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Neues Heloponte Bad Wildungen präsentiert: „natürlich schwimmen“

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Von: Matthias Schuldt

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Das neue Heloponte aus der Vogelperspektive. Links der große Saunagarten mit eigenem Naturbadeteich, rechts daneben hinter dem Sichtschutz der Natur-Schwimmteich. Direkt über ihm zu erkennen das kleine Ausschwimmbecken der Saunaanlage im Obergeschoss, direkt darunter das Sole-Außenbecken mit Verbindung zum Familien- und Sportbad, das am rechten Bildrand die 80-Meter-Rutsche umfasst.
Das neue Heloponte aus der Vogelperspektive. Links der große Saunagarten mit eigenem Naturbadeteich, rechts daneben hinter dem Sichtschutz der Natur-Schwimmteich. Direkt über ihm zu erkennen das kleine Ausschwimmbecken der Saunaanlage im Obergeschoss, direkt darunter das Sole-Außenbecken mit Verbindung zum Familien- und Sportbad, das am rechten Bildrand die 80-Meter-Rutsche umfasst. © Darstellung: Wiebold Landschaftsarchitektur, Osnabrück

Die beteiligten Planungsbüros stellten den Entwurf fürs neue Heloponte Bad Wildungen am Mittwoch auf einer Bürgerversammlung vor.

Bad Wildungen – Rund 80 Interessierte kamen in die Wandelhalle. Im Publikum saßen etliche Stadtverordnete und Beschäftigte der Stadt. Parlamentsvorsteher Dr. Edgar Schmal sichtete als Gastgeber auch Edertaler Gäste: „Das Heloponte interessiert natürliche über die Grenzen Bad Wildungens hinaus.“

In einer mehr als zweistündigen Präsentation mit einem kleinen Animationsfilm als Schlusspunkt entfaltete sich vor den Augen der Besucher die Vision vom neuen „Heloponte – natürlich baden“. Der Name bleibt, der neue Slogan und ein neues Logo mit Wellenlinien im Schriftzug zielen aufs Herzstück des Konzeptes: die besondere Lage und reizvolle natürliche Gestalt des Grundstücks mit dem Sonderbach als Seele des Geländes. Der Entwurf gestaltet diese Seele mit einer Fülle von Ideen zu einer Wasser-Erlebnis-Landschaft aus, die im weiten Umkreis ihresgleichen sucht. Es tritt an die Stelle des heutigen Freibades und lädt trotzdem zum sommerlichen Schwimmen im Freien ein. Das gewährleistet ein unbeheizter Natur-Schwimmteich von rund 500 Quadratmetern Wasserfläche bei 25 Metern Länge und einer Tiefe von 1,35 Meter. Zu ihm gehört ein kleiner, feinkiesiger Strand, so dass sein Ufer Familien mit Kindern zum Planschen einlädt.

Geringe Betriebskosten für Natur-Schwimmteich des neuen Heloponte

Gespeist werden soll der Teich aus dem dicht unter der Oberfläche liegenden, reichhaltigen Grundwasservorkommen des Geländes, erklärt Petra Schirmacher vom Bauamt. Ein Kies-Rieselfeld am westlichen Ende des Grundstücks und drei Pumpen halten den Naturbadeteich sauber. „Geringe Investitionskosten und ganz geringe Betriebskosten sind ein zusätzlichers, großer Vorteil“, erläutert Landschaftsarchitekt Klaus Wiebold. Ein kleiner Wasserfall setzt einen weiteren optischen Reiz und unterstützt den Erhalt der Wasserqualität.

Blick auf den Wasserspielplatz an der frei gelegten Sonder mit Beachfeld und Risenrutsche.
Blick auf den Wasserspielplatz an der frei gelegten Sonder mit Beachfeld und Risenrutsche. © Darstellung: Wiebold Landschaftsarchitektur, Osnabrück

Die Erfahrungen mit dieser Art biologischer Aufbereitung seien inzwischen sehr gut, sagt Wiebold: „wir haben vor zehn Jahren in Bad Bentheim einen solchen Teich geplant, und bis heute musste der Betrieb nicht einen Tag unterbrochen werden.“ Für härter Gesottene lasse sich der Teich durchaus auch im Winterhalbjahr nutzen.

