Stadt erhält Zuschuss aus Landesprogramm

„Ins Freie“: Elf Mal Musik und Kleinkunst im Bad Wildunger Kurpark im Juli/August

Musikpavillon an der Wandelhalle im Bad Wildunger Kurpark
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Schauplatz der elf Kulturveranstaltungen von „Ins Freie“ in Bad Wildungen: der Musikpavillon an der Wandelhalle im Kurpark.

Auf der Corona-Durststrecke ist für Kulturfans in Bad Wildungen eine Oase in Sicht: Vom 23. Juli bis 8. August bittet die Stadt elf Mal zu Musik und Kleinkunst an die Wandelhalle.

Bad Wildungen – „Ins Freie“ also: Unter diesem Namen legte das Land Hessen Anfang April ein Kultur-Förderprogramm über 2 Millionen Euro auf. „Ende April war der Topf bereits leer“, berichtet die Bad Wildunger Stadtmarketing-Chefin Ute Kühlewind. „Dank des frühen Hinweises unserer engagierten Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg waren wir schnell genug“, freut sich der Bad Wildunger Bürgermeister Ralf Gutheil.

5000 Euro aus dem Topf fließen nach Bad Wildungen. „4000 bis 5000 Euro erwarten wir außerdem von der Volkshochschule als Unterstützung“, ergänzt der Veranstaltungsleiter des Bad Wildunger Stadtmarketing Gereon Schoplick. Den Rest der Kosten wolle man über die Eintritte zu den Veranstaltungen mit Musik und Kleinkunst erwirtschaften mit dem Ziel, dass das Stadtmarketing plusminus Null die spontane Kulturreihe anbietet.

Land will Wirtschaftlichkeit von Kulturveranstaltungen unter Corona-Bedingungen sichern helfen

Claudia Ravensburg (CDU) erläutert das Motiv hinter der Landesförderung: „Veranstaltungen sind zwar wieder möglich, aber bei coronabedingt höherem Aufwand und zugleich kleinerem Publikum sind sie schwer rentabel zu gestalten.“ Die Zuschüsse dienten dazu, den Kulturschaffenden, Technikfirmen und anderen Dienstleistern der Branche einen Neustart nach der Corona-Zwangspause zu erleichtern. Der Weg in die erhoffte Normalität führt – der Logik der Pandemie folgend – einerseits „ins Freie“ wegen der geringeren Ansteckungsgefahr. Andererseits bezuschusst das Land gezielt kleinere Kulturtermine, weil sie mit Blick auf Corona zusätzlich das Risiko senken und Veranstalter flexibler reagieren können, falls sich die Lage ändert.

„Wir haben in der Pandemie gelernt, auf Sicht zu fahren“, ist sich Schoplick mit Claudia Ravensburg einig. Das Förderprogramm spiele Bad Wildungen mit seiner Strategie in die Karten, „die wir im vorigen Jahr in unserer Veranstaltungswerkstatt entwickelten“, erläutert Ute Kühlewind. Kleinere Dimensionen und ein größeres Gewicht auf Open-Air--Kultur und -festivals seien zentrale Ergebnisse.

Überlegungen zu Kultur ab Herbst, wenn die Deltavariante von Corona erwartet wird

Allen Beteiligten ist klar, dass nach Ende der Sommerferien eine von den Fachkreisen befürchtete Ausbreitung der Corona-Delta-Variante erneut erhebliche Hindernisse für Veranstaltungen aufstellen könnte. Je nachdem, was wie erlaubt bleibt, halte die Landesregierung weitere Fördergelder vor, damit Organisatoren nicht an mangelnder Wirtschaftlichkeit scheitern, erklärt Claudia Ravensburg.

Laden „ins Freie“, in den Kurpark ein: (von links) Claudia Ravensburg, Ralf Gutheil, Gereon Schoplick und Ute Kühlewind.

Das Wildunger Stadtmarketing beschäftigt sich unter anderem damit, „wie Veranstaltungen unter freiem Himmel auch in den kühleren Monaten attraktiv gestaltet werden“, sagt Kühlewind. Weitere Idee: Kunstschaffende für mehrere Auftritte vor jeweils kleinerem Publikum an einem Tag oder Wochenende zu engagieren.

