Angeklagter bleibt in Haft

Amtsgericht Fritzlar verhängt hohe Strafe für vorsätzlichen Vollrausch mit Körperverletzung in Bad Wildungen

Vorsätzlicher Vollrausch: Das Amtsgericht Fritzlar verurteilte einen 44 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe. Symbolfoto: Begett Hamm
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Vorsätzlicher Vollrausch: Das Amtsgericht Fritzlar verurteilte einen 44 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe. Symbolfoto: Begett Hamm

Wegen vorsätzlichen Vollrausches hat das Schöffengericht am Amtsgericht Fritzlar einen 44 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

  • Das Schöffengericht am Amtsgericht in Fritzlar hat einen 44 Jahre alter Mann wurde wegen vorsätzlichen Vollrauschs verurteilt.
  • Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte nach erheblichem Alkoholkonsum in einer Wohnung in Bad Wildungen zwei Männer geschlagen, einer von ihnen erlitt einen Nasenbeinbruch.
  • Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten und ordnete für den laut Gutachten langjährig abhängigen und schwer suchtkranken Mann die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Bad Wildungen/Fritzlar – Das Gericht ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, wenn die Strafe verbüßt ist. Der Mann muss die Kosten des Verfahrens tragen.

Er hat laut Anklage in einer Wohnung in Bad Wildungen zwei Männer geschlagen und getreten. Beide wurden schwer verletzt. Einer erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch. Seit 18. Januar sitzt der 44-Jährige in Untersuchungshaft, der Haftbefehl bleibt bestehen. Der Arbeitslose ist bereits 13-mal vorbestraft – unter anderem wegen Diebstahls, räuberischer Erpressung, Körperverletzung und Einbruchs.

Laut Gutachten hatte der Angeklagte 3,22 Promille Alkohol im Blut

Bei der jüngsten Tat hatte er zwei Männer angegriffen. Gutachten zufolge hatte er bei der Tat 3,22 Promille Alkohol im Blut. Er hatte unter anderem eine Flasche Wodka und drei Liter Bier getrunken, hieß es.

Ein 52-Jähriger sagte aus, er sei ohne Grund von dem Angeklagten geschlagen worden. Wie die Beweisaufnahme ergab, ging es bei dem Streit auch um Eifersucht. Eine 46-jährige sagte unter Tränen, der Angeklagte habe ihr unterstellt, fremd zu gehen. „Im Wohnzimmer war alles verwüstet“, schilderte sie den Tatort. Einer der beiden Verletzten habe extrem geblutet, „wie eine Fontäne“. Sie habe Angst gehabt, dass er verblute und den Rettungsdienst alarmiert.

Anwältin: „Ohne Alkohol wäre die Tat nicht passiert“

Der Angeklagte äußerte sich vor Gericht nicht zur Tat. Seine Verteidigern sagte, er wisse, „dass er viel, viel, viel getrunken hat, zu viel“. Er könne sich nur noch dunkel daran erinnern, „dass eine schlechte Stimmung aufkam, danach hatte er einen Blackout“. Er sei selbst schockiert über das, was in der Wohnung passiert sei.

„Ohne Alkohol wäre die Tat nicht passiert“, betonte die Anwältin. Ihr Mandant habe es inzwischen geschafft, vom Heroin wegzukommen, und er möchte auch mit dem Alkohol aufhören“. Seit Antritt der Untersuchungshaft sei er abstinent. Er sei therapiewillig, stark und motiviert: „Er möchte bei Null anfangen und ein neues Leben beginnen.“

Laut Gutachten langjährig abhängig und schwer suchtkrank

Gutachten zufolge ist der Mann „langjährig abhängig“ und „schwer suchtkrank“, neben Heroin nehme er regelmäßig „große Mengen“ Alkohol zu sich. Dies habe die Aggressivität und die Eifersucht gesteigert.

Die Anklage habe sich bestätigt, der Beschuldigte habe dies indirekt eingeräumt, erklärte der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag. Vorsätzlicher Vollrausch könne mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden. In diesem Fall beantragte der Staatsanwalt drei Jahre, die Verteidigerin zwei bis zweieinhalb Jahre und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Die Chance nutzen

Richterin Corinna Eichler sagte nach der Urteilsverkündung, der Beschuldigte sei schwerst alkoholabhängig, „Eifersüchteleien waren immer ein Thema, wenn er sich die Kante gegeben hatte, wurde er aggressiv.“ Trotz der starken Alkoholisierung müsse er die Verantwortung übernehmen. Eichler: „Der Gutachter sagt, bei ihm ist noch nicht Hopfen und Malz verloren.“ Er solle nun seine Chance nutzen. (Von Manfred Schaake)

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