Ausblick auf Wandertag in Fellbach

Deutscher Wandertag in Bad Wildungen endet mit Wimpelzeremonie

Besondere Liebesgeschichte auf dem Deutschen Wandertag: Angelika Meyer und Hans-Jürgen Mittmann.
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Besondere Liebesgeschichte auf dem Deutschen Wandertag: Angelika Meyer und Hans-Jürgen Mittmann.

Bei sonnigem Wetter und – in Anbetracht der Umstände – regem Publikumsinteresse ging am Sonntag der 120. Deutsche Wandertag in Bad Wildungen zu Ende. Im Fokus: die Wimpelübergaben.

  • Der Deutsche Wandertag 2021 in Bad Wildungen ist am Sonntag mit der Wimpelzeremonie zu Ende gegangen
  • Die Wandervereine drückten ihre Hoffnung auf eine Rückkehr zum gewohnten Vereinsleben aus
  • Der Deutsche Wandertag 2022 findet in Fellbach statt

Ab ins Trainingslager, heißt es für den Bad Wildunger Bürgermeister Ralf Gutheil. Er zeigte am Sonntag beim Schlussakt des 120. Deutschen Wandertages Respekt vor der Aufgabe, der er sich nächstes Jahr zu stellen hat: den Wandertags-Wimpelbaum im Kreise des neu gegründeten Wildunger Wandervereins über 400 Kilometer auf Schusters Rappen sicher nach Fellbach zu bringen. „Ich traue mich kaum, das zu sagen“, meinte Gutheil augenzwinkernd. Fellbach bei Stuttgart richtet den 121. Deutschen Wandertag aus.

„Der Wimpelbaum ist so etwas wie die olympische Fackel des Deutschen Wandertages“, erläuterte der Präsident des Deutschen Wanderverbandes Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß. Gutheil und seine Bad Wildunger Begleiterschaft würden auf ihrem Weg viele Menschen kennenlernen „und die Vielfalt unserer Heimat.“

Hoffnung bei deutschen Wandervereinen auf Rückkehr zu normalem Vereinsleben

Einen deutlich kürzeren Anreiseweg verzeichneten die Abordnungen aus Schmallenberg und Winterberg. Die beiden sauerländischen Kommunen hatten 2019 den Deutschen Wandertag zu Gast. Ihre Delegationen legten nun in drei Etappen die 63 Kilometer mit dem Wimpelbaum nach Bad Wildungen zurück. Spontan kündigten Vertreter unter dem Beifall des Publikums an, die Wildunger im nächsten Jahr auf deren Wimpel-Mission zu begleiten.

Stolz und Freude: Hubert Thorwirth, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, mit dem Wandertags-Wimpelbaum.

Mit Ralf Gutheil zusammen nahm Hubert Thorwirth, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, den Wimpelbaum entgegen als mitausrichtender Verein für Bad Wildungen. „Denken wir positiv, denn es geht endlich weiter“, drückte er im Namen der Wandergemeinschaft die Hoffnung aus, dass die schlimmsten Zeiten der Pandemie hinter dem Vereinsleben liegen.

Wimpel des Deutschen Wandertages 2021 in Bad Wildungen übergeben

Zum Abschluss stellten sich die Abordnungen der Vereine unter den Linden des südlichen Kurpark-Weges auf. Dort überreichte ihnen das Präsidium des Wanderverbandes die Wimpel des Deutschen Wandertages 2021 in Bad Wildungen. Denn ein solches Souvenir nehmen die Vereine von jedem Deutschen Wandertag mit nach Hause.

Mit stimmungsvollen Musik-Momenten aus dem Festakt wurden die Wanderer verabschiedet. Das Wildunger Kurorchester stellte sein Können und die Vielfalt seines Repertoires eindrucksvoll vor. Besondere Freude bereitete dem Publikum außerdem der Auftritt eines fünfköpfigen Kinderchores aus dem Edertal im Altersspektrum zwischen vier und zehn Jahren. Unter Leitung von Nicole Brüninghaus sang das junge Quintett aus Leibeskräften auf der Bühne das offizielle Kinderlied des Deutschen Wanderverbandes mit dem Titel „Wir wandern“. Das Lied war 2019 in Winterberg und Schmallenberg offiziell vorgestellt worden.

Abschluss: die Übergabe der Wanderwimpel an die Vereine durch Präsident Hans-Ulrich Rauchfuß (rechts).

Eine besondere Liebesgeschichte auf dem Deutschen Wandertag 2021 in Bad Wildungen

Angelika Meyer (Werl/Kreis Soest) und Hans-Jürgen Mittmann (Döbrichau) fallen auf in ihrer Aufmachung. Kennen und lieben gelernt hat sich das Paar 2014 beim Ersten Deutschen Winterwandertag in Willingen. „Ein wunderbares Ost-West-Verhältnis“, sagt Mittmann schmunzelnd. Angelika Meyer war lange Jahre Vorsitzende eines sauerländischen Wandervereins. Heute bildet sie mit Mittmann und Angehörigen einen kleinen Familienverein.

Der gelernte Schmied aus Döbrichau hat auf den Wandertagen immer seine große Kiepe mit Kräutern auf dem Rücken dabei: als Zeichen der Dankbarkeit, dass seinem heute 40-jährigen Sohn im Alter von fünf Jahren die Ärzte der Charité mit Erfolg einen Gehirntumor entfernten und die Familie den Jungen mit kräftigem Kräutertee nach altem Rezept wieder aufpäppelte. „Wir sollten lernen, das Schöne, wie solche Kräuter, wieder wahrzunehmen“, sagt Angelika Meyer. Ihr eigener erwachsener Sohn arbeitet als Meeresbiologe in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Er wohne dort in einer ländlichen Gemeinde, die einen für die Leser dieser Zeitung sehr vertrauten Namen trägt: Waldeck. (Matthias Schuldt)

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