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Mehr Emotionen zeigen: Wildunger Vipers möchten Leverkusen „durcheinander bringen“

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Die Lücke ist zu: Die Wildungerin Annika Hampel quält sich durch die Leverkusener Abwehr. Teamkolleging Jolina Huhnstock kann ihr nicht helfen.
Die Lücke ist zu: Die Wildungerin Annika Hampel quält sich durch die Leverkusener Abwehr. Teamkolleging Jolina Huhnstock kann ihr nicht helfen. © malafo

Endlich mal wieder ein gutes Spiel abliefern - über 60 Minuten. Das wünschen sich die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen, wenn sie am Sonntag (16 Uhr) in der Bundesliga in Leverkusen antreten.

Bad Wildungen – Natürlich war die extrem schlechte zweite Halbzeit im Pokalspiel in Buxtehude (22:36) ein Thema während dieser Trainingswoche. „Wir haben viel über dieses Spiel gesprochen“, sagt Trainerin Tessa Bremmer. „Doch wir müssen wieder nach vorn schauen, jetzt ist Liga, ein ganz anderes Gefühl.“

Moment, nicht so schnell. Was hat die Mannschaft über diese zweite Halbzeit gesagt? „Viele Spielerinnen haben gesagt, dass in Buxtehude vor allem die Emotionen im Team gefehlt hätten.“ Das sei bereits in der ersten Halbzeit sichtbar gewesen. „Wenig Freude, aber auch wenig Frust und Ärger war zu sehen, irgendwann war jede Spielerin in ihrer eigenen Welt.“ Die Mannschaft habe in dieser Woche auch an ihren Emotionen gearbeitet, erzählt Bremmer, „die müssen wir mehr raus lassen, auch, um uns im Spiel gegenseitig zu pushen.“

Bremmer möchte auch mentale Fortschritte bei ihrer Mannschaft sehen, fordert mehr Aufmerksamkeit, damit sie auf brenzlige Situationen nicht immer zu spät reagiere. „Eine konstante Leistung hat auch viel mit Fokus zu tun.“

Leverkusen! Da war doch was im Hinspiel, oder?

Leverkusen! Da war doch was im Hinspiel, oder? Stille. „Was war denn da?“, fragt Bremmer zurück. Na, da war doch dieses unglücklich verlorenen erste Saisonspiel, nach der guten Vorbereitung. Danach sagte die Trainerin, dass die Saison vermutlich anders verlaufen wäre, wenn die Mannschaft den Saisonauftakt gewonnen hätte. Kommen da keine Revanchegefühle hoch? Oder Emotionen, die motivieren könnten? „Nein, wieso, das hat doch nichts mit Leverkusen zu tun, sondern nur mit der Enttäuschung über unsere schlechte Leistung.“

Norwegischer Neuzugang Olson noch nicht fit

Auf der Mannschaft, mit einigen verunsicherten Spielerinnen, liegt ein hoher Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. Bedeutet das gleichzeitig, dass die Vipers in Leverkusen auch mehr riskieren müssen? Bremmer verneint diese Frage. „ Wir gehen nie ein Risiko ein, sondern treffen taktisch überlegte Entscheidungen.“

Die Vipers müssen weiterhin auf ihren Neuzugang, Linksaußen Thea Øby Olsen, verzichten. Corona habe das Debüt der Norwegerin verzögert, sagt Bremmer. Vermutlich reiche es auch bei Maxime Struijs noch nicht für einen Einsatz.

Das Team aus Leverkusen beschreibt die Trainerin als eine gute Mischung aus alten und jungen Spielerinnen. „Wir sollten versuchen, ihr Konterspiel zu verhindern.“ Leverkusen habe zu Saisonbeginn auch nicht gut gespielt, dann sei ein anderer Trainer gekommen, der gebe neuen Input. „Es läuft jetzt recht gut bei Leverkusen, aber es liegt an uns, sie wieder etwas durcheinander zu bringen.“

 Trainer Petersson: „Ein unglaublich wichtiges Spiel“

Johan Petersson ist erst seit sechs Wochen Trainer der Handballerinnen des TSV Bayer Leverkusen, aber der Schwede sieht bereits Fortschritte. „Ich habe einige Fehler gesehen und versucht, sie zu korrigieren.“

Was er da genau gemacht hat, will er natürlich nicht preisgeben. Nur so viel: „Als erstes ging es um die Abwehr, das haben wir alles neu gemacht, dann haben wir viel mehr Tempo reingebracht, aber vernünftig, mit wenigen technischen Fehlern und schließlich haben wir den Zug zum Tor verbessert.“ Leverkusen besiegte Halle und Rosengarten, verlor gegen Bietigheim und Metzingen,

Die Begegnung gegen Wildungen ist für Petersson „ein unglaublich wichtiges Spiel, da geht es wieder um alles, es ist für beide ein vier Punktespiel.“

Petersson, der bereits in Schweden eine Frauenmannschaft trainiert hat, gibt zu, dass er die Bundesliga-Teams noch nicht gut kenne. „Obwohl ich mir Videos angeschaut habe, weiß ich nur wenig über das Wildunger Spiel, gibt er unumwunden zu. „Ich sehe mir die Mannschaften lieber selbst an, im Video kann man einiges nicht gut erkennen, etwa wie hart die jeweiligen Spielerinnen werfen.“

„Frauen verstehen oft nicht, wie man mit Tempo spielt“.

Die gute Jugendarbeit in Leverkusen war auch ein Grund, warum der Schwede sich am Rhein niedergelassen hat. „Ich bin ein Ausbilder und es geht bei mir viel um Pädagogik und Technik“, erzählt der Schwede. Er stellt den Frauen im Handball gegenüber den Männern in einem Punkt kein gutes Zeugnis aus. Technisch und physisch seien beide Geschlechter in etwa gleich, aber „Frauen verstehen oft nicht, wie man mit Tempo spielt“. Entweder spielten sie zu schnell oder viel zu langsam. Außerdem müsse man mit Frauen viel mehr reden als mit Männern, pädagogisch anders mit ihnen arbeiten. Die Kunst sei, das Tempo zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

Corona hat auch des Team aus Leverkusen erwischt, zwei Spielerinnen seien positiv getestet worden, sagt der Coach. Er hofft, dass er sie am Sonntag wieder einsetzen kann. Außerdem erlitt Linksaußen Loreen Veit im letzten Spiel einen Kreuzbandriss. (rsm)

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