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Die eigene Stärke hat wieder Kraft: Wildunger Vipers in Buxtehude auf Punktejagd

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Bis hierhin und nicht weiter: Lisa Antl (Buxtehude) nimmt sich die Viper Marieke Blase (rechts) zur Brust.
Bis hierhin und nicht weiter: Lisa Antl (Buxtehude) nimmt sich die Viper Marieke Blase (rechts) zur Brust. © Felix Schlikis

Vielleicht kommt der Buxtehuder SV für Wildunger Vipers genau zum richtigen Zeitpunkt.

Bad Wildungen – Wenn die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) bei ihrem Bundesliga-Auftritt im hohen Norden die gute Leistung aus den beiden vergangenen Spielen auf die Platte bringen, könnten sie damit ihre Gegnerinnen überraschen.

Der BSV hat die Vipers nämlich ganz anders in Erinnerung. Es ist erst zweieinhalb Wochen her, da haben die Buxtehuderinnen die Wildungerinnen im Pokalviertelfinale beim 36:22-Sieg vor allem in der zweite Halbzeit an die Wand gespielt.

Könnte sich da nicht ein kleinwenig Überheblichkeit ins Unterbewusstsein der BSV-Spielerinnen eingeschlichen haben, dass die Vipers in ihrer momentanen Form bestrafen würden? Die Wildunger Trainerin Tessa Bremmer zerschlägt diese Vorstellungen sofort wieder.

„Auch Buxtehude weiß, dass wir kurz vor diesem Pokalspiel gerade wieder aus der Corona-Quarantäne zurückgekommen sind, deshalb ist es kein Maßstab, und ich will dieses Spiel auch bei uns nicht mehr groß in Erinnerung bringen, sondern viel lieber an die letzten Spiele anknüpfen.“ Bremmer denkt auch nicht, dass diese Niederlage und der damit verpasste Final-4-Einzug noch in den Köpfen ihrer Spielerinnen herumgeistert.

Außerdem hat die Vipers-Trainerin in ihrer Ansprache an die Spielerinnen mittlerweile wieder einige Argumente mehr, mit der sie ihre Mannschaft stark reden kann.

Auch wenn das Spiel gegen Metzingen (31:34) verloren wurde, war es nochmal eine Steigerung gegenüber der Begegnung in Leverkusen (26:26). Geht da noch mehr?

Wildungen nach gutem Spiel gegen Metzingen „extrem heiß“

„Ich denke schon, dass wir nach dem guten Spiel gegen Metzingen extrem heiß sind, denn es hat uns gezeigt, wir sind wieder nah dran, auch gegen vermeintlich stärkere Mannschaften zu punkten“, sagt die Trainerin.

Sie weiß natürlich auch, dass ihre Mannschaft heute auf einen besonders starken Buxtehuder SV treffen wird. „Sie ziehen in dieser Saison alles ziemlich souverän durch, leisten sich kaum Schwächen.“ Vielleicht müssen die Wildungerinnen nicht einmal mehr auf einen schwarzen Tag ihres nächsten Gegners hoffen, denn sie haben ja selbst wieder einiges zu bieten. Die eigene Stärke hat wieder Kraft.

Nur Erfolgserlebnisse können eine Mannschaft auch wieder aus einer Krise ziehen und dann kehrt meistens etwas zeitverzögert bei den Spielerinnen auch wieder mehr Selbstvertrauen zurück. An diesem Punkt stehen die Vipers derzeit.

Die Anführerinnen haben gewechselt

Allerdings haben ihre Anführerinnen gewechselt: Marieke Blase und Verena Oßwald ziehen nun die Fäden und sie haben einen großen Anteil an dieser Leistungssteigerung. Beide sind Spielerinnen, die lange verletzt oder nicht so oft zu Einsatz kamen.

Erwartet hatten man da vor der Saison eher Namen wie die immer noch formschwache Maxime Struijs oder Jana Scheib, die mittlerweile wieder aufsteigende Form zeigt. Auch Annika Ingenpaß spielt am Kreis nicht konstant genug, dies gleicht aber eine immer besser werdende Jolina Huhnstock aus.

Wenn alle Spielerinnen im Vipers-Kader ihre Normalform wieder fänden, könnte die Mannschaft noch mehr Stärke entwickeln. Zum Glück kann das bereits in einem Spiel passieren. Vielleicht ja schon in Buxtehude.

BSV-Trainer Leun: Das wird ein ganz anderes Spiel

Der Buxtehuder Trainer Uwe Leun glaubt nicht, dass er seine Spielerinnen davor warnen muss, die Gäste aus Bad Wildungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

„Wir haben uns Videoausschnitte von einem richtig guten Vipers-Spiel gegen Metzingen angesehen, in dieser Mannschaft steckt schon Qualität, kombiniert mit unseren Personalsorgen wird das ein ganz anderes Spiel als die Pokalbegegnung.“ Einige Wildunger Spielerinnen hätten eine deutlich bessere Form als noch vor drei Wochen, zudem sei Anouk Nieuwenweg bereits deutlich besser in die Mannschaft integriert. Alles bei den Vipers wirke effektiver und stärker.

Der BSV spielt eine gute Bundesligasaison, sieben Siege, drei Niederlagen. Die geringe Anzahl an Spielen weist aber daraufhin, dass Buxtehude harte Wochen bevorstehen mit vielen Partien unter der Woche.

Buxtehude fühlt sich „massiv coronageschädigt“

Der Coach und sein Team fühlen sich daher als „massiv coronageschädigt“. Vor allem deshalb, weil der BSV nie ein Spiel wegen Corona abgesagt habe, aber oft der kommende Gegner. „Wir hätten diese Spiele mit voller Kapelle spielen können, aber jetzt, wo wir viel spielen müssen, haben wir auch erhebliche Verletzungssorgen. Aber so ist der Sport, ich jammere deswegen auch nicht.“

Genau wie die Vipers muss auch Buxtehude am Ende der Saison einige Spielerinnen ziehen lassen. Leistungsträgerinnen wie Nationaltorhüterin Katharina Filter Rückraumspielerin Annika Lott (22), Kreisläuferin Lisa Antl (21) und Rechtsaußen Meret Ossenkopp (23).

Da stellt sich die Frage, ob sich ein Ausbildungsverein künftig darauf einstellen muss, dass jetzt schon so junge Spielerinnen von größeren Vereinen abgeworben werden? Leun glaubt nicht, dass das die Zukunft ist, sondern nur dem Kurswechsel von Borussia Dortmund geschuldet sei, die künftig von ausländischen Profis zu jungen deutsche Spielerinnen wechseln wollen. „Der BVB wollte drei Spielerinnen von uns, bekommt aber nur Antl, und Ossenkopp, Lott geht zum Thüringer HC.“

Geld sei aber nicht der Hauptgrund für diese Wechsel, betont Leun, sondern dahinter stehe eher der Wunsch der Spielerinnen, dass sie mit diesen Vereinen auch international spielen könnten. (rsm)

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