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Erster konkreter Schritt zum Verkauf des Kurhauses Bad Wildungen

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Von: Matthias Schuldt

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Zu Beginn der Ära: das Wildunger Kurhaus in einer Aufnahme von 1980. Das Gelände soll bald verkauft werden, der Abriss rückt damit näher.
Als noch Leben drin war: das Wildunger Kurhaus auf einer älteren Aufnahme. Das Gelände soll bald verkauft werden, der Abriss rückt damit näher. © pr/Archiv

Die Wildunger Stadtverordneten sind mit großer Mehrheit den ersten konkreten Schritt zum Verkauf des Kurhausgeländes gegangen.

Bad Wildungen – 28 Stimmen dafür, drei dagegen und eine Enthaltung: mit diesem Votum haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung dem Magistrat den Auftrag erteilt, eine „Entwicklungsvereinbarung“ mit dem letzten verbliebenen Kaufinteressenten fürs Kurhausgelände zu erarbeiten. Ziel: das Gelände an die Berliner SGI zu verkaufen oder an von ihr gegründete Gesellschaft zur Verwirklichung des Projekts. Spätestens zum 31. Januar soll der Magistrat die Vereinbarung im Planungsausschuss präsentiert haben. Auf Antrag der CDU fordert das Parlament dabei verschiedene Detailangaben etwa zur Gesellschaft, zu Referenzobjekten oder zum Geschäftskonzept des Projektes ein.

„Wir sind uns einig: die SGI ist ein erfahrener, seriöser Partner“, sagte Marc Vaupel, Fraktionschef der CDU. Die Entwicklungsvereinbarung muss nach dem Willen des Parlamentes „eine herausragende, in die Umgebung sich einpassende architektonische Gestaltung sicherstellen.“ Gefordert ist auch eine „konkrete kur- und/oder tourismusbezogene Nutzung des Grundstücks“.

Referenzobjekt beispielsweise in Binz auf Rügen

Bürgermeister Ralf Gutheil riet, Referenzobjekte in Augenschein zu nehmen, die durch die SGI in Binz auf Rügen gebaut worden seien. Die kurbezogene Nutzung sei im Bebauungsplan ohnehin vorgegeben.

Stefan Schraps (FDP) gab zu, die SGI sei von allen Interessenten „mein heimlicher Favorit“ gewesen und lobte das „offene, faire Verfahren“ zum Kurhausareal. Der heimische Investor Matthias Flemming mit der Idee, das Kurhaus in Teilen zu erhalten, hatte sich zurückgezogen, weil Fachleute die Sanierung als unter vertretbaren Kosten unmöglich beurteilt hatten. Eine weitere Interessengruppe mit Investoren aus Kuwait im Hintergrund hatte zurückgezogen unter Hinweis auf die unsichere Lage in Europa nach Beginn des Ukrainekrieges. Regina Preysing (Linke) ist gegen den Verkauf des Kurhauses. Sie will es als Kulturstätte in Händen der Stadt erhalten: „Über Kultur darf man nicht nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit entscheiden“, betonte sie. Rein technisch möglich sei eine Sanierung immer. (Matthias Schuldt)

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