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Parfüm in Bad Wildungen gestohlen: 38 Jahre alter Kasseler zu Haftstrafe verurteilt

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Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls mit einem Messer in der Bad Wildunger Fürstengalerie hat das Amtsgericht Fritzlar einen 38 Jahre alten Mann aus Kassel zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt.

Justitia
Um gewerbsmäßigen Diebstahl und Hehlerei ging es im Fritzlarer Amtsgericht. Zugetragen hat sich die Tat in der Bad Wildunger Fürstengalerie. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Bad Wildungen – Zwei Mitangeklagte aus dem Schwalm-Eder-Kreis und aus Kassel wurden wegen versuchter Hehlerei zu Geldstrafen verurteilt: Jeweils 60 Tagessätze zu je 40 beziehungsweise 30 Euro.

Die Straftat war im Vorjahr in Bad Wildungen begangen worden.

Vorzeitig aus der Haft entlassen

Die Tat sei kein minderschwerer Fall, sagte Richterin Corinna Eichler bei der Urteilsverkündung. Der Hauptangeklagte, ein gelernter Tischler, ist bereits fünfmal vorbestraft. 2015 war er wegen räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, im Februar 2019 vorzeitig entlassen worden. Derzeit ist er in einer Drogen-Therapieeinrichtung untergebracht, in die er auf eigenen Wunsch ging. Er saß nach der jüngsten Tat vier Monate in Untersuchungshaft.

Der geschiedene Vater von zwei Kindern war am 22. April 2021 von der Wildunger Polizei festgenommen worden, kurz darauf wurden auch die beiden Mittäter gefasst.

Mitarbeiterin verfolgte den Dieb in Bad Wildungen - Festnahme auf Schulhof

In der Anklage ist von einem gemeinsamen Tatplan die Rede. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte der 38-Jährige in der Drogerie im Einkaufszentrum Fürstengalerie hochwertige Parfümartikel im Wert von rund 450 Euro gestohlen und in eine präparierte Umhängetasche gesteckt.

Eine Mitarbeiterin verfolgte den flüchtenden Mann. Die Polizei nahm ihn auf einem Schulhof fest. Griffbereit habe er ein Klappmesser mit sich geführt, heißt es in der Anklage. Zwei Komplizen des Täters – so die Staatsanwaltschaft – saßen in Tatortnähe in einem Auto.

Richterin mahnt: „Alkohol löst die Probleme nicht“

Alle drei Beschuldigten legten ein Geständnis ab, der 38-Jährige „gelobte Besserung“, formulierte der Verteidiger. Die beiden Mitangeklagten sollen die Absicht gehabt haben, das Parfüm zu kaufen, damit aus dem Erlös Drogen beschafft werden können. Warum die Tat in Bad Wildungen begangen worden sei, fragte die Richterin. „In Kassel ist das schwierig“, entgegnete einer der Mittäter. Einer wollte aus dem Verkaufserlös Spielzeug für seinen Sohn kaufen.

Der 35-jährige Mann war bisher nicht vorbestraft, der 34-Jährige wegen Trunkenheit am Steuer und Fahren ohne Fahrerlaubnis. „Ich mache keine krummen Sachen mehr und fange mein Leben neu an“, sagte er vor Gericht. Richterin Eichler mahnte: „Alkohol löst die Probleme nicht, Sie sind doch ein echter Kerl.“

Für den Angeklagten spricht sein Geständnis

Der Hautangeklagte räumte seine Drogenabhängigkeit ein, seit zehn Jahren sei er clean und sei seit einem Jahr in Therapie. Für ihn beantragte die Staatsanwältin eine Freiheitsstraffe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung, der Verteidiger acht Monate auf drei Jahre Bewährung.

Sein Mandant habe bewiesen. „dass er clean leben kann und hat sich nach der Tat gut verhalten“, sagte der Anwalt. Der Angeklagte sei in einer guten Einrichtung, „um die Erkrankung in den Griff zu bekommen“, sei aus eigenem Antrieb lange abstinent gewesen. Sein eigener „Schritt in die Rettungsarche“ sei der Beweis dafür, dass er kein Weichei sei und er habe begriffen, „dass es so nicht weitergehen kann“. Das Geständnis spreche für ihn.

Richterin Eichler erklärte während der Urteilsverkündung am Fritzlarer Amtsgericht, es sei kein minderschwerer Fall, weil er die Tat während der Bewährung begangen habe. Für ihn spreche das Geständnis. (Manfred Schaake)

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