„Am Bedarf orientieren“

Leader-Region Kellerwald-Edersee erstellt neue Strategie für ländliche Entwicklung

Diskussion mit Projektträgern: (von rechts) Kristin Gampfer (Naturpark Kellerwald-Edersee), Simon Andreas (Imbiss und Regionalladen „Worschtkopp“) und Uwe Neuschäfer (Edersee-Atlantis).
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Diskussion mit Projektträgern: (von rechts) Kristin Gampfer (Naturpark Kellerwald-Edersee), Simon Andreas (Imbiss und Regionalladen „Worschtkopp“) und Uwe Neuschäfer (Edersee-Atlantis).

Die Region Kellerwald-Edersee will auch in den Jahren 2023 bis 2027 Fördermittel von der EU erhalten. Dazu erarbeitet sie eine neue Strategie.

Bad Wildungen – In diesem und im nächsten Jahr haben ländliche Regionen die Chance, sich mit Lokalen Entwicklungsstrategien erneut um die Anerkennung als Leader-Gebiete für den Zeitraum 2023 bis 2027 zu bewerben. Diese Chance will die Region Kellerwald-Edersee zum fünften Mal nutzen, um weiterhin von Fördermitteln der EU zu profitieren. An der Auftaktveranstaltung in der Wandelhalle in Bad Wildungen nahmen 75 Menschen aus Politik, Verwaltung, Gewerbe, Vereinen, Verbänden und der Bevölkerung teil.

„Wo stehen wir, was wollen wir erreichen?“, fragte der Vorsitzende der Aktionsgruppe Kellerwald-Edersee, Bad Wildungens Bürgermeister Ralf Gutheil. „Ich wünsche uns, dass wir auch dieses Mal gemeinsam mit den regionalen Akteuren eine am Bedarf orientierte Strategie aufsetzen können.“

Landrat Dr. Reinhard Kubat machte auf die gewaltigen Aufgaben aufmerksam, vor denen ländliche Räume stünden: den Klimawandel, die Digitalisierung, die demografische Entwicklung und die aktuellen Krisen, die auch auf ländliche Regionen eine Auswirkung hätten. Dorfentwicklung und Leader seien „die scharfen Schwerter“, mit denen wirksam den Herausforderungen begegnet werden könne. Leader sei eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte für die Region Kellerwald-Edersee.

Regionalmanagerin Lisa Küpper hielt einen Rückblick auf die auslaufende Förderperiode. In einer Podiumsdiskussion kamen mehrere Projektträger zu Wort, bevor die Anforderungen an das Konzept durch das Team der IPU Erfurt, die den Prozess begleitet, erläutert wurden.

Das Land Hessen hat für die Ländliche Entwicklung vier Handlungsbedarfe benannt, von denen mindestens drei Themen für die neuen Lokalen Entwicklungsstrategien ausgewählt werden müssen:

.  gleichwertige Lebensverhältnisse für alle, Daseinsvorsorge

.  wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen durch Klein- und Kleinstunternehmen

.  Erholungsräume für Naherholung und ländlichen Tourismus

.  „Bioökonomie“, Anpassungsstrategien zu einem nachhaltigen Konsumverhalten

Neu ist in der neuen Förderperiode: Die Mittelzuweisung pro Region richtet sich nach Gebietsgröße (60 Prozent) und Einwohnerzahl (40 Prozent). Die Region Kellerwald-Edersee rechnet auf dieser Grundlage mit einem Planungsbudget von 4,1 Mio. Euro für fünf Jahre. Zum Vergleich: In den Jahren 2014 bis 2022 standen ebenfalls 4,1 Millionen Euro zur Verfügung, allerdings für neun Jahre. Die Kommunen erhalten künftig eine feste Förderquote von 80 Prozent. Die Förderquoten für private Träger sind gestaffelt und reichen von 25 bis 45 Prozent.  (Jörg Paulus)

Bürger können sich online beteiligen

An der Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie in der Leader-Region Kellerwald-Edersee können alle Interessierten mitwirken. Das geschieht ab sofort und erstmalig online: Auf der Beteiligungsplattform https://region-kellerwald-edersee.ipu-mitmachen.de/ können Bürger aus der Region in den kommenden Wochen mitdiskutieren und ihre Ideen für die Zukunft der Region einbringen. Los geht es am heutigen Mittwoch, 17. November.

Am Samstag, 22. Januar, findet ein ganztägiger Zukunftsworkshop statt, bei dem die eingebrachten und ausgewerteten Ideen vorgestellt und weiterentwickelt werden. Die Lokale Entwicklungsstrategie muss dem Ministerium in Wiesbaden bis zum 31. Mai vorliegen.

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