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Schimpfwörter und Gebrüll im Gerichtssaal: Verhandlung muss abgebrochen werden

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Landgericht Kassel: Dort musste die Hauptverhandlung gegen eine 35-jährige Frau abgebrochen werden. Diesehatte sich im Gerichtssaal nicht beruhigen lassen. Archiv
Landgericht Kassel: Dort musste die Hauptverhandlung gegen eine 35-jährige Frau abgebrochen werden. Diese hatte sich im Gerichtssaal nicht beruhigen lassen. © Matthias Schuldt

Die Verhandlung im Fall einer Frau, die unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung am Kasseler Landgericht angeklagt ist, muss verschoben werden.

Kassel – Wüsten Beschimpfungen durch die Angeklagte sah sich der Vorsitzende Richter Ludwig vom Landgericht Kassel ausgesetzt, als am Montag gegen eine 35-jährige Frau verhandelt werden sollte. Vorgeworfen wird ihr gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung und Beleidigung.

Nägel kauend und hochaggressiv betrat die Beschuldigte den Sitzungssaal. Und noch ehe sie auf ihrem Stuhl Platz genommen hatte, schrie sie in Richtung ihres Verteidigers: „Ich habe doch gesagt, dass ich von dem nicht vertreten werden will.“ Als das Gericht versuchte, die Angeklagte zu beruhigen, geriet diese immer mehr aus der Fassung: „Was ist das hier für ein scheiß Kindergarten“, brüllte sie los. Sie würde jetzt gehen und nichts mehr sagen, drohte die 35-Jährige.

Landgericht Kassel: Angeklagte beschimpft Anwesende und stürmt aus Sitzungssaal

Dennoch, wenn auch widerwillig, beantwortete die Angeklagte zumindest Fragen zu ihrer Person. Geboren 1989 irgendwo in Rumänien, ließ sie sich entlocken. Mehr nicht.

Danach war endgültig Schluss. Außer Beleidigungen und unflätige Schimpfwörter kam nichts mehr über ihre Lippen. Selbst den Grund, warum sie sich von ihrem Verteidiger trennen wolle, nannte sie nicht. Vermittlungsversuche des Gerichts, der Verhandlung zumindest eine Stunde beizuwohnen, fielen auf keinen fruchtbaren Boden.

So stürmte die Beschuldigte schließlich aus dem Raum in das Beratungszimmer, gefolgt von zwei Justizbeamtinnen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Sachverständigen unternahm Richter Ludwig daraufhin einen weiteren Versuch, die unter extremer Anspannung stehende Frau zu beruhigen und zu bewegen, doch an der Verhandlung teilzunehmen. Allein: Es half alles nichts. Stattdessen brüllte die Angeklagte, sie wolle die Polizei sprechen und das Gericht anzeigen.

Landgericht in Kassel: Weiteres Vorgehen besprochen

Ohne die Angeklagte kehrte der Vorsitzende Richter schließlich zurück und besprach mit dem Anklagevertreter, der Verteidigung und dem Sachverständigen das weitere Vorgehen.

Nach dem Ausloten verschiedener Möglichkeiten, einigte man sich darauf, die Hauptverhandlung zu beenden. Außerdem soll versucht werden, die Beschuldigte in eine geschlossene Abteilung der psychiatrischen Klinik nach Merxhausen einzuweisen, um die an einer Psychose und Schizophrenie leidende Frau medikamentös zu behandeln. Danach soll entschieden werden, wann das Verfahren wieder aufgenommen werden kann.

Landgericht Kassel: Das steht in der Anklageschrift der 35-jährigen Frau

Angeklagt ist die 35-Jährige, im Juni 2019 in einem Mehrfamilienhaus in Bad Wildungen mutwillig mehrere Lampen zerschlagen zu haben. Darüber hinaus hielt ihr Staatsanwalt Johannes Dietrich vor, im August 2019 in einem Park in Bad Wildungen grundlos eine Spaziergängerin beschimpft und beleidigt zu haben. Als diese darauf nicht reagierte, riss die Beschuldigte das Opfer zu Boden, schlug und trat auf sie ein. Nachdem Polizei erschienen war, um die Täterin abzuführen, soll sie schließlich noch damit gedroht haben, ihr Opfer umzubringen.

Da die Angeklagte psychisch so schwer erkrankt sei und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, forderte die Staatsanwaltschaft, die 35-Jährige in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. (Peter Kilian)

Im „Heugabel-Prozess“ fällte das Landgericht Kassel nun ein Urteil. Ein Mann aus Nordhessen war mit mehreren Werkzeugen und unter Drogeneinfluss auf sein Opfer losgegangen.

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