Stadtparlament möchte Prüfung des Verfahrens

Kurhaus Bad Wildungen: Investor plant Apart-Hotel

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Geschlossene Tiefgarage des Kurhauses: Sie soll bestehen bleiben. Experten prüfen derzeit Fragen des Brandschutzes, der Statik und der Lüftungstechnik. Ergebnisse gibt’s Mitte Juli.

Bad Wildungen. Projektentwickler Nicolas Scholz, der sich auch um den Kauf des Hauses Oestreich bemüht hatte, ist an der Übernahme des Kurhausareals interessiert.

Er würde gern mit der Stadt eine Entwicklungsvereinbarung abschließen, um zu prüfen, ob dort eine Apart-Hotel gebaut werden kann und wirtschaftlich tragfähig ist.

Das Stadtparlament trat am Montag allerdings erst einmal auf die Bremse und möchte zunächst eine rechtliche Prüfung des von der Stadt eingeschlagenen Verfahrens. Bürgermeister Volker Zimmermann zog die Magistragsvorlage wieder zurück. „Haushalts- und vergaberechtlich muss alles in Ordnung sein“, sagte er. Das Thema kommt im Juli wieder auf die Tagesordnung.

Für die Stadt spielen die Säle des Kurhauses eine besondere Rolle. Das ist Scholz laut Zimmermann auch bekannt. Erhalt und Betrieb müssten deshalb in die Überlegungen einbezogen werden.

Allerdings, so der Rathauschef weiter, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Integration in einen Hotelbau aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht möglich sei und ein Abriss eines Teils oder der gesamten Aufbauten mit Ausnahme der Tiefgarage erfolgen müsse.

Der Magistrat schlug vor, die Gespräche mit Scholz fortzusetzen, Teilschritte in der Entwicklungsvereinbarung festzulegen und abzuarbeiten und mit den politischen Gremien abzustimmen. Zimmermann: „Bei Nichteinhaltung kann die Stadt jederzeit aussteigen.“

FWG-Fraktionsvorsitzender Dr. Hands Schultheis plädierte dagegen in einer leidenschaftlichen Rede für Erhalt und Belebung des Kurhauses. Er bedauerte, dass es weder mit seinen Vorschlägen einer sinnvollen Nutzung des Komplexes noch mit dem Lückhoff-Papier eine ernsthafte Auseinandersetzung gegeben habe: „In vielen Köpfen und auch Herzen hat das Kurhaus keinen Platz gefunden.“

Schultheis forderte, das Kurhaus als Teil der Bädergeschichte zu erkennen, um zu begreifen, „dass ein Abriss auf keinen Fall eintreten darf“. Wandelhalle und Kurhaus stellen nach seinen Worten eine sich ergänzende Einheit dar. Die FWG akzeptiert, dass ein Hotel an dieser Stelle den Mangel an Betten schließen könnte. Dieses benötige aber Konferenzräume und eine Küche mit Speisesaal, sagte Schultheis. „Beides ist vorhanden.“ Das Kurhaus einfach abzureißen und einen Hotelbau dorthinzusetzen, sei dagegen „ein Schildbürgerstreich“.

Schultheis beantragte, den Erhalt des Kurhauses und möglichst auch des Therapiegebäudes in die Entwicklungsvereinbarung aufzunehmen und den Vorsitzenden des Rechtsausschusses an den Gesprächen zu beteiligen. Abgestimmt wurde darüber nicht, da der Magistrat seine Vorlage zurückzog.

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