Jugendforum und Stadtpolitik wollen Jugendpark

Ein Millionenprojekt für die Jugend von Bad Wildungen

Überzeugt von der angestoßenen Entwicklung: Jugendforum, Politik, Verwaltung und ein Team von der Uni Kassel diskutierten im Altwildunger Bürgerhaus.
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Überzeugt von der angestoßenen Entwicklung: Jugendforum, Politik, Verwaltung und ein Team von der Uni Kassel diskutierten im Altwildunger Bürgerhaus.

Das Wildunger Jugendforum und die Wildunger Stadtpolitik haben im Altwildunger Bürgerhaus konstruktiv über einen Jugend- und Sportpark diskutiert.

Bad Wildungen – Generationen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten und haben ein Problem mit der Kurstadt: nichts los hier. Es gibt keinen Ort, um sich spontan zu treffen oder zu feiern, ohne Ärger auf sich zu ziehen. Kein Club, kein Kino. „Ein bisschen lauter Musik auf der Straße hören – schon ruft jemand die Polizei“, schildert ein Mitglied des Wildunger Jugendforums. Wie der Befreiuungsschlag aus dieser Misere gelingen könnte, diskutierte das Jugendforum am Montagabend im Altwildunger Bürgerhaus: mit Stadtverordneten fast aller Fraktionen, mit Magistratsmitgliedern und Fachkräften der Stadtverwaltung.

Viel Platz für sinnvolle, selbstbestimmte Freizeitgestaltung: das Gelände zwischen Stadion (links) und Langem Rod mit den Ausweichsportplätzen und einer kleinen, alten Rampe. Überzeugt von den Chancen der Entwicklung zeigten sich (oben) Jugendforum, Politik, Verwaltung und das Team der Uni Kassel.

Es wurde ganz konkret: Nicola Dubiel und Kenneth Klein, die Freiraumplanung an der Uni Kassel studieren, stellten ihre Ideen und Entwürfe für einen vielgestaltigen Jugendpark zwischen Wildunger Stadion und Langem Rod vor. Beide Konzepte binden Spielfelder und Trendsportanlagen nach dem Vorbild des Fritzlarer Sportparks (am Kinocenter) in ein umfassenderes Projekt ein: inklusive eines zentralen Gebäudes, das Jugendlichen und jungen Erwachsenen Raum bietet für private Feiern, mit einem Grill- und Lagerfeuerplatz, aber auch mit der Möglichkeit, im Freien zu lernen, Freiflächen selbst mitzugestalten, künstlerisch aktiv zu werden an Graffiti-Wänden oder Natur zu erleben und zu entdecken beim „Chill out“, beim Entspannen auf robustem Stadtmobiliar im Freien.

Grundlage für den Jugendpark Bad Wildungen: Umfrage unter 1200 Jugendlichen

Das junge Duo von der Uni Kassel plante all das nicht aus der Hüfte heraus, sondern orientierte sich am Ergebnis einer Online-Umfrage unter 1200 Wildunger Jugendlichen. Was wünschen sie sich für ihre Freizeitgestaltung? Das Jugendforum, begleitet vom städtischen Jugendkoordinator Manuel Schmidt, organisierte diese Umfrage. „Von 500 jungen Leuten erhielten wir Antworten“, berichtete er den Gästen im Bürgerhaus. Eine solche Rücklaufquote von 40 Prozent könne sich sehen lassen, meinte nicht nur Dr. Stefanie Hennecke, Professorin für Freiraumplanung an der Uni Kassel. Sie betreute mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Chanda Heß ihres Fachgebietes die Arbeiten der beiden Studenten.

Nicht minder beeindruckt zeigte sich das Team der Uni Kassel von der grundsätzlich positiven Resonanz aus den Reihen von Politik und Stadtverwaltung und von der fruchtbaren Art und Weise, in der die Gäste mit den Aktiven des Jugendforums diskutierten. Eine konstruktive Atmosphäre mit Vorgeschichte, weil das Forum seine grundsätzlichen Wünsche und Ideen zum Thema vor einiger Zeit im Planungsausschuss vorgestellt hatte.

Jugendpark Bad Wildungen kostet Millionen von Euro und soll in Schritten verwirklicht werden

Klar ist allen: Ein solches Projekt kostet. Fünf Millionen Euro machen unter Stadtverordneten die Runde. „Wir werden nicht alles sofort umsetzen und auch nicht alle Wünsche erfüllen können. Das Jugendforum braucht Geduld. Aber wir beginnen eine Entwicklung und arbeiten zielgerichtet daran“, versprach Vize-Bürgermeister Hartmut Otto (CDU). Einig waren sich alle: Das Vorhaben wird am besten in Abschnitten über vier bis fünf Jahre verwirklicht.

Rückenwind auch von Freien Wählern, so Alina Rehor: „Wann haben wir zuletzt etwas für die Jugend in der Stadt getan?“ Es werde Zeit.

Jugendpark Bad Wildungen ist „ein Projekt mit Leuchtkraft“

Sicher, fünf Millionen Euro seien viel Geld, räumte Walter Mombrei (SPD) ein. Doch an anderer Stelle werde „über zehn Millionen Euro für die Reaktivierung eines alten Gebäudes diskutiert“, spielte er aufs Kurhaus an. Der Jugendpark sei „ein Projekt mit Leuchtkraft. Wir dürfen uns nicht im Partei-Wirrwarr verheddern“, unterstrich Stadtrat Manuel Luxenburger (FDP).

Holger Pflücker (SPD): „Dieses Projekt wäre einzigartig in der Region.“ Sozialamtsleiterin Annette Lambertz empfindet es als „richtungweisend, wie Jugend und Politik hier zusammenarbeiten.“

Jugendforum: Jetzt muss es schnell gehen mit dem Start des Projektes Jugendpark Bad Wildungen

Die wichtigsten Elemente, die aus Sicht des Jugendforums zuerst verwirklicht werden sollten, sind das zentrale Gebäude als Treffpunkt auch zum Feiern, ein Grill- und Lagerfeuerplatz und eine Skateranlage, weil der Trendsport durch Corona weiter an Boden gut gemacht hat.

Und: Das Forum wünscht sich dringend für 2022 erste, Schritte zum Verwirklichen des Projekts auf dem Gelände. Damit auch die 500 Jugendlichen, die an der Umfrage teilnahmen, sehen: Die Politik meint es ernst damit, die Anliegen der Jugend stärker zu berücksichtigen als bisher.

Auch Schulen und Vereine sollen Jugendpark Bad Wildungen nutzen

Jugendkoordinator Manuel Schmidt erläutert einen weiteren, wesentlichen Grundgedanken des Vorhabens: Das Gelände und seine Angebote sollen auch von Schulen und Vereine genutzt werden. Die Lage sei ideal und vom Jugendforum vorgeschlagen worden, weil dort kaum Wohnhäuser liegen. Die Nähe der Ense-Schule stellt ebenso ein Argument für den Standort dar, wie das benachbarte Stadion. Der mögliche Umzug der Viessmann-Berufsschulen an die Ense wäre ein weiterer Pluspunkt.

Walter Mombrei (SPD) verwies auf die Debatten um die Schützenhalle, die baufällig ist und früher als Ort zum Feiern genutzt wurde. Diese Funktion könnt das neue Gebäude in dem Jugendpark an der Ense übernehmen. (Matthias Schuldt)

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