Jugendforum empfiehlt Gelände am Stadion

Konkrete Ideen für Outdoorpark in Bad Wildungen

So könnte er aussehen: Outdoorpark Am Langen Rod nach Ideen des Jugendforums. Zeichnung: Stadtbauamt
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So könnte er aussehen: Outdoorpark Am Langen Rod nach Ideen des Jugendforums. Zeichnung: Stadtbauamt

Mitglieder des Bad Wildunger Jugendforums stellten ein konkretes Konzept für einen Outdoorpark im Sozialausschuss des Stadtparlaments vor.

  • Das Jugendforum stellte im Sozialausschuss des Bad Wildunger Stadtparlaments ein konkretes Konzept für einen Outdoorpark vor.
  • Er könnte auf einem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Bad Wildunger Stadion angelegt werden.
  • Ein Freizeitpark nach dem vorgestellten Entwurf mit mehreren Spiel- und Sportfeldern, einem Klimahaus und weiterer Ausstattung kostet nach erster Schätzung rund 5 Millionen Euro.

Bad Wildungen – Für junge Menschen hat Bad Wildungen nicht viel zu bieten. Wie ein attraktives Freizeitgelände aussehen könnte, damit hat sich das Jugendforum um Jugendkoordinator Manuel Schmidt befasst.

Online-Umfrage mit 406 Schülern in Bad Wildungen

Ihr ausgereiftes Konzept für einen Outdoorpark am Langen Rod überraschte am Donnerstagabend den Ausschuss für Soziales, Jugend und Kultur.Ein Antrag der SPD brachte vor einem Jahr den Stein ins Rollen. Das Jugendforum nahm den damaligen Arbeitsauftrag an, befasste sich mit Bestandsanalyse, schmiedete Ideen und trug Wünschenswertes für einen attraktiven Treffpunkt zusammen.

Vanessa Pick (17), Antonia Flott (14) und Sophie Homberger (18) vom Jugendforum berichteten in der Sitzung im Jugendhaus von einer Online-Umfrage, an der sich 406 Schüler von Stresemann-Gymnasium, Ense- und Mathias-Bauer-Schule beteiligten. Die 13- bis 18-Jährigen listeten auf, wie ein Platz ausgestattet sein sollte und wie häufig und zu welchen Zeiten sie ihn nutzen würden.

Felder für Soccer, Basketball und Beachvolleyball

Die Ergebnisse mündeten in eigene Entwürfe für das Gelände am Langen Rod, inklusive Nutzungskonzept. Das Stadtbauamt fertigte dann eine Planskizze an mit Feldern für Soccer, Basketball und Beachvolleyball, Sitzkreis, Schaukeln, Wippen und Klettermöglichkeiten, aber auch Boulderwand und Streuobstwiese. Ein zentrales Gebäude – nach Vorstellung der Jugendlichen möglichst in Naturmaterialien und mit begrüntem Dach – soll Nutzräume und einen Raum zum Anmieten für Feiern bieten.

Die Kosten für die gesamte Anlage hat das Stadtbauamt auf 5 Millionen Euro geschätzt, davon 1 Million für das Klimahaus und 2,5 Millionen für die Freizeitanlage. „Das hört sich richtig viel an, aber es empfiehlt sich, besser einmal richtig zu investieren als nur halbherzig“, sagte Vanessa. Diese Anlage könnte ein Besuchermagnet werden.

Kooperation mit der Uni Kassel

Zusammenarbeit mit den Schulen wird angestrebt. Wesentliche Erkenntnisse versprechen sich die Ideengeber zudem von einer Kooperation mit der Uni Kassel. Dort dreht sich vom 27. September bis zum 18. Oktober ein Seminar speziell um Planung und Architektur. „Wir erhoffen uns davon gute Ideen“, sagte Schmidt. Beeindruckt vor der detaillierten Vorarbeit zeigte sich der Sozialausschuss unter der Leitung von Petra Göbel (SPD).

„Sehr durchdacht“ fand es Carsten Bischoff (CDU), sein Fraktionskollege Matthias Biederbeck könnte sich eine Realisierung auch in Etappen vorstellen. Zustimmung kam auch von den anderen Fraktionen. Bürgermeister Ralf Gutheil rief den Jugendlichen zu: „Das Engagement und die Ideen kommen alle von Euch – ein riesengroßes Lob dafür.“ Aus Sicht von Sozialamtsleiterin Anette Lambertz könnte sich ein „zweites Standbein für die Jugendbetreuung“ entwickeln.

Kaum genutzt: Das Gelände neben dem Stadion, auf dem sich aktuell auch Bolzplätze befinden (rechts), ist aus Sicht der Beteiligten idealer Standort für eine attraktive Freizeitanlage.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, dem Stadtparlament zu empfehlen, 700 000 Euro für die erste Bauphase in den Haushalt 2022 einzustellen. Jetzt hofft das Jugendforum, dass die Pläne zügig beschlossen werden. Politiker der verschiedenen Fraktionen hätten sie im Frühjahr beim Radioprojekt des Jugendhauses zur Kommunalwahl bestärkt, das stimme jedenfalls optimistisch.

Weitere Ideen: Nutzgarten und außerschulischer Lernort

Ein 16 000 Qudratmeter großes Gelände am Ascheplatz neben dem Stadion wird als Standort eines Outdoorparks favorisiert. Das Jugendforum hat sich intensiv mit Bestandsaufnahme, Bau einer Freizeitanlage und Nutzungskonzept beschäftigt und empfiehlt Felder für Soccer, Basketball, Tischtennis, Volleyball, außerdem Skatepark, Fitnessgeräte, Sprayerwand, Lagerfeuerplatz. Ein zentrales Gebäude mit Raum zum Anmieten könnte als gläsernes Klassenzimmer für die Ense-Schule dienen, auch ein Nutzgarten ist als außerschulischer Lernort möglich.

Die Nähe zum Stadion lässt Synergien zu, etwa bei der Flutlichtanlage. Für den Betrieb ist Personal vor Ort nötig. Aktuell werden Fördermöglichkeiten ausgelotet. In den Haushaltsberatungen für 2021 wurden wurden bereits 120 000 Euro für Planungskosten beschlossen. (Cornelia Höhne)

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