Walter Mombrei (SPD) regte im Finanzausschuss stationäre Radarfalle an

Mehr Ruhe für Mandern durch Blitzer?

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Das Aufstellen von stationären Radarfallen wie hier in Löhlbach wurde für Mandern angeregt.

Mandern. Der Verkehr über die Bundesstraße 253, mitten durch den Ort, raubt Mandernern Nachtruhe und Schlaf. SPD-Fraktionschef Walter Mombrei regte im Haupt- und Finanzausschuss das Aufstellen von stationären Radarfallen wie in Löhlbach an. Würde das helfen?

Ordnungsamtsleiter Martin Segeler äußerte Zweifel angesichts der Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrollen aus der Vergangenheit: „Bei 8000 kontrollierten Fahrzeugen haben wir zwischen 80 und 90 Bußgelder verhängt.“ Das sei eine vergleichsweise geringe Quote. Bei den Tempoverstößen steche Mandern im Vergleich zu anderen Orten nicht hervor.

Unter Umständen würden Blitzer mit Blick auf den Lärmschutz sogar das Gegenteil des Erwünschten bewirken: „Weil der Verkehr vor den Anlagen abbremst und danach wieder Gas gegeben wird.“

Segeler verwies dazu auf die Erfahrungen aus Ungedanken. Die neue Verkehrsinsel und das Verschwenken der Fahrbahn zur Verkehrsberuhigung lösten den beschriebenen Negativeffekt beim Lärm aus.

Eine Anlage mit fest installierten Blitzern kostet etwa 150 000 Euro, hatte Segeler ermittelt. Liefe es wie in Löhlbach, würde sie ein Vielfaches der Summe über Bußgelder wieder einspielen. Wo Privatfirmen Anlagen auf eigene Rechnung namens der Behörden aufstellten, verschwänden die Fallen aber häufig wieder, sobald sich der Verkehr an sie gewöhne und die Rendite zu niedrig ausfalle.

Die messbare Zunahme des Lkw-Verkehrs durch Mandern bilde vielmehr die Ursache für die spürbar höhere Lärmbelastung, meint Segeler. „Das wird noch schlimmer werden, wenn die Bergshäuser Brücke auf der A 44 wegen Sanierung ab 2019 für Lkw gesperrt wird“, erwartet Ausschussvorsitzender Helmut Simshäuser.

Martin Segeler verwies auf den Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums. Details sollen Mitte 2019 feststehen. Vielleicht ergebe sich für Mandern daraus die Möglichkeit, nachts zum Lärmschutz Tempo 30 zu erlassen, wie es entlang der B 3 Richtung Marburg zu finden ist.

„Eine Rolle beim Verkehrslärm spielt auch die Zunahme an Autos mit Klappenauspuff“, ergänzte Bürgermeister Ralf Gutheil. Diese getunten Wagen verbreiteten selbst bei Tempo 30 einen erheblichen, doch per EU-Richtlinie gestatteten Lärm.

Der Ausschuss entschied, erst wieder ab Mitte 2019 über stationäre Radarfallen für Mandern zu beraten.

„Warten wir den Lärmaktionsplan ab“, schloss Walter Mombrei. (su)

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