Handball: Bad Wildungen beim Drittligisten

Wenn aus kann muss wird: Vipers wollen in Kirchhof „souveränen“ Pokalsieg

Meist nur in der Saisonvorbereitung, aber jetzt auch im Pokal treffen sich Kirchhof und Bad Wildungen, so wie hier beim SG-Turnier 2020. Dabei setzt sich in dieser Szene Vipers Maxime Struijs gegen Klara Schlegel (links) und Hanna Kamp durch.
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Meist nur in der Saisonvorbereitung, aber jetzt auch im Pokal treffen sich Kirchhof und Bad Wildungen, so wie hier beim SG-Turnier 2020. Dabei setzt sich in dieser Szene Vipers Maxime Struijs gegen Klara Schlegel (links) und Hanna Kamp durch.

0:8 Punkte, viele enttäuschende Auftritte, schon 135 Gegentore – so stellt man sich einen Saisonauftakt nicht vor. Das wissen sie auch bei der HSG Bad Wildungen.

Dennoch freuen sich die Vipers auf das fünfte Pflichtspiel, die zweite Runde im DHB-Pokal. An diesem Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) erwartet die SG 09 Kirchhof aus der 3. Liga den Bundesligisten aus der Kurstadt.

Der hatte bislang vier der so genannten Kann-Spiele, nach dem Motto „Da kann man gewinnen, wenn nicht, reißt dir keiner den Kopf ab“. Jetzt kommt ein Muss-Spiel, alles andere als ein relativ klarer Erfolg der Bad Wildungerinnen wäre eine Überraschung, Pokal mit besonderen Gesetzen hin oder her.

Die Stimmung sei noch gut, vermeldet Tessa Bremmer, der das Pokalspiel gelegen kommt nach vier teils herben Pleiten in der Liga. „Es geht mal nicht um Punkte und Tabelle. Die Spielerinnen sind schon erleichtert, dass sie ein Spiel vor sich haben, von dem sie wissen, sie können darin mehr zeigen als bisher und ein Erfolgserlebnis feiern, wenn sie konzentriert spielen“, so die Vipers-Trainerin, die ein „souveränes Weiterkommen“ erwartet und hofft, dass das Spiel gut für den Kopf ihrer Spielerinnen ist.

Tessa Bremmer: „Die Art und Weise, wie wir verloren haben, war bedenklich“

Denn denen spukt reichlich Negatives in den Köpfen herum, wenn sie – wie zuletzt beim 23:41 gegen Bietigheim – zu keiner Zeit das vorher Besprochene umsetzen können. „Das Team hat sich nicht hängen lassen. Aber man spürt doch die mentale Belastung. Jede einzelne hat sich zu viele Gedanken über ihre Fehler gemacht“, hat Bremmer analysiert. Generell hadere sie nicht damit, so die Niederländerin, dass es in der Bundesliga noch keine Punkte gab. „Bei der Qualität der Gegner muss uns das nicht stressen. Aber die Art und Weise, wie wir verloren haben, war bedenklich.“

Anlass zu personellen Experimenten sieht die Trainerin nicht, und geschont wird auch niemand. „Alle sind heiß und wollen spielen“, so Bremmer, die wie in den Ligaspielen viel durchwechseln möchte.

Weiter nicht im Vipers-Kader werden die verletzten Neuzugänge Julie Hafner und Leonie Patorra sein. Bremmers Kollege Dragos Negovan kann ebenfalls fast aus dem vollen Schöpfen. „Wir haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen“, sagte der Trainer der SG Kirchhof, die ihr Gesicht nach dem Zweitliga-Abstieg via Relegation deutlich verändert hat und aktuell in der Defensive laut Trainer noch Probleme hat.

Berndorferin im Kirchhofer Trikot: Torfrau Alica Schmincke.

Die bekannteste ist für HSG-Coach Bremmer Torfrau Alica Schmincke, die vor ihrem Wechsel von Twistetal nach Kirchhof regelmäßig in Bad Wildungen mittrainiert hat. Die Berndorferin freut sich aufs Pokalmatch, erst recht nach ihrer fast einjährigen Auszeit wegen eines Kreuzbandrisses.

Was die Chance auf viel Einsatzzeit erhöht: Trainer Nebovan bemängelt noch das Zusammenspiel zwischen Mittelblock und Torfrau Sophia Ritter. Die 20-Jährige beginnt oft stark, um dann stark abzubauen. Die als Nummer eins im SG-Kasten vorgesehene Aleksandra Orowicz ist noch verletzt.

„Wir haben ein wenig unsere Kompaktheit aus der Vorbereitung verloren und lassen uns zu oft vereinzeln“, kritisiert Negovan seine 6:0-Deckung. Der Coach verlangt „mehr Aggressivität“ von seinen Schützlingen, um es Bad Wildungens Rückraum mit Jana Scheib (rechts), Munia Smits (links) und Maxime Struijs (Mitte) nicht allzu „leicht“ zu machen. (schä/ohm)

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