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„Pure Hetze“: Wildungerin und ihr Lebensgefährte aus Bad Emstal zu Geldstrafen verurteilt

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Justitia
Eine Bad Wildungerin und ihr Lebensgefährte aus Bad Emstal wurden vom Amtsgericht Fritzlar zu Geldstrafen verurteilt. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

„Pure Hetze“, befand der Staatsanwalt. Für das, was sie in einem Jahresplaner 2016 veröffentlichten, erhielten ein heute 75-Jähriger aus Bad Emstal und seine drei Jahre jüngere Bad Wildunger Lebensgefährtin vom Amtsgericht Fritzlar Geldstrafen: je 120 Tagessätze zu je 60 Euro.

Bad Wildungen/Fritzlar – Beide sind seit langem im rechtsextremen Verein „Thule-Seminar“ aktiv.

Der 75-Jährige adelte sich selbst als „Freigeist aus Frankreich“. Er behauptet, „ethnokulturelle, organische Demokratie griechischen Ursprungs“ zu vertreten. Für den Jahresplaner sei er allein verantwortlich. Die Hetze im Druckwerk spiegelt sich etwa in Worten von der „Zuwanderung Abermillionen Fremdrassiger“ als „Krankheit“ und „Heuschreckenplage“. Hitler wird glorifiziert, verharmlost. Das Gericht bewertete das und mehr als „volksverhetzende Äußerungen“. Zu Unrecht aus Sicht eines Verteidigers: „Heuschrecken sind kein Ungeziefer.“

Freispruch für dritten Angeklagten

Die Anklage hatte höhere Geldstrafen gefordert, die Verteidigung Freispruch. Den gab es nur für den dritten Angeklagten aus Westfalen. Bis zu drei Jahre Haft sieht das Gesetz für derlei Delikte vor.

Als „geistigen Dünnschiss“ bezeichnete ein Kripo-Beamter am letzten Prozesstag im Zeugenstand den Inhalt des Planers, als „vermüllt“ den Zustand der Wohnung eines Angeklagten zur Zeit der Durchsuchung. Über diese Aussagen geriet sich ein Verteidiger mit dem Zeugen lautstark in die Haare. Der Mandant meinte „unglaubliche Verunglimpfung Unverschämtheit“. Das Gericht beendete das Wortgefecht.

Der Gerichtsspruch hat keine Rechtskraft. Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung der beiden Verurteilten erwägen den Gang vor die nächsthöhere Instanz.  (Manfred Schaake)

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