Handball-Bundesliga

Leise Revanchegelüste: Bad Wildunger Handballerinnen reisen mit Erinnerungen zum Thüringer HC

Handballerinnen
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Vor dem Abwurf: Die Vipers-Spielerinnen (v. links) Manuela Brütsch im Tor, Marieke Blase und Maxi Mühlner hoffen, dass Marketa Jerabkova (Thüringen) den Ball verwirft. Josefine Huber (rechts) denkt da anders. Beide Teams sehen sich morgen wieder.

Da liegt noch dieser eine verlorene Punkt in der Salza-Halle. Den würden die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen am Samstag (18 Uhr) im Bundesligaspiel gegen den Thüringer HC in Bad Langensalza gern aufheben und ihn diesmal mit nach Hause nehmen.

Bad Wildungen – Diesen Zähler hatten die Spielerinnen von Trainerin Tessa Bremmer im Mai dieses Jahres bereits im Gepäck, aber durch ein Siebenmetertor nach der Schlusssirene für die Gastgeberinnen fiel er beim 30:31 wieder raus. Revanchegelüste hat die Trainerin in ihrer Mannschaft durchaus ausgemacht.

„Diese Niederlage hat uns schon sehr geärgert, auch wenn es der letzte Spieltag war und es für uns um nichts mehr ging“, erzählt Bremmer. Natürlich weiß sie auch, dass schon einiges zusammenkommen muss, um dieses Spitzenteam der Liga erneut an den Rand eine Niederlage zu bringen.

„Es besteht schon ein Qualitätsunterschied zwischen beiden Teams, aber die Mannschaft des THC hat in dieser Saison Höhen und Tiefen und man erkennt daran, dass sie auch noch auf der Suche sind.“ In dieser Unbeständigkeit liege sicherlich eine Chance für ihre Mannschaft. „Wir haben Lust, es den Thüringerinnen sehr schwierig zu machen.“

Bremmer erwartet einen torgefährlichen Thüringer Rückraum und Gastgeberinnen, die trotz ihres Verletzungspechs immer noch gut und breit aufgestellt seien und aus einer stabilen Defensive agierten. Miranda Robben-Schmidt trug jahrelang das Wildunger Trikot und ist die Niederländerin nach ihrem Rücktritt überraschend ins Shirt des Thüringer HC geschlüpft.

Bremmer: Trotz Niederlage gegen Halle viel Gutes gesehen

Es fällt Bremmer schwer, die langjährige Vipers-Linksaußen als Gegnerin zu bezeichnen. „Ich denke, dass sie gegen uns spielt ist eher eine schöne Sache als eine unangenehme. Miris Herz liegt sicherlich noch bei uns, und bei bestimmten Spielerinnen, deshalb wird es für sie eher ein besonderes Spiel.“

Die schwächere zweite Halbzeit gegen den SV Halle-Neustadt hat Bremmer bereits abgehakt. In diesen 30 Minuten sind den Vipers zwar mögliche Zähler durch die Hände geglitten, aber die Trainerin hat in diesem Spiel trotz der 29:33-Niederlage auch viel Gutes von ihrem Team gesehen. „Wir waren im Vergleich zu den vorherigen Spielen spielerisch deutlich besser. Außerdem hatte die Mannschaft aus Halle eine starke Torhüterin und wir haben trotzdem 29 Tore auswärts geworfen.“

Das zeige, dass der Motor in der Offensive bei den Vipers bereits recht gut laufe, nur in der Defensive komme er noch zu oft ins Stottern. Vielleicht läuft er ja am Samstagabend in Bad Langensalza rund.

Thüringer Trainer Herbert Müller nutzt auch Insiderwissen

Die Handballerinnen der Wildunger Vipers haben es schwer, in der Bundesliga unterschätzt zu werden. Die Trainer anderer Teams loben stets die Unberechenbarkeit und Kampfkraft der Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer, auch wenn sie unten in der Tabelle steht.

Da macht Herbert Müller, Trainer des Rangvierten Thüringer HC, keine Ausnahme. „Die Mannschaft von Tessa kann immer gefährlich sein, sie hat uns das Leben im letzten Spiel (31:30) sehr schwer gemacht und ihre 4:2-Deckung kann jedem Gegner Schwierigkeiten bereiten.“

Das frühzeitige Scheitern im Qualifikationsspiel zur EHF European League gegen Molde sei zwar für sein Team sehr schmerzhaft gewesen, aber der Coach glaubt nicht, dass dieses Aus Auswirkungen auf den Bundesliga-Alltag haben wird. Allerdings sind einige Spielerinnen und der Trainer selbst mit einer Erkältung aus Norwegen zurückgekehrt. „Ich kann noch gar nicht sagen, wer spielen kann und wer nicht.“

Müller kennt den nächsten Gegner aus dem Effeff. „Brandgefährlich“ sei inzwischen Munia Smits geworden, mit ihrer Dynamik und Wurftechnik. Und wie gewissenhaft sich der THC auf den Tabellenvorletzten aus Wildungen vorbereitet, beweist Müller, indem er zugibt, dass er auch die ehemalige Viper Miranda Robben-Schmidt bei der taktischen Vorbereitung zu Rate zieht. „Warum sollte ich auf dieses Insiderwissen verzichten?“ rsm

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