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Im Herbst „Interkulturelle Woche“ erstmals in Bad Wildungen - Mitwirkende gesucht

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Von: Matthias Schuldt

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Laden zum Vorbereitungstreffen der Interkulturellen Woche ein: (von links) Ralf Gutheil, Viola Bat, Theresa Habich, Ute Claßen, Annette Lambertz, Karl-Friedrich Frese, Ute Kühlewind und Latif Hamamiyeh Al-Homssi.
Laden zum Vorbereitungstreffen der Interkulturellen Woche ein: (von links) Ralf Gutheil, Viola Bat, Theresa Habich, Ute Claßen, Annette Lambertz, Karl-Friedrich Frese, Ute Kühlewind und Latif Hamamiyeh Al-Homssi. © Matthias Schuldt

Die bundesweit seit 1975 jährlich ausgerufene „Interkulturelle Woche“ ist in Waldeck-Frankenberg auf neue Füße gestellt. Sie läuft erstmals in Bad Wildungen.

Bad Wildungen – Der Landkreis hat die Organisation von der evangelischen Korbacher Kirchengemeinde übernommen und lässt die Veranstaltung künftig durch den Kreis wandern. Gastgebende Stadt im Herbst 2022 ist Bad Wildungen, das gemeinsam mit der Fachstelle Migration und Integration des Kreises alle Interessierten für 26. April zu einer „Kick off-Veranstaltung“ in ihr Mehrgenerationenhaus einlädt. Der Integrationsbeauftragte beim Kreis Latif Hamamiyeh Al-Homssi machte bei einem Treffen im Rathaus deutlich, weshalb die Wahl auf Bad Wildungen als Austragungsort 2022 fiel: „Wir finden hier Ansprechpartner mit großer Erfahrung und großem Engagement wie die VIA Flüchtlingshilfe.“ Der Verein gründete sich 2015, um auf lokaler Ebene an der Aufnahme und Eingliederung der vielen Flüchtlinge aus vielerlei Ländern intensiv mitzuwirken.

„Wir hoffen, dass sich für die Kick off-Veranstaltung Menschen anmelden, die wiederum als treibende Kräfte, als Multiplikatoren, wirken in Gruppen hinein, in denen sie selbst aktiv sind“, erklärt Ute Claßen, Integrationsbeauftragte bei VIA. „Wir wollen eben nichts überstülpen“, bekräftigt Al-Homssi. Bad Wildungens Sozialamtsleiterin Annette Lambertz wählt das Bild „der Graswurzelbewegung, die wir anstoßen möchten. Die Teilnehmer an der Interkulturellen Woche sollen selbst bestimmen, wie diese aussieht.“ Musik, Vorträge, Kochen, Workshops, Diskussionen – in Form wie Inhalt sind ungezählte Varianten denkbar, wie sich das diesjährige Motto „#offengeht“ mit Leben füllen lässt.

„Interkulturell“ weit gefasst: auch die Jugend etwa hat eine eigen Kultur

„Wir möchten mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam Vielfalt in Harmonie leben“, formuliert es Vize-Landrat Karl-Friedrich Frese in Bad Wildungen. Viola Bat vom „Netzwerk für Toleranz“ verdeutlicht , wie thematisch weit sich dar diesem Hntergrund das wort „interkulturell“ fassen lässt: „Es gibt nicht nur Kulturen, die auf Religion oder Herkunft beruhen. Beispielsweise auch Jugendkultur zählt zur Vielfalt, der wir Raum bieten wollen, sich darzustellen.“ Ute Kühlewind vom Wildunger Stadtmarketing bringt als weiteres Beispiel die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ins Gespräch. Gerade in einem Reha-Zentrum wie Bad Wildungen spiele das eine große Rolle.

Sehr wichtiger Hinweis für mögliche Mitwirkende: keine kleine Gruppe, kein kleiner Verein und niemand Privates soll sich mit Ideen zurückhalten aus Sorge, kein Geld für einen eigenen Beitrag zur Interkulturellen Woche aufzubringen. „Das Netzwerk Toleranz kann in solchen Fällen im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziell helfen“, unterstreicht Viola Bat, die kürzlich die Leitung des von der Kreisverwaltung organisatorisch gelösten Netzwerkes übernahm.

Warum nicht irgendwann eine Interkulturelle Woche am Edersee?

Das Programm, das von der Kick off-Veranstaltung am 26. April an erarbeitet wird, soll sich im Herbst über die gesamte Stadt erstrecken. „Wir freuen uns darauf und sind gespannt, welche Inhalte wir mit unseren Bürgerinnen und Bürgern entwickeln“, sagt Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil.

Und wer weiß mit Blick auf die Zukunft der Interkulturellen Woche in Waldeck-Frankenberg? Ausgehend vom Wildunger Vorbild breitet sich die Traditionsveranstaltung von den Mittelzentren vielleicht in die Fläche aus. „Warum sollten nicht etwa Edertal und Waldeck mal das Ganze am Edersee mit ausrichten?“, meint Latif Hamamiyeh Al-Homssi, der der Waldecker Stadtverordnetenversammlung angehört. (Matthias Schuldt)

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