Stadtverordnete beschließen neues Einzelhandelsgutachten

Herkules-Umzug von Seiten der Stadt Bad Wildungen beschlossene Sache

Eine Schranke für den Herkules-Umzug aufs alte Molkerei-Areal senkt sich von Seiten der Stadt keinesfalls mehr.
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Eine Schranke für den Herkules-Umzug aufs alte Molkerei-Areal senkt sich von Seiten der Stadt keinesfalls mehr.

Die Wildunger Stadtverordneten haben das Einzelhandelskonzept abgesegnet und damit den Weg geebnet für den Umzug des Herkules-Marktes an die Itzel.

Bad Wildungen Die Freien Wähler stimmten gegen das Konzept, aber nicht etwa, weil sie den Umzug ablehnten, sondern im Gegenteil: Sie wollten sämtliche Beschränkungen für die Itzelstraße beseitigen und an der Spitze die „Wildunger Liste“, die zum Schutz der Kernstadt eine ganze Reihe von Waren an der Itzel nicht zulässt. Die aktualisierte Liste ist Teil des aktualisierten Gutachtens und die Freien Wähler hatten in einem Änderungsantrag gefordert, die Liste aus dem Gutachten zu streichen.

Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Schultheis begründete den Vorstoß so: „Seit zwölf Jahren gilt diese Liste. Mit welchem Erfolg? Wir sehen trotzdem die Leerstände in der Kernstadt. Obendrein blockiert die Liste aber Aktivitäten unterschiedlicher Investoren. Hätten wir mit der Liste Erfolg gehabt, hätten wir keine Leerstände.“Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal (CDU) hielt dagegen: „Wie es ohne die Liste aussähe, wissen wir nicht. Im Planungsausschuss gab es ja sogar Vorschläge, die Liste zu verlängern.“

Ablehnung der Wildunger Liste aus Sicht der Verwaltung und der Mehrheit unmöglich

SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Mombrei war sich sicher: Ohne die Liste stünde die Wildunger Kernstadt noch viel schlechter da. „Schauen Sie sich doch Homberg an.“ Schmal machte auf ein weiteres Problem aufmerksam, das in dem Antrag der Freien Wähler lauere: „Die Liste ist Bestandteil des neuen Einzelhandelsgutachtens. Wir können es also ohne die Liste gar nicht absegnen.“ Dem pflichtete Stadtplaner Robert Hilligus auf Nachfrage des Stadtverordnetenvorstehers aus fachlicher Sicht bei: „Wir würden der wissenschaftlichen Studie nicht zustimmen.“

So lehnten alle übrigen, anwesenden Fraktionen den Änderungsantrag der Freien Wähler ab. Getrennt wurde dann über die drei Teile der Beschlussvorlage aus dem Magistrat abgestimmt. Einig waren sich alle in den geografischen Grenzen, die das Gutachten für die „Kernstadt“ und den „Versorgungsbereich Itzel“ zieht. Die Wildunger Liste wurde mit 17 Ja-Stimmen gegen die drei „Nein“ der Freien Wähler gebilligt. Das Einzelhandelsgutachten als Ganzes wurde im selben Stimmenverhältnis ebenfalls abgesegnet, womit der Weg für die Pläne der Edeka im Grundsatz frei ist.

Arbeit am Bebauungsplan und den Details beginnt jetzt

Damit beginnt jedoch die Arbeit an den Details. Bürgermeister Ralf Gutheil beschrieb die entscheidenden Punkte, in vorderer Linie die Gesamtgröße des neuen Herkules-Marktes. Bis zu 4800 Quadratmeter erlaubt das Gutachten. Verkaufsflächen heute seien aber nicht mit Verkaufsflächen früherer Zeit zu vergleichen. Inzwischen zählt etwa auch der Platz dazu, den Pfandautomaten beanspruchen oder die Unterstände der Einkaufswagen. Die Gänge fallen sehr viel breiter aus als vor zehn oder 20 Jahren. Das lässt sich nicht zuletzt gut beobachten beim Besuch des neuen Aldi-Marktes, der als bislang letzter aller Wildunger Lebensmittelmärkte gebaut wurde.

Gutheil geht dennoch nicht davon aus, dass die 4800 Quadratmeter tatsächlich kommen. „Ob es am Ende 2800 oder 3500 werden, entscheiden wir selbst im Zuge des Bebauungsplanverfahrens.“ Das gelte auch für die zulässige Größe der Flächen für „Randsortimente“, also Waren, die laut Wildunger Liste im Grundsatz verboten sind, aber als „Beiwerk“ auf kleinem, begrenztem Raum eben doch gestattet. (Matthias Schuldt)

Zuletzt hatte es Kritik von einigen Akteuren aus der Altstadt gegeben.

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