Durch Zwangspause in Schieflage

Trägerverein des „Lebendigen Museums“ in Odershausen in Not

Ein Bild aus alten Zeiten: Einen Besucherandrang wie hier beim Waschtag wird es im „Lebendigen Museum“ in absehbarer Zeit nicht geben. ARCHIV
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Ein Bild aus alten Zeiten: Einen Besucherandrang wie hier beim Waschtag wird es im „Lebendigen Museum“ in absehbarer Zeit nicht geben.

Der Trägerverein des „Lebendigen Museums“ in Odershausen ist in Not. Seit fast zwei Jahren finden keine Veranstaltungen statt, somit fehlen die Einnahmen für die laufenden Kosten.

  • Der Trägerverein des „Lebendigen Museums“ in Oderhausen ist in Not, ohne finanzielle Unterstützung droht Insolvenz.
  • Weil die Veranstaltungen nicht stattfinden konnten, fehlen dem Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren die Einnahmen zur Deckung des laufenden Betriebs.
  • Das Bad Wildunger Stadtparlament beauftragte den Magistrat, nach Lösungen zu suchen.

Bad Wildungen - Der rührige Verein übernehme wichtige Kulturarbeit, sagte Marc Vaupel (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung und warb um finanzielle Unterstützung.

Arbeit wird ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern erbracht

Der Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren (VEHLT) wurde in 1989 gegründet und betreibt das „Lebendige Museum“. Vaupel: „Es hat sich zu einer kulturellen und auch touristischen Attraktion entwickelt.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Museen in öffentlicher Hand werde die umfangreiche Arbeit ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern erbracht.

Das Besondere an dem Odershäuser Museum ist laut Vaupel, „dass die Besucher nicht nur Exponate bestaunen können sondern bei Aktionen wie Schlachteessen, Kaffee und Kuchen auch in das Leben von anno dazumal eintauchen können“.

„Das Museum liegt uns sehr am Herzen“

Anerkennend äußerten sich auch die anderen Fraktionen über das Engagement. „Das Museum liegt uns sehr am Herzen“, bekräftigte Ralf Lock (SPD). „Bei den Aktionstagen ist viel los, das Museum ist ein guter Werbefaktor“, merkte der Odershäuser an und drängte darauf, eine Lösung zu finden.

Bernd Zimmermann (FDP) betonte, die hervorragende ehrenamtliche Arbeit trage zur kulturellen Identität der Region bei. „Das sollten wir auf jeden Fall unterstützen.“ Walter Mombrei regte generell eine Hilfestellung bei Förderanträgen von Vereinen durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung an.

Finanzierungskonzept bis September vorlegen

Laut Bürgermeister Ralf Gutheil wurde der Odershäuser Verein zuletzt in 2008 unterstützt. Untergebracht ist das Museum in einem städtischen Gebäude. Der Verein trägt die gesamten Betriebskosten wie Grundbesitzabgaben, Versicherung sowie die Kosten der Instandhaltung für den Museumsbetrieb.

Einstimmig wurde der Magistrat beauftragt, mit dem Vorstand des Trägervereins ein Finanzierungskonzept zur Sicherstellung des laufenden Betriebs und der Gebäudeunterhaltung zu erarbeiten und dem Parlament bis September vorzulegen.

„Fördermöglichkeiten sehr dürftig“

Die Rücklagen des 80 Mitglieder zählenden Vereins zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren seien durch die lange Corona-Zwangspause nahezu aufgebraucht, sagte der stellvertretende Vorsitzende Roland Mengel im Gespräch mit der WLZ. Und „die laufenden Kosten von circa 5500 Euro im Jahr werden durch die Mitgliedsbeiträge nicht annähernd gedeckt.“

Nach Mengels Hochrechnung werde der Verein in 2022 die Fixkosten nicht mehr zahlen können. „Dann müssten wir Insolvenz anmelden.“ Der Verein habe sich rechtzeitig um Fördergeld beim Hessischen Ministerium bemüht – aber leider ohne Erfolg. „Für einen Verein wie den unseren sind die Fördermöglichkeiten sehr dürftig.“

Zusätzlich erhebliche Kosten für neue Brandmeldeanlage

Auch mehrere Schreiben an den Magistrat führten nicht zu einer Lösung. Der Verein sei an die Leitung der Städtischen Museen verwiesen worden. Mengel bedauert: „Wir sind nicht auf Verständnis gestoßen.“ Die ohnehin prekäre Situation spitze sich nun zu, weil die Brandmeldeanlage erneuert werden müsse. Kosten: 15 000 Euro.

An eine Wiederaufnahme der Aktivitäten im „Lebendigen Museum“ sei in diesem Jahr kaum mehr zu denken, denn die Einschränkungen seien immens. „Wir müssten das Gelände einzäunen und eine Einlasskontrolle gewährleisten – Führungen dürften wir gar nicht anbieten.

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