Hoffen auf Kurzentschlossene

Corona-Folgen: Beim Naturpark Kellerwald-Edersee ist Stelle für Freiwilliges Ökologisches Jahr noch nicht besetzt

Beratschlagen an der Landkarte: Jonas Naumann (links), der im August sein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Naturpark Kellerwald-Edersee beendet und Reiner Ohlsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.
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Beratschlagen an der Landkarte: Jonas Naumann (links), der im August sein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Naturpark Kellerwald-Edersee beendet und Reiner Ohlsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Beim Naturpark Kellerwald-Edersee ist die bislang stets begehrte Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr noch nicht besetzt.

  • Beim Naturpark Kellerwald-Edersee mit Sitz in Bad Wildungen endet am 31. August 2021 das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) von Jonas Naumann aus Rennertehausen.
  • Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt es noch nicht, die Stelle ist noch nicht besetzt.
  • Aus Sicht des Naturpark-Teams ist das überraschend geringe Interesse in diesem Jahr eine Folge der Corona-Pandemie.

Bad Wildungen – Die Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Naturpark Kellerwald-Edersee war bislang sehr begehrt bei jungen Leuten. Überraschend wenige Bewerber bekundeten in diesem Jahr ihr Interesse, zwei Wochen vor dem Start ins neue FÖJ-Jahr ist die Stelle noch nicht besetzt. „Das ist eine Folge von Corona“, sagt Reiner Ohlsen.

Jonas Naumann: „Ich wollte einen großen Überblick bekommen“

Das vielseitige Aufgabengebiet reizt junge Leute, die sich nach ihrem Schulabschluss erst einmal orientieren wollen. Sich für die Natur und Umwelt einsetzen, mehrere Berufsfelder kennenlernen, eigene Fähigkeiten ausprobieren, ökologische Zusammenhänge verstehen lernen und mit Menschen zusammen arbeiten – dabei lassen sich Neigungen und Fähigkeiten entdecken.

Das trieb auch Jonas Naumann an, der vor einem Jahr seine FÖJ-Stelle beim Naturpark antrat. „Ich wollte einen großen Überblick bekommen“, sagte der 20-jährige Rennertehäuser. Er schnupperte in die Öffentlichkeitsarbeit hinein, begleitete Naturparkführen und unterstützte die Vorbereitungen für das Zertifikat „Wanderbares Deutschland“. Wege und Aussichtspunkte hat er in digitale Karten markiert. Ergebnisse seiner Arbeit finden Wanderer, die mit der App „outdooractive“ die Natur erkunden.

Erfahrung und Orientierung im Berufsleben

Weitere Schwerpunkte waren Tätigkeiten, die mit dem Fischereirecht des Naturparks an Affolderner See und Edersee zu tun haben. Und für ein Gemeinschaftsprojekt „Edertal blüht“, beweist der 20-Jährige handwerkliches Geschick und baut aus Holz einen Blickfang. Viel spiele sich in der freien Natur ab, aber ein Großteil der Arbeit auch im Büro. „Jeder Job besteht aus mindestens 50 Prozent Verwaltungsarbeit“, klärt Ohlsen auf, der für den Naturpark das Thema Öffentlichkeitsarbeit betreut.

Die so unterschiedlichen Einsatzgebiete und verantwortungsvolle Aufgaben, die selbstständig gelöst werden durften, waren für Jonas Naumann besondere Herausforderungen. Das Freiwillige Ökologische Jahr endet in wenigen Tagen für den Rennertehäuser, für ihn sei es eine wichtige Erfahrung und Orientierung für das Berufsleben gewesen – auch wenn nach reiflicher Überlegung letztendlich eine Berufsausbildung in dieser Richtung ausscheide. „Ich bin wieder auf meinen ursprünglichen Plan zurück gekommen und möchte Jura studieren.“

Hoffen auf Kurzentschlossene - späterer Einsatzbeginn ist möglich

Ohlsen hofft, dass bald ein neuer Freiwilliger oder eine Freiwillige die Nachfolge antritt. „Das neue FÖJ-Jahr beginnt am 1. September, aber ein späterer Einsatzbeginn ist auch noch möglich.“ Naturpark-Geschäftsführerin Kristin Gampfer verweist auf derzeit 5,5 besetzte Arbeitsstellen: „Weil wir so ein kleines Team sind, ist das FÖJ unheimlich wichtig, um unsere Aufgaben erfüllen zu können.“

Beim Naturschutz-Zentrum Hessen, dem auch der Naturpark angeschlossen ist, seien zurzeit noch etliche Stellen für Freiwillige frei, sagt Ohlsen. Er führt das zurück auf die Corona-Pandemie. Mündliche Prüfungen seien an vielen Schulen nach hinten verschoben wurden, dadurch seien Schüler in Verzug geraten. Ähnliche Erfahrungen machen auch Träger des Freiwilligen Sozialen Jahrs, die ebenfalls noch kurzfristig Bewerber suchen. (Cornelia Höhne)

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