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Jede Menge Aktionen und Informationen beim ersten Präventionstag in Bad Wildungen

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Sicher in den eigenen vier Wänden: Annika Mehlhorn und Christian Bultemann informierten über Einbruchssicherung und zeigten, welche technischen Möglichkeiten den Schutz verbessern können
Sicher in den eigenen vier Wänden: Annika Mehlhorn und Christian Bultemann informierten über Einbruchssicherung und zeigten, welche technischen Möglichkeiten den Schutz verbessern können © Jörg Schüttler

Unter dem Motto „Sicher und aktiv – Leben in Bad Wildungen“ fand am Samstag, 15. Oktober 2022, im Martin-Luther-Haus und rund um den Postplatz der erste Präventionstag statt.

Bad Wildungen – „Wir wollen den Bürgern zeigen, dass wir viele Akteure haben und auch den Kindern und Jugendlichen Hinweise geben, wie man sich engagieren kann“, sagt Kinder- und Jugendkoordinator Manuel Schmidt.

Auftakt mit über 300 Schülern aus Bad Wildungen

Sehr gut besucht war schon die Auftaktveranstaltung in der Wandelhalle am Freitagabend, ein Präventionstheater „Comic on:#werbinch“ mit über 300 Schülern des Gustav-Stresemann-Gymnasiums und der Ense-Schule.

Wenn das Herz stockt: Erste Hilfe kann Leben retten, das Team des DRK gab Tipps für Notfallsituationen.
Wenn das Herz stockt: Erste Hilfe kann Leben retten, das Team des DRK gab Tipps für Notfallsituationen. © Jörg Schüttler

Daria Anatzki und Violetta Bat informierten am Samstag im Luther-Haus über das „Netzwerk für Toleranz“, das Demokratie und Toleranz im Landkreis zu fördern und gegen Rechtsextremismus und Rassismus arbeiten will. Anatzki: „Wichtig ist für uns Bildungsarbeit und finanzielle Förderung von Projekten. Wir gehen auch in Schulen mit Ausstellungen gegen Rassismus.“

Am Hilfetelefon wird rund um die Uhr kostenfrei beraten

Irina Gebel und Gundula Schmieding vom Frauenhaus Waldeck-Frankenberg und Beate Friedrich, Frauenbeauftragte des Landkreises, informierten über Gewalt gegen Frauen. Vor allem machten sie auf die Aktion „Wo finde ich Hilfe?“ und das Hilfetelefon 08000116016 aufmerksam, das rund um die Uhr kostenfrei erreichbar ist zur anonymen und sicheren Beratung.

Mit Infostand und Fahrzeugen mit Rettungsgerät war die Bergwachtjugend vertreten. 18 Erwachsene sowie 30 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren sind bei der Wildunger Bergwacht aktiv. Die Jugendlichen lernen mit Seil und Rettungstechnik umzugehen. Fünf bis zehn Einsätze absolviert die Bergwacht pro Jahr, meist im unwegsamen Gelände im Bereich des Nationalparks.

Schnell und sicher löschen: Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigten, wie das geht.
Schnell und sicher löschen: Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigten, wie das geht. © Jörg Schüttler

Training zur Selbstbehauptung

Das THW, das 35 Mitglieder zählt, präsentierte einen Gerätekraftwagen der Bergungstruppe, Einsatzleitwagen (ELW) und einen Ladekran. Beim Deutschen Roten Kreuz, wo sich die Besucher in Erste Hilfe einweisen lassen konnten, war eine Feldküche aufgebaut. Bei der Jugendfeuerwehr fanden Übungen mit Feuerwehrschläuchen und ein Löschtraining statt.

An einem Überschlagsimulator, der eigens aus Offenbach kam, ging es um „sicheres Verhalten“ bei einem Kfz-Unfall.

Spiel und Spaß lockte die jüngsten Besucher zum Spielmobil der Deutschen Sportjugend auf den Schulhof am Breiten Hagen. Ein Selbstbehauptungstraining für Mädchen und Jungen bot außerdem das Team des Jugendhauses an.