Sonderbach wird renaturiert

Südlich des Teiches wird die Sonder aus ihrem unterirdischen Gefängnis befreit und renaturiert. Petra Schirmacher beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema aus Umweltgründen. Die Planungsbüros nutzen die Gelegenheit, an der Sonder und der dazugehörigen Mündung des Urenbaches eine Vielzahl verschiedener Spiel- und Abenteuerzonen einzurichten, an der Kinder allen Alters sich mit Eltern und Großeltern ausleben. Wasserspielgeräte, Klettergelegenheiten, Sandspiel-Landschaft, Matschzone und vieles mehr fügen sich in viel Grün mit Bäumen und Sträuchern ein. „Die Kinder sollen auch die Sonder selbst in Anspruch nehmen für freies Spiel am Bach“, erklärt Beate Czernohouse. Im hinteren Bereich ist ein Beach-Volleyballfeld vorgesehen, das in gleicher Weise für Beachsoccer und Beach-Basketball genutzt werden kann.

Ein großer Teil des Geländes einschließlich alter, naturbelassener Baumbestände wird dem Saunagarten zugeschlagen. In dessen gestaltetem Teil prägen eine Wiese, ein kleiner Naturschwimmteich, eine Außensauna und viele Sitzgelegenheiten die Szenerie. Auch vor dem Haupteingang an der Richard-Kirchner-Straße prägen künftig Sitzgruppen, Bäume und weiteres Grün die Optik.

Barrierefreiheit und Transparenz auf dem gesamten Gelände des neuen Heloponte

Barrierefreiheit und Transparenz auf dem gesamten Areal und erst recht im Inneren sind Leitlinie der Planung, erläutert Ulrich Tillmanns vom Büro „4a“ aus Stuttgart: „Die Gäste brauchen kein Navi, um sich zurecht zu finden.“ Die durchgehend großen Glasfronten gewähren beispielsweise vom Sportbecken mit seinen fünf 25-Meter-Bahnen aus freien Blick in die Umgebung, so auf die Silhouette der Altstadt mit der Kirche als Blickfang. Mehrere große Doppeltüren lassen sich im Richtung großer Terrasse zum Freigelände öffnen. Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Plattform zählen zur Ausstattung des Sportbeckens. Eine kleine, tribünenartige Empore oberhalb ermöglicht es, bei Sportwettkämpfen zuzuschauen. Durch Gänge Treppen und Aufzug sind alle Bereiche des Hallenbades miteinander verbunden und von überall einzusehen.

Der Teil Familienbad weist Nichtschwimmer- und Planschbecken mit Spielelementen auf. Das Lehrschwimmbecken ist nicht nur als solches zu gebrauchen, sondern bietet abseits der Schwimmkurse mit Massagedüsen, Sprudelplatte und Strömungskanal viele Möglichkeiten, zu entspannen und sich wohl zu fühlen. Eine 80-Meter-Rutsche und ein „Spraypark“ zählen zu den Attraktionen. Darunter versteht man eine Kletter- und Spielkonstruktion, die Kinder anregt, Wasser aus unterschiedlichen Geräten zu verspritzen.

Große Saunalandschaft mit Saunagarten

Eine große Saunalandschaft mit vielen verschiedenen Möglichkeiten zu schwitzen schließt sich Richtung Westen an: vom Saunarium übers Dampfbad bis zur Panoramasauna mit Blick Richtung Sonder. Aus der Ebene schiebt sich ein kleines Außenschwimmbecken für die Saunagäste nach draußen. Sie haben freien Blick, ohne von unten gesehen zu werden.

Direkt darunter, verbunden mit dem Familienbad, befindet sich ein zweites, kleines Außenbecken. Es wird mit 3 Prozent Sole betrieben bei einer angepeilten Temperatur von 34 Grad Celsius. Eine Einladung zum Warmbaden im Freien besonders während der Winterzeit. Eine zentrale Position im Inneren nimmt die die Schwimmeisterei ein, von der aus die Aufsicht freien Blick auf alle sicherheitsrelevanten Bereiche hat. Ebenso mittig angeordnet ist die Gastronomie, von der aus Sauna und Badbereich aus zu bedienen sind. (Matthias Schuldt)

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