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Bad Wildungen: Neubau an der Werner-Wicker-Klinik auf der Zielgeraden

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Seit 1978 orthopädisches Schwerpunktklinikum: Die Werner-Wicker-Klinik in Reinhardshausen. Die Bauarbeiten am Neubautrakt sind auf der Zielgeraden, die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant.
Seit 1978 orthopädisches Schwerpunktklinikum: Die Werner-Wicker-Klinik in Reinhardshausen. Die Bauarbeiten am Neubautrakt sind auf der Zielgeraden, die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant. © Cornelia Höhne

Die Wicker-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das millionenschwere Neubauprojekt an der Werner-Wicker-Klinik (WWK) in Bad Wildungen-Reinhardshausen mit OP-Sälen ist auf der Zielgeraden und soll in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Bad Wildungen – „Wie bei jedem Neubau gab es auch bei uns einige Hürden, zum Beispiel Lieferengpässe bei Baumaterialien oder Personalausfälle bei Dienstleistern“ sagt Simon Vieten, kaufmännischer Direktor der WWK. Diese Herausforderungen seien gemeistert. Die letzte Bauabnahme ist im späteren Frühjahr geplant, danach werden finale Arbeiten fertiggestellt und schrittweise der Neubautrakt in Betrieb genommen, kündigt der Klinikleiter an. „Die Eröffnung ist sowohl für die Werner Wicker Klinik als Orthopädisches Schwerpunktklinikum als auch für die Region ein Meilenstein.“

Bildungszentrum sichert Fachkräfte

An der WWK habe sich in 2022 das Ausbildungskonzept bewährt. 13 Absolventen haben ihre Pflegeausbildung am Wicker-Bildungszentrum in Bad Wildungen abgeschlossen. In einer Zeit, in der fast 40 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland unbesetzt bleiben sei dies eine gute Nachricht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seit 40 Jahren bildet das Bildungszentrum aus und sichert Fachkräfte. Die Qualität der Ausbildung untermauere die Auszeichnung als „Deutschlands Ausbildungs-Champion 2022“ durch das Institut für Management und Wirtschaftsforschung. Klinikleiter Vieten sagte, dies zeige, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Es sei vor zwei Jahren die richtige Entscheidung gewesen, das Zentrum zu modernisieren und durch einen Erweiterungsbau zu vergrößern für zusätzliche Ausbildungsplätze: „Wir investieren damit in unsere nächste Pflege-Generation.“

Fachtagung mit 800 Gästen aus dem In- und Ausland

Fachpublikum aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war bei der Jahrestagung der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie zu Gast. Ausrichter war die Wicker Klinik, die seit 1978 als Schwerpunktklinikum auf die Behandlung von nationalen und internationalen Patienten mit Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks spezialisiert ist. Vor 800 Gästen wurden das Behandlungsspektrum präsentiert, um Kontakte zu knüpfen und Fachkräfte zu werben, resümieren die Enkel des 2020 verstorbenen Firmengründers Werner Wicker und Geschäftsführer der Wicker-Gruppe, Anna-Carina Jungermann und Christopher Leeser.

Wicker-Gedenktag ins Leben gerufen

Wicker, der als Pionier im Gesundheitswesen galt, wäre am 24. September 2022 87 Jahre alt geworden. Seine Schaffenskraft ist noch heute spürbar, nicht nur in Bad Wildungen, sondern auch in Bad Sooden-Allendorf, Kassel oder Bad Zwesten. Ihm zu Ehren haben seine Enkel den jährlichen „Wicker-Feiertag“ ins Leben gerufen. Die Geschwister Leeser und Jungermann führen das Familienunternehmen in seinem Sinne fort: „Zuverlässigkeit, ein ganzheitlicher Blick auf den Menschen und das Bewusstsein für die große gesellschaftliche Verantwortung waren die Leitlinien im Leben unseres Großvaters.“

50 Jahre Klinik am Homberg in Bad Wildungen

Wickers Pioniergeist spiegelt auch die Klinik am Homberg wider. Bei der Eröffnung in 1972 beeindruckten der stattliche Neubau und die große Mineralbäderabteilung, die über eine 2,5 Kilometer lange Leitung mit der Bilsteinquelle verbunden war. Damals waren Wannenbäder mit Quellwasser selten und einzigartig für Bad Wildungen.

Vorausschauend agierte Wicker auch in der Kurkrise Anfang der 1980er-Jahre: Er erweiterte die Klinik 1983 um die Indikation Psychosomatik/Psychotherapie und 1988 um die Orthopädie inklusive Zulassung für Anschluss-Heilbehandlungen (AHB). Heute hat die Rehabilitationsklinik 290 Betten. Besonderheit: Präventivkuren für Bundeswehr-Soldaten nach Auslandseinsätzen.

Hilfe für die Ukraine mit Sachspenden und Operation

Medikamente und medizinische Ware, rund 800 Handtücher und 600 Bettwäsche-Garnituren sowie Mitarbeiter-Spenden von Windeln bis hin zu Lebensmitteln wurden der Hessischen Krankenhausgesellschaft sowie dem Verein „Humanitäre Hilfe Korbach“ für hilfsbedürftige Menschen in der Ukraine übergeben. Hilfe erhielt in der Klinik auch eine 14-jährige Ukrainerin, bei der 2020 eine Skoliose mit Fehlstellung diagnostiziert wurde. Im Klinikum Charkiw erhielt sie vorerst ein Korsett, um die Wirbelsäule zu stabilisieren. Am 14. März 2022 sollte die Fehlstellung korrigiert werden, doch das Klinikum wurde kurz zuvor durch Bomben zerstört. Kseniia P. konnte nach der Flucht mit ihrer Mutter in Bad Wildungen erfolgreich operiert werden.

Forschung für die Therapie

Die WWK ist als Wirbelsäulen- und deutsches Skoliosezentrum auf alle Erkrankungen rund um die Wirbelsäule und auf Skoliosen spezialisiert. Da ihre Ursachen nicht zu 100 Prozent bekannt sind, wird die Forschung voran getrieben. So pflegt das Skoliosezentrum mit Patienteneinwilligung eine anonymisierte Forschungsdatenbank. Ein weiteres neues Forschungsprojekt gibt es am Zentrum für Rückenmarkverletzte, um personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln, die die Behandlung von Querschnittgelähmten mit Druckgeschwüren deutlich verbessern sollen.  

Zur Wicker-Gruppe gehören Kliniken, Hotel, Thermalbäder

Die Wicker-Gruppe umfasst unter privater Trägerschaft neun Rehabilitationskliniken – davon eine mit einer Krankenhausabteilung für Psychosomatik – und drei Akut-Krankenhäuser in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Medizinischen Versorgungszentren an WWK und der Hardtwaldklinik I verfügen über Angebote in Radiologie, Neurologie und Orthopädie. Aus- und Weiterbildungen im Bereich Pflege bietet das Bildungszentrum an. Zum Unternehmen gehören auch zwei Thermalbäder – die Kurhessen Therme in Kassel-Bad Wilhelmshöhe und die Taunus Therme in Bad Homburg v. d. Höhe. Das Hotel Hochsauerland 2010 in Willingen rundet das Angebot mit Wellness und Erholung ab. Weitere Informationen: www.wicker.de.

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