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Zwei Männer aus Waldeck-Frankenberg wegen Verstoßes gegen Betäubungsmittelgesetz in Fritzlar vor Gericht

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein 59 Jahre alter Mann aus Waldeck-Frankenberg und sein 31 Jahre alter Sohn mussten sich vor dem Fritzlarer Amtsgericht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz veranworten.

Fritzlar – „Mein Mandant hat mit Drogen nie etwas zu tun gehabt.“ Das erklärte vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Fritzlar der Verteidiger eines 59 Jahre alter Mannes aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat ihn und seinen Sohn (31) wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.

Angeklagt wegen gemeinschaftlichen Handels mit Amphetamin und Cannabis

Beide bestreiten die Vorwürfe vor Gericht. Weil aber ein wichtiger Zeuge fehlte, blieben viele offene Fragen unbeantwortet. Dabei ging es auch um Vorwürfe der Beschuldigten gegen die Art und Weise der Ermittlungen und den Einsatz eines Spezial-Einsatzkommandos (SEK) der Polizei in ihrem Haus.

Vater und Sohn sind angeklagt wegen gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Amphetamin und Cannabis in nicht geringer Menge. Im Juli 2019 sollen die Beschuldigten in den Kellerräumen des von ihnen bewohnten Hauses insgesamt 4,5 Kilogramm Amphetamin und auf dem Spitzboden über ein Kilogramm Marihuana aufbewahrt haben. Das Rauschgift soll, so die Anklagebehörde, zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt gewesen sein.

Kritik am SEK-Einsatz

„Ich weiß von nichts und war gar nicht in Deutschland“, sagte der Sohn zu den Anschuldigungen. Der aus dem Libanon stammende Vater äußerte sich wörtlich zur Anklage: „Das stimmt nicht.“ Die Vorwürfe beträfen einen Landsmann.

Der Beschuldigte berichtete, seit 1979 in Deutschland zu leben. Er habe sich einen Handwerksbetrieb aufgebaut und arbeite als Meister. Der Mann, der für die angeklagten Taten in Frage komme, habe bei ihm eine Ausbildung absolviert. Er habe auch bei ihm gewohnt, sei aber schon vor der Hausdurchsuchung durch die Polizei ausgezogen.

Von Erpressungen und Bedrohungen war vor Gericht die Rede. Der 59-Jährige beantragte, alle Akten der Staatsanwaltschaft Düsseldorf anzufordern, die mit diesem Fall und einer bestimmten Person etwas zu tun haben. In diesem Zusammenhang erklärte sein Verteidiger, der Beschuldigte habe mit den Vorwürfen überhaupt nichts zu tun. Der Sohn übte scharfe Kritik am Vorgehen des SEK in der Wohnung und schilderte Einzelheiten. Das Vorgehen der Einsatzkräfte sei völlig unangemessen gewesen.

Neuer Termin voraussichtlich erst im nächsten Jahr

Die Oberstaatsanwältin sah ein Problem darin, die Verhandlung ohne den unentschuldigt fehlenden Zeugen fortzusetzen. Sie beantragte auch, alle sichergestellten Gegenstände genau zu untersuchen. Da es sich bei den Unterlagen aus Düsseldorf um „um eine ganze Kiste voller Akten“ handele, wie es während der Verhandlung formuliert wurde, wird es voraussichtlich erst im nächsten Jahr einen neuen Termin geben. (Manfred Schaake)

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