Manuel Schmidt: „Jeder ist gefordert“

Neben Gegrilltem und kühlen Getränken erwartete die zahlreichen Besucher im Martin-Luther-Haus ein reichhaltiges, von den Mitarbeitern des Mehrgenerationenhauses bestücktes Kuchenbuffet.

„Man ist nur gemeinsam stark und beim Thema Sicherheit ist jeder gefordert“, betont Manuel Schmidt und freute sich über große Unterstützung. Ordnungsamtsleiter Martin Segler bekräftigt: „Wir haben die feste Absicht, den Präventionstag zu wiederholen.

Polizei informiert: Betrüger ändern stetig ihre Maschen

Über Einbruchsschutz, Internet-Kriminalität und sonstige Betrugsmaschen informierte die Polizei. Telefonbetrüger wollen in psychologischer Hinsicht manipulieren, erklärt Susanne Gottmann vom Präventionsdienst des Polizeipräsidiums Nordhessen: „Die Psychologie und Täuschung bei einem Betrug sind fast drehbuchartig. Und die Betrüger entwickeln sich weiter.“

Hilfe finden: Gundula Schmieding (links) und Beate Friedrich.
Hilfe finden: Gundula Schmieding (links) und Beate Friedrich. © Jörg Schüttler

Ihre Maschen passen sie der politischen und wirtschaftlichen Situation an. Bei der Einführung der Rauchmelderpflicht beispielsweise haben sich häufig falsche Kontrolleure den Zugang in Wohnungen verschafft. Auch geben sich Diebe, häufig mit „Blaumann“ bekleidet, bei Anliegern von Baustellen als Handwerker aus, um in die Wohnung zu gelangen. Sie versuchten den Wohnungseigentümer abzulenken, um dann an Geld und Wertgegenstände zu gelangen. Gottmann: „In vielen Wohnungen sind die Schlafzimmer vermeintlich sichere Geldverstecke. Man macht es den Tätern zu einfach. Sie wollen ein leichtes Opfer haben.“

Neben dem klassischen Enkeltrick warnt Gottmann auch vor sonstigen Telefonbetrügern. In der Regel sei es richtig, das Gespräch zu beenden und sofort die Polizei zu verständigen: „Es ist für uns wichtig, Kenntnis zu haben, damit wir im örtlichen Bereich agieren können. Leider ist die Dunkelziffer immer noch sehr hoch.“ Auch bei Anrufen von „Microsoft“ solle man sofort den Hörer auflegen. Zudem gab es Tips zur Cybercrimeprävention.

Nummern an Fahrrädern erschweren Dieben den Weiterverkauf

Die von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes herausgegebene kostenlose Broschüre „Einbruchsschutz – Sicher wohnen“, die am Präventionstag verteilt wurde, informiert außerdem über technische Sicherheit von Türen und Fenstern, Alarmanlagen und Videoüberwachung und Einbruchsschutz und dessen staatliche Förderung.

Zudem bot die Polizei kostenlose Fahrrad-Codieraktionen an. Nummern wurden in den Fahrradrahmen eingraviert. Im Falle eines Diebstahls gibt dieser Code der Polizei Hinweise auf den rechtmäßigen Eigentümer. Dies erschwert es den Dieben, die Fahrräder weiterzuverkaufen. Die nächste Fahrrad-Codieraktion in Bad Wildungen findet vom 24. bis 28. Oktober statt.

Jugendgruppe „Les Jeunes“ wirbt für Partnerschaft

Im Mehrgenerationenhaus Alte Schule traf sich zudem wie sonst an jedem vierten Samstag im Monat die Kinder- und Jugendgruppe Les Jeunes, die mit der französischen Gemeinde Chateau du Loir eine Partnerschaft aufgebaut hat. „Wir hoffen, dass wir noch mehr Kinder erreichen können“, wünscht sich Brigitte Hellwig-Lippeck.

Die nächste Aktion am 22. Oktober dreht sich um „Herbst und Halloween“ mit Kürbissen. Es soll eine „schön-schaurige“, mehrstöckige Torte gebacken werden. (Jörg Schüttler)

Weitere Bilder von der Premiere des Bad Wildungen Präventionstages

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