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Die Weihnachtskrippe: eine Botschaft, unzählige Darstellungen

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Von: Matthias Schuldt

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Der Engelein Chor nach Art des Erzgebirges
Der Engelein Chor nach Art des Erzgebirges. © Matthias Schuldt

Das Krippenspiel an Heiligabend zählt zu den Höhepunkten im Kirchenjahr. Die Weihnachtsgeschichte spiegelt sich in der Krippe als Modell.

Bad Wildungen – In vielen Familien findet sich die Botschaft von Jesu Geburt in ihrer modellhaften Form als Tradition. Die Krippe, wie wir sie heute kennen, soll auf die zweite Hälfte des 16 Jahrhunderts zurückgehen und erscheint seitdem in unzähligen Ausprägungen. Die Krippenausstellung im Rahmen des Wildunger Weihnachtsmarktes – organisiert vom ehrenamtlichen Stadtkirchendienst um Irmgard Blum – zeigte einen faszinierenden Ausschnitt der Vielfalt. Die wichtigste Krippe in der Stadtkirche ist diejenige im Chorraum. Die Mädchen und Jungen im Kindergottesdienst erlebten in der Adventszeit, wie Figur für Figur die Weihnachtsgeschichte mit all ihren bekannten Elementen Gestalt annahm. Die Christvesper mit Krippenspiel vollendet dieses Erleben der Weihnachtsbotschaft an Heiligabend, ab 15.30 Uhr, in der Stadtkirche.

Fundstücke aus der Natur vereint diese Krippe der Kita Friedenskirche.
Fundstücke aus der Natur vereint diese Krippe der Kita Friedenskirche. © Matthias Schuldt

Die Ausstellung zeigte viele weitere Spielarten, verbunden mit interessanten Informationen. Unter den rund 70 Krippen befanden sich viele in traditioneller Form, zum Beispiel solche, die den Stall von Bethlehem aus einer Baumwurzel herausgearbeitet zeigen.

Der Stall von Bethlehem, Version von der Ense-Schule.
Der Stall von Bethlehem, Version von der Ense-Schule. © Matthias Schuldt

Doch es geht auch vollkommen anders. Mädchen und Jungen der Gartengruppe der Kita Friedenskirche fertigten eine Krippe allein aus Materialien, die sie in der Natur gesammelt hatten, ergänzt um Ton. Ense-Schülerinnen und -Schülern im Kunstunterricht war die Wahl der Mittel frei gestellt. Papier und Pappe bis hin zu Eierkartons dienten als Grundlage für fantasievolle Umsetzungen des Themas.

Von einem Soldaten im Krieg geschnitzt.
Von einem Soldaten im Krieg geschnitzt. © Matthias Schuldt

Sehr, sehr alte Krippen mit einer besonderen Geschichte waren ebenfalls darunter. Irmgard Blum verweist auf eine Krippe aus selbst geschnitzten Holzfiguren und selbst gefertigter Kulisse. „Die Urgroßmutter einer Wildungerin bekam sie von einem Soldaten geschenkt, der sie während des Ersten Weltkrieges anfertigte“, berichtet Irmgard Blum.

Konzentration aufs Wesentliche: das eint in unterschiedlicher Form diese drei Gestaltungen einer Krippe.
Konzentration aufs Wesentliche: das eint in unterschiedlicher Form diese drei Gestaltungen einer Krippe. © Matthias Schuldt

Ebenfalls rund 100 Jahre alt war eine sehr kleine Krippe, herausgearbeitet aus einer Paranuss. Allein die Heilige Familie ist zu erkennen. Eine weitere Mini-Krippe, hineingesetzt in die Schale einer halben Walnuss, die als Stall dient, trägt zudem den Stern von Bethlehem. Kombiniert in der Vitrine waren die beiden, die sich auf das Wesentliche konzentrieren, mit einer sehr modernen Krippenform, die ebenfalls auf den Kern abhebt: auf das Wort. Statt aus Figuren, besteht diese Krippe aus quaderförmigen Holzklötzchen mit eingebrannten Namen und Begriffen: Maria, Josef, Jesus, Hirte, Schaf, Ochse, Esel, Engel.

Maria, die Schwangere, mit ihrem Mann.
Maria, die Schwangere, mit ihrem Mann. © Matthias Schuldt

Modern in anderer Gestalt zeigte sich eine Krippe aus dem 3-D-Drucker. Ihre Besonderheit: Maria und Josef trauchen zwei Mal in der Szenerie auf. An der Krippe mit Gottes Sohn und auf dem Weg nach Bethlehem mit einer sichtbar schwangeren Maria.

Im Westjordanland entstand diese fein gearbeitete Krippe aus wundervoll gemasertem Olivenholz.
Im Westjordanland entstand diese fein gearbeitete Krippe aus wundervoll gemasertem Olivenholz. © Matthias Schuldt

In ihrer Gestalt und Herkunft außergewöhnlich: eine Krippe aus fein gemasertem Olivenholz, sorgfältig bis in die Details ausgearbeitet. Pfarrerin Andrea Hose-Opfer hat sie aus dem Westjordanland mitgebracht, erstanden von einer Werkstatt, in der Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind. (Matthias Schuldt)

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