Wegen Vandalismus

Bad Wildungen: Kunstobjekt „Unterirdischer Garten“ demontiert

Demontiert nach Vandalismus: Mit einem Kanaldeckel wurden die dicken Panzerglasplatten am Kunstobjekt „Unterirdischer Garten“ zertrümmert und beschädigt.
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Demontiert nach Vandalismus: Mit einem Kanaldeckel wurden die dicken Panzerglasplatten am Kunstobjekt „Unterirdischer Garten“ zertrümmert und beschädigt.

Das Kunstobjekt „Unterirdischer Garten“ in Bad Wildungen wurde nach fortwährendem Vandalismus demontiert.

  • Das Kunstobjekt „Unterirdischer Garten“ wurde zur Landesgartenschau im Jahr 2006 in Bad Wildungen installiert.
  • Randalierer zerstörten regelmäßig die dicke Panzerglasplatte.
  • Wegen der fortwährenden Schäden wurde das Kunstobjekt nun demontiert, Teile davon will der Künstler Simon Schäfer wieder verwenden.

Bad Wildungen – Das Landesgartenschau-Kunstprojekt „Unterirdischer Garten“ war häufig Ziel von Vandalismus. Nachdem mit einem Kanaldeckel die Panzerglasplatten zertrümmert wurden ist die Installation auf Anordnung der Stadt Bad Wildungen demontiert worden. Die Verletzungsgefahr für Passanten war zu groß geworden.

„So etwas passiert einem nur einmal im Leben“

Den Abbau wollte Künstler Simon Schäfer (Leipzig) selbst vornehmen, da er Teile der Installation wieder verwenden möchte, etwa als Bühnenbild einer Dresdener Theatergruppe. Zum Abbruch hatte Schäfer Mitglieder des Wildunger Kunstvereins zu einer kleinen Finissage eingeladen.

Der Künstler erläuterte noch einmal, wie er zur Idee für die Landesgartenschau im Jahr 2006 gekommen ist. Schäfer: „Die Installation des Werkes war und ist für mich ein großes Geschenk, so etwas passiert einem nur einmal im Leben.“ Das Thema dieser Gestaltung sei die kritische Auseinandersetzung mit der antiken Vorstellung vom Paradies als geschlossenem Garten und einem idealen, gesellschaftlichen Verständnis von Sicherheit, in Form eines völlig isolierten Raums.

Künstler: Vorschläge stießen auf taube Ohren

„Für mich ist diese Kernaussage heute so aktuell wie nie, die Auseinandersetzung, welche bequemen Gefängnisse wir und aus fehlgeleiteten Sicherheitsbedürfnissen oder Trägheit in unserer Gesellschaft selbst bauen, außerordentlich aktuell.“ Der Künstler zog auch Parallelen zu der bevorstehenden Bundestagswahl. Schäfer erinnerte an den ursprünglichen Namen seiner Installation: „Hortus conclusus“ – übersetzt geschlossener oder verschlossener Garten. Der Name „unterirdischer Garten“ sei in Bad Wildungen entstanden.

Der Künstler bedauerte, dass die vielen Vorschläge, die er mit seinem Kollegen Christian Tonner ausgearbeitet hatte, in der Badestadt auf taube Ohren gestoßen seien. „Gerne wären wir mit unterschiedlichen kulturwellen Beiträgen auf der Landesgartenschau präsent gewesen.“ Tonners Objekt „Die Versorgung ist gesichert“ befindet sich unter dem Riesendamm“.

Als Partyort genutzt

Schäfers Installation wurde von Randalierern als Partyort genutzt und teilweise schwer beschädigt, Mitarbeiter das Bauhofes mussten oft Partymüll beseitigen. Jetzt ist der „unterirdische Garten“ verschwunden; vermutlich wird er nur von wenigen Bad Wildungen vermisst. (Werner Senzel)

Rosen und bedruckte Kissen: Der Künstler Simon Schäfer vor seiner Installation „Hortus conclusus“ im Landesgartenschaugelände.

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