Klaviertage: Furioser Start mit Vater und Sohn

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Eröffneten die Bad Wildunger Klaviertage: Wolfgang Dauner am Piano und sein Sohn Flo am Schlagzeug. (Bild unten)

Bad Wildungen. Start in der fast ausverkauften Wandelhalle: Pianist Wolfgang Dauner und sein Sohn Flo am Schlagzeug eröffneten mit einem Jazz-Piano-Abend die 6. Klaviertage.

Das war ein furioser Start der 6. Bad Wildunger Klaviertage, als am Freitagabend in der fast ausverkauften Wandelhalle der Pianist Wolfgang Dauner und sein Sohn Flo, ein brillanter Schlagzeuger, traditionsgemäß mit einem Jazz-Piano-Abend das Festival eröffneten. Inzwischen sind die „Klaviertage“ zur Freude von deren künstlerischen Leiterin Guoda Gedvilaitè und Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick zu einer überregional beliebten Einrichtung im Wildunger Festivalkalender geworden.

Mit Vater und Sohn Dauner wurden wieder erfolgreiche Jazzmusiker verpflichtet: Wolfgang Dauner, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, war an vorderster Stelle mit dabei, als in den 60er und 70er Jahren eine deutsche Jazzszene entstand, die sich vom US-Jazz „freispielte.“ Der Pianist und Komponist ist bis heute ein Star am Jazzpiano und hat kein bisschen von seiner Vitalität und seinem Einfallsreichtum verloren.

Ein Glücksfall für „Vater Dauner“, dass Sohn Flo seine Liebe zum Jazz und zum Schlagzeug entdeckt hat und schon mit neun Jahren sein erstes Konzert spielte. Bei ihrem „Familienprojekt“ haben sich in der Wandelhalle als Duo präsentiert, das musikalisch, rhythmisch und mental hervorragend harmoniert. Wolfgang Dauner gefällt, wie er auf den Pianotasten improvisiert, fantasiert, auch „schräge“ Töne anschlägt, um gleich darauf wunderschöne Balladen zu spielen, dabei logische Übergänge schafft, die Schlagzeuger Flo gekonnt und einfühlsam mit vollführt.

Am Schlagzeug: Flo Dauner

In keinem Moment drohte das Spiel der virtuosen Musiker und derengemeinsame Interpretationen in Monotonie abzugleiten. Besonders für ihre eigenen Kompositionen „2012+1“ und „Who let the Dog out“ erhielten sie stürmischen Applaus. Das Stück „Hynos“ des Piano-Schlagzeug-Duos wurde in vielen Passagen von ungewöhnlich klingender Elektronik unterstützt. In dem von Flo Dauner geschriebenen Stück „Mr Mink“ ging es um einen Hund, der sich in elektronisch ins Duospiel einbrachte. Auch hier hatte Flo hinreichend Gelegenheit, seine Perfektion mit einem Drum-Feuerwerk auf seiner „Schießbude“ voll auszureizen. Nach dem ruhigen Stück vom „Wendekreis des Steinbocks“ folgten „elf Notizen“.

Zum Schluss gab es Bravorufe für ein fulminantes finales Drum-Solo von Flo Dauner, in dem er mit unglaublicher Geschwindigkeit auf Trommeln und Becken wirbelte. Für den Schlussapplaus dankten Wolfgang und Flo Dauner mit zwei Zugaben - zu guter Letzt mit einer melodischen Gute-Nacht-Ballade für den Nachhauseweg.

Von Werner Senzel

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