Bis zu 40 000 Euro Zuschuss pro Kulturveranstalter vom Land

Bis zu 40 000 Euro schüttet das Land pro Veranstalter aus, gleich, ob es sich um eine Kommune oder jemand Privates handelt. Mindestens zehn Ereignisse binnen eines Zeitraums von maximal vier Wochen müssen angeboten werden. Bad Wildungen hätte mehr Geld beantragen können, „haben wir der Fairness halber aber nicht getan, weil wir auch Geld von der VHS erhalten“, sagt Ute Kühlewind.

Die Ticketpreise pro Person liegen zwischen 6 Euro bei den Kinderveranstaltungen und 20 bis 22 Euro bei den übrigen Ereignissen. Die Ermäßigung für Inhaber etwa der Bad Wildunger „Sozial-Card“ beträgt 50 Prozent. Ab Donnerstag sind die Karten im Netz bei www.reservix.de oder bei den Vorverkaufsstellen in der Region erhältlich, die mit der Plattform zusammenarbeiten. Dazu zählt etwa das Bad Wildunger Tourismusbüro. Corona-Hygienevorgaben gelten bei allen elf Veranstaltungen. Wer geimpft ist, entsprechend genesen oder einen aktuellen Negativtest vorweist, wird mit dem gültigen Dokument oder dem Nachweis auf der „Luca-App“ eingelassen.

„Ins Freie“: das Programm der elf Kulturveranstaltungen in Bad Wildungen im Juli/August

Alle Veranstaltungen laufen am Musikpavillon der Wandelhalle und unabhängig vom Wetter im Freien:

Freitag, 23. Juli, 19.30 Uhr: Kleine Rocknacht mit Acoustic Rocksongs von „Cheeky Poolguys“, vier Musikerinnen und Musikern aus Bad Wildungen und Umgebung, die ihre Lieblingstitel interpretieren. Für 2022 plant das Stadtmarketing mit Stefan Martin drei bis vier „Kleine Rocknacht“-Termine im Kurpark.

Sonntag, 25. Juli, 15.30 Uhr, Spielraum-Theater: Stefan Becker bietet Märcheninszenierungen mit Figurentheater für Familien – und: ab 19.30 Uhr zusammen mit Carlo Ghirardelli für Erwachsene Anekdoten aus dem Leben der Brüder Grimm und manch „böse“ Inszenierung bekannter und unbekannter Märchen.

Integriert ist „Folk im Park“, das Festival, das 25 Jahre alt wird und aufgeteilt in vier Konzerte läuft:

Freitag, 30. Juli, 19.30 Uhr, Enkhjargal (an der Pferdekopfgeige) und Tungalag Purevdorj (Yatga-Spielerin) mit Folk aus der Mongolei.

Samstag, 31. Juli, 15.30 Uhr, Folk im Park mit Johannes Treml (Gitarre) und Faleh Khaless (Tunesien/Oud) mit ihrem Programm „Orient trifft Okzident“.

19.30 Uhr: Etta Scollo (Vocals), Cathrin Pfeiffer (Akkordeon) und Susanne Paul (Cello) mit sizilianischen Liedern.

Am Sonntag, 1. August, 15.30 Uhr, beenden Yvonne Mwale und Band Folk im Park mit African Soul Music.

Donnerstag, 5. August, 19.30 Uhr: Nadine Fingergut gastiert mit Liedern und Poesie. Vorprogramm: Jonglage und Artistik.

Freitag, 6. August, 19.30 Uhr: Chanson-Abend mit Claudia Riemann und Julia Reinhardt. Sie singen und spielen Perlen der 1920er bis 1950er Jahre von Zarah Leander bis Hildegard Knef.

Samstag, 7. August, 19.30 Uhr: Kabarettist Frank Fischer mit dem Programm „Meschugge“, dem jiddischen Wort für „verrückt“. Doch was ist verrückt, was normal? Verblüffende Perspektivwechsel.

8. August, 15.30 Uhr, Theater Laku Paka mit dem Stück „Kleiner Vogel flieg!“, ein Figurentheater für Familien mit Kindern von drei bis sieben Jahren. (Matthias Schuldt)

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