungen sowie den Schmuggel und Handel mit antiken Kulturgütern.

Was macht die Handlung so spannend?

Erler: Ich denke, zum einen ist es die Protagonistin: Sie ist eine Frau in den mittleren Jahren mit einem Faible für alten Cognac und hier und da junge Liebhaber, die sich sehr effektiv ihrer Haut zu wehren weiß. Und natürlich finde ich das Thema spannend, weil es genau die brisante Mischung aus Geschäft, Verbrechen und Politik darstellt, die mich als Autor interessiert.

Haben Sie inzwischen als Krimiautor „Blut geleckt“ - ist das Ihr bevorzugter Stil?

Erler: Das kann man so sagen. Alle meine Bücher waren Krimis. Mein „bevorzugter Stil“ besteht vielleicht darin, dass mich die Psychopathologie geisteskranker Serienmörder nicht interessiert. Ich bin der Meinung, dass die wirklich monströsen Verbrechen immer noch wegen des Profits begangen werden.

Bei welchen Gelegenheiten fallen Ihnen die besten Ideen für Ihre Geschichten ein – etwa beim Kochen oder beim Tatort im Fernsehen?

Erler: Viele Ideen kommen mir bei der Zeitungslektüre, auf Spaziergängen und tatsächlich auch beim Kochen. Vom „Tatort“ habe ich mich schon vor vielen Jahren verabschiedet.

Wie gehen Sie ein neues Buch an – ist die Handlung im Kopf schon zementiert, wenn Sie mit dem Schreiben beginnen?

Erler: Ich verwende relativ viel Zeit auf das Exposé, an das ich mich dann auch halte. Allerdings entwickeln manche Romanfiguren während des Schreibprozesses ein gewisses Eigenleben, das ich ihnen gerne zugestehe. Manche drängeln sich regelrecht in den Vordergrund.

Was ist für Sie die größte Herausforderung?

Erler: Das ist sicher individuell sehr unterschiedlich. Für mich persönlich ist es der Moment, in dem es gelingt, den Leser „über die Linie“, also in die Geschichte hineinzuziehen und ihn ab da nicht mehr aus den Fingern zu lassen.

...und was ist der schönste Erfolg?

Erler: Es ist nicht einfach, ein singuläres Ereignis zu benennen. Ich schreibe seit zehn Jahren Bücher, die nicht nur gedruckt, gekauft, sondern auch gelesen werden, was ich als schönen Erfolg betrachte. Besonders gefreut habe ich mich allerdings, als mein Jugendthriller zum Thema „Fracking“ im Wirtschaftsteil der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ besprochen wurde.

Wie lange braucht es von der Idee bis zum druckfrischen Krimi?

Erler: Ich schreibe vergleichsweise langsam und brauche zwölf bis 18 Monate für ein Buch.

Ist schon ein neues Buch in Arbeit?

Ja, geplant ist eine Fortsetzung von „Das letzte Grab“, die im nächsten Herbst erscheinen soll.

Lukas Erler ist eine fiktive Person – warum schreiben Sie unter diesem Pseudonym und nicht unter Ihrem richtigen Namen?

Erler: Ich hatte keine Wahl. Mein erster Verlag fand den Namen, der in meinem Pass stand, zu lang und zu sperrig und bestand auf einem anderen Autorennamen. Ich war nicht begeistert, aber die Programmchefin sagte: „Jetzt regen Sie sich ab. Bob Dylan heißt ja auch nicht Bob Dylan.“ Der schmeichelhafte Vergleich hat mich dann einlenken lassen.

Was wünschen Sie sich für Ihre weitere schriftstellerische Tätigkeit?

Ich würde gerne gesund genug bleiben, um noch eine Weile weiterzumachen.

Zur Person: Lukas Erler

Lukas Erler, Jahrgang 1953, studierte Soziologie, Philosophie und Sozialgeschichte und absolvierte eine Ausbildung zum Logopäden. Er arbeitete als Soziologe in der Stadtentwicklungsplanung und als Logopäde drei Jahrzehnte in der neurologischen Rehabilitation. Der Schriftsteller lebt mit seiner Familie in Bad Wildungen.

Der Schriftsteller hat unter seinem Pseudonym Lukas Erler mehrere Abenteuerbücher herausgebracht. Sein Debütroman „Ölspur“ erschien im Jahr 2010. Die Handlung dreht sich um den Tod einer Journalistin, die einem Umweltskandal auf der Spur war. 2011 folgte der Band „Mörderische Fracht“. Die „Bilanz des Todes“ rundete 2013 Erlers erste Krimi-Triologie ab.

Krimibuchautor liest am Sonntag beim Bad Wildunger Weihnachtsmarkt

Weitere Krimis brachte der Autor in den nächsten Jahren heraus: Auge um Auge (2016), „Der blinde Samurai“ (2019) sowie die Jugendbücher „Brennendes Wasser“ (2014) und „Side Effect“ (2019) . Alle Bücher sind im Buchhandel erhältlich.

Am Sonntag, 11. Dezember, liest der Krimibuchautor im Rahmen des Wildunger Weihnachtsmarkts um 15 Uhr im Stadtmuseum, Lindenstraße 9, aus seinem neuen Roman „Das letzte Grab“. Er ist im Tropen Verlag erschienen und kostet 17 Euro. Der Eintritt zur Lesung ist frei. (Cornelia Höhne)

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