Nach Kritik der Fahrer: Regierungspräsidium überprüft Bad Wildunger Bus-Unternehmen

Fahrplanänderungen beim NVV - Bus und Bahn - hier Busfahrer Rudolf Damaske für BKW Bad Wildungen mit Kunden am ZOB Korbach
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Busfahrer werfen der Bad Wildunger BKW und der Schwesterfirma BWV vor, die gesetzlichen Arbeitszeiten und die Tariftreue nicht eingehalten zu haben.

Busfahrer werfen dem Bad Wildunger Unternehmen BKW und dessen Schwesterfirma BWV vor, die gesetzlichen Arbeitszeiten und die Tariftreue nicht eingehalten zu haben. Das Regierungspräsidium überprüft derzeit die kommunalen Verkehrsbetriebe. Geschäftsführer André Boos weist die Vorwürfe von sich.

Die Beschäftigten des Busunternehmens haben das Regierungspräsidium in Kassel eingeschaltet. Drei Aktenordner mit Unterlagen zu den Arbeits- und Lenkzeiten liegen derzeit bei der Behörde vor. RP-Sprecher Michael Conrad sagt: „Es wird mehrere Wochen dauern, das zu bearbeiten.“

Unserer Zeitung liegen mehrere Dienstpläne aus den vergangenen beiden Jahren vor, die Auffälligkeiten aufweisen. Demnach beträgt beispielsweise die tägliche Arbeitszeit der Fahrer auf der Linie 528 im Bündel Burgwald – Oberes Edertal abzüglich Pausen 10,30 Stunden. Auf der Linie 525 sind es 10,40 Stunden. Erlaubt sind in der Regel acht Stunden. Bis zu zehn Stunden täglich sind möglich, wenn innerhalb eines halben Jahres im Durchschnitt acht Stunden pro Tag nicht überschritten werden.

Auffällig sei, dass die „technische Wendezeit“ in keinem Plan bedacht worden sei, sagt Alfred Schrader der die Internetseite stadtbusfahrer.de mit Fachinformationen betreibt und die Dienste für unsere Zeitung bewertet hat. Gemäß Bundesverordnung habe der Fahrer das Fahrzeug nach jeder Fahrt auf Fundsachen zu überprüfen, so Schrader: „Diese Zeit wird offenbar nicht berücksichtigt.“

Die Ausschreibung für das Linienbündel wurde am 4. Dezember 2015 veröffentlicht – damit greift das am 1. März 2015 in Kraft getretene Hessische Tariftreue- und Vergabegesetz (HTVG). Das bedeutet unter anderem: Pausenzeiten dürfen maximal in Höhe von 15,3 Prozent der Dienstzeit abgezogen werden. Bei der Linie 528 wären das maximal 1,95 Stunden, abgezogen wurden aber jeweils 2,25 Stunden.

Boos hingegen erklärt, dass die Einhaltung des HTVG durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüft und testiert worden sei. Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhe- und Lenkzeiten werde zudem von der zuständigen Aufsichtsbehörde überprüft. 

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