Deutliche Entlastung durch das Scharnier in Bad Wildungen

Begegnungszone in der Innenstadt: Früher fuhren dort 10 829 Autos, jetzt sind es nur noch 3205 am Tag. Foto:  Schade

Bad Wildungen. Nach vierjähriger Bauzeit hat die Stadt im vergangenen Jahr das rund 6,7 Millionen Euro teure Projekt „Umbau Stadtring und Scharniergestaltung mit Begegnungszone“ abgeschlossen.

„Die Entscheidung war mutig, aber wir haben das Ziel erreicht, das erhoffte Ergebnis wurde deutlich übertroffen“, stellte Verkehrsplaner Andreas Schmitz am Dienstag im Planungsausschuss fest.

Schmitz hat den Umbau von Beginn an begleitet und die Verkehrs- und Fußgängerströme 2011 und 2014 gemessen. Sein Fazit: Die Verkehrsbelastung hat deutlich abgenommen, in der Begegnungszone um 70,4 Prozent. In Zahlen: Die Gesamtzahl der Fahrzeuge in der Begegnungszone (Breiter Hagen bis Eselspfad) sank an einem Messtag zwischen 6 und 21 Uhr von 10 829 (2011) auf jetzt 3205.

Auch das Tempo der Autos in der Begegnungszone hat sich deutlich verringert. Schmitz: „Wir haben eine Reduzierung von 44,5 Prozent erreicht. Die Geschwindigkeit liegt mit 21,2 km/h nur knapp über den zulässigen 20 km/h.“

Deutlich verbessert hat sich die Situation für Fußgänger durch den Zebrastreifen statt Ampel am Breiten Hagen, die Begegnungszone und den Querungsbereich am Eselspfad. „Die Achse Altstadt/Kurviertel ist für den Fußgängerverkehr verkehr deutlich gestärkt worden“, so Schmitz. Der Planer registrierte ein Plus von 20 Prozent - wenngleich die Zahl der Fußgänger auf der Südseite um 14 Prozent abgenommen hat.

Auch die Überquerungen in diesem Bereich sind sehr sicher. Am Eselspfad halten sich 85 Prozent der Autofahrer an das Vorrangrecht für Fußgänger. Der Planer weiter: „Der hohe Anteil von Linienbussen bei den Regelverstößen ließe sich durch eine gezielte Ansprache der Busfahrer sicherlich reduzieren.“

Die Geschäftsleute bewerten den Umbau positiv: „Mehr Fußgänger, mehr Laufkundschaft.“ Allerdings bemängeln sie eine Verschlechterung bei den Parkplätzen, was der Planer nicht ganz nachvollziehen kann. Als eine Art „Stilbruch“ empfindet dieser zudem die parkenden Autos in der Begegnungszone. „Eigentlich sind in diesen Zonen keine parkenden Autos vorgesehen, Die Sichtbeziehungen werden eingeschränkt.“ Konflikte hat er bisher aber nicht bemerkt.